Samstag, 5. November 2011

Secret Bay - Bali

Im noch fast unberührten Nordwesten Balis finden sich einige der schönsten und besterhaltenen Tauchspots der Insel. Neben dem Naturreservat der Nachbarinsel Menjangan findet sich weiter westlich ein Spot, der Makroliebhabern das Herz höher schlagen lässt. Secret Bay ist ein Platz, der in einer Bucht am nordwestlichsten Zipfel Balis liegt und fast nur einen Steinwurf vom Hafen der Stadt Gilimanuk, von wo aus die Fähren nach Java auslaufen.

© www.asiadivesite.com

Nach alledem was ich bisher gelesen hatte, konnte ich mich auf kühles Wasser und mitunter trübe Sicht einstellen. Weiter erwartete ich viel Müll in dem sich die Meeresbewohner ansiedeln.
Mit diesen Vorstellungen und Erwartungen fuhr ich also mit meinem Guide Harry an die Bucht. Wir waren nicht die ersten und der Name wurde irgendwie ad absurdum geführt. Jedoch darf man sich nicht irreleiten lassen, denn die Massen tauchen woanders, somit ist der Spot zwar kein Geheimnis mehr, aber man muss nicht allzuvielen Tauchern unterwasser begegnen.

Da is ne Kuh am Strand...

Nachdem wir uns fertiggemacht hatten, ging es ins Wasser, und siehe da: die erste Überraschung. Das Wasser war zwar, mit etwa 22°C, wie erwartet kühl, aber die Sicht war hervorragend. Nichts von trüber Suppe. Wir hatten Sichtweiten von bestimmt 15-20m und mit der Sonne von oben boten sich natürlich schöne Bedingungen zum fotografieren.

Chelidonura hirundinina

Stachliger Teufelsfisch

Getaucht wird in Tiefen von bis zu 10m, allerdings ist man meist eher im 4-7m Bereich unterwegs. Als erstes steuerte uns Harry zu einer Boje, und dann weiter zu einem kleinen Wrack, das mir fast die Sprache verschlug. Es wirkte wie ein Heuschreckenschwarm der sich um die Überreste des Bootes versammelte, und selbst beim Näherkommen veränderte die Wolke kaum ihre Position. Die Fische waren stationär und rührten sich kaum von der Stelle. Man konnte verschiedenste Fische erkennen: Kardinalbarsche unterschiedlichster Art waren in der Überzahl, aber auch einen Anglerfisch haben wir entdeckt, einen Flachwurm usw.


Kardinalbarsche aller Art

Flachwurm und Anglerfisch

Der Boden, auf dem ich, wie gesagt, viel Müll erwartete, war aber mehr von Salatalgen bedeckt, was schon beängstigende Ausmaße annahm. Selbst der Müll, den es dort auch gibt, war fast schon komplett davon überwuchert. Dies war wohl nicht immer so, wie Harry mir erzählte. Es hat in den vergangenen Jahren jedoch stark zugenommen. Warum, konnte er mir aber nicht erklären.

Salatalgen und der Müll

Während ich immer am knipsen war, zog Harry schon weiter um mir weiter Exoten zu zeigen. Auf unserem Weg durch die Bucht, sahen wir noch eine ungemeine Vielfalt an kleinen Fischen, die hier ein relativ geschütztes Habitat gefunden haben. Ich nehme mal an, das die geringe Tiefe größere Fressfeinde eher abhält und sie sich deshalb ziemlich ungestört entwickeln können.

Kugelfisch und Schleimfisch

Anglerfisch

Katzenwelse

Anfangs erzählte mir Harry, das es fünf Highlights gibt, die man dort reltiv sicher sehen kann: Anglerfische, Seepferdchen, Seeschlangen, Finger Leierfische (Dragonet) und verschiedene Schnecken. Bis auf die Schlange haben wir auch alles gesehen, und noch einiges mehr.

Finger-Leierfisch

Juveniler Kardinalbarsch im Seeigel

Falschaugen Krugfisch

...ihr wisst was das ist...

Der Spot ist wirklich einen Besuch wert, und ich denke das ein Nachttg noch viele weiter Kuriositäten ans "Tageslicht" fördert. Er ist sogar überraschend schön, was ich nicht unbedingt erwartet hätte. Allerdings sollte man auch mal einen weiteren Spot besuchen, der wirklich noch Geheimtippstatus genießt: PJ. Doch davon erzähle ich ein anderes Mal.
Für einen ausführlichen Bericht über unsere Reise, empfehle ich den Besuch unseres Blogs: Join our journeys.

Sonntag, 11. September 2011

Nordpazifischer Plastikstrudel

Ich weiss nicht ob Du schonmal vom Nordpazifischen Plastikstrudel gehört hast, aber heute möchte ich mal auf ein Problem aufmerksam machen, das seit Beginn des Siegeszugs der Plastikverpackung vor über 60 Jahren, immer größere Ausmaße annimmt.

©www.oceanconservancy.org

In den Ozeanan gibt es u.a. eine Besonderheit, nämlich die der sogenannten Driftstömungen (bekannteste dürfte der Golfstrom sein), die sich durch große Teile der Ozeane bewegen. Dabei handelt es sich um riesige Strudel, die, Klein- und Kleinstteichen erfassen und in einen Kreislauf ziehen. So geschieht es mit unseren Zivilisationsmüll, der oftmals ungeachtet im Fluss und Meer landet. Dies hat zur Folge, daß sich immer mehr Plastikmüll (Flaschen, Tüten, Zahnbürsten, etc) in bestimmten Bereichen der Weltmeer konzentrieren und die Plastikstrudel formen. Der größte und bekannteste ist dabei der o.g., der sich, zwischen Kalifornien und Hawaii, über eine gewaltige Fläche erstreckt . Man darf sich diese Strudel aber nicht so vorstellen, daß da Millionen von Flaschen schwimmen und einen Teppich von Plastikmüll bilden. Es ist vielmehr so, daß die Gezeiten und Sonneneinstrahlung sowie andere Faktoren dafür sorgen, daß die größeren Teile schnell in immer kleinere Stücke zerteilt werden und somit von den Lebewesen auch nicht mehr unbedingt von Beute/Nahrung unterschieden werden können, da sich darauf auch Algen usw. ansiedeln. Tückisch ist auch, das er nicht sofort sichtbar ist, sondern sich knapp unter der Wasseroberfläche befindet, was eine genaue Ortung und Reinigung eben auch nciht leichter macht.
Abgesehen von der Tatsache das eine Reinigung dieser Gebiete Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen würde, muß man natürlich auch einen Weg finden wie man es effektiv und sinnvoll bewerkstelligt, denn diese teilweise zu Partikeln zermahlenen Objekte kann man natürlich nicht einfach mit einem Netz rausfischen.
Dazu hat es schon einige Expeditionen in diese Gebiete gegeben um die genaueren Umstände zu ergründen und nach geeigenten Wegen zu suchen um dem Problem Herr zu werden.
Eines davon ist das Project Kaisei, das von einigen engagierten Umweltschützern ins Leben gerufen wurde. Vorrangiges Ziel von Project Kaisei ist es einerseits das Bewusstsein bei den Menschen zu wecken eine verantwortungsvolle Müllbeseitigung zu betreiben, und andererseits neue Technologien zu entwickeln um eine effektive und umfangreiche Beseitigung des Mülls in den Meeren zu ermöglichen.



Ein weiteres Projekt das auf die zunehmende Belastung durch Plastikmüll aufmerksam machte, ist das von dem Sproß der Bankiersdynastie, David de Rothschild, gegründete Plastiki Projekt. Dabei reiste ein Crew auf einem Boot, das aus recycleten PET Flaschen bestand von San Fransisco nach Sydney.



Die Fahrt ist zwar schon länger her, aber aus diesem Project entstand ein weiteres, das Hilfestellung leistet wenn man sich im Alltag sinnvoll mit dem tagtäglichen Müllproblem auseinandersetzen will: MYOO.

Dienstag, 30. August 2011

Buchempfehlung: Lost World



Über Thomas Peschak und seine Arbei habe ich bereits häufiger geschrieben. Deswegen möchte ich heute mal ein "greifbares" Ergebnis seiner Tätigkeit als Naturfotograf und Umweltschützer vorstellen.
Sein aktuelles Buch heisst "Lost World" und beschreibt in Worten und Bildern u.a. eine einzigartige und vergessene Welt, die kaum einer von uns jemals live zu Gesicht bekommen wird. Es geht um das fernab aller Tourismusrouten liegende und unbewohnte Aldabra Atoll, das zu den Seychellen gehört. Es bildet die äußerste Grenze im Südwesten der Inselrepublik und hat, durch seine isolierte Lage und strenge Schutzmaßnahmen, eine einzigartige Flora und Fauna bewahrt. Seit 1982 gehört es zum UNESCO Weltnaturerbe.
In einer ausgedehnten Reise für die Save our seas Foundation konnte sich Peschak vom Zustand dieses Kleinods überzeugen. Weiterhin geht es auch um andere Gebiete der Seychellen und ihrer besonderen Natur und Bewohner.



Thomas Peschak©

Es ist ein informativer Bildband mit viel Wissenswertem und natürlich etlichen atemberaubenden Bildern, die uns wieder einmal zeigen wie schön diese Welt ist und auch viel zu tun ist um sie zu schützen.

Samstag, 6. August 2011

Reisebericht Faial - Azoren 2011

Ein weiterer Urlaub ist vorüber und wieder einmal sitze ich hier und möchte euch davon erzählen.
In diesem Jahr haben wir wieder einen "kleineren" Trip absolviert, der uns an ein Ziel führte, das uns schon länger interessierte.
Die Azoren liegen mitten im Atlantik und gehören zu Portugal. Die exponierte Lage macht aus ihnen ein Revier in dem man so einiges an Großfisch antreffen kann. In den Sommermonaten kreuzen Wale durch die Gewässer der neun Inseln und auch sonst darf man so einiges erwarten. Aber nicht nur die UW-Fauna ist interessant, auch die Topografie ist, durch den vulkanischen Ursprung, äußerst abwechslungsreich und sehenswert.


Größere Kartenansicht

Da dieses entlegene Gebiet, durch einige Berichte mehr und mehr in den Fokus der Tauchergemeinde gerät, war es für uns an der Zeit auch mal abzutauchen.
Es gibt zwei Möglichkeiten dorthin zu gelangen. Entweder man nimmt den Dirketflug mit der SATA von Frankfurt auf die Hauptinsel Sao Miguel und fliegt von dort weiter auf eine weitere Insel oder man nimmt den Weg über Lissabon und kann von dort direkt auf die Zielinsel fliegen. Unser Weg führte uns über Lissabon nach Faial.
Einen ersten positiven Eindruck bekamen wird als wir unser Gepäck, den Mietwagen und die Fahrt zu unserer Pension in sage und schreibe einer Stunde schafften. Durch die wenigen Flüge die täglich ankommen gibt es praktisch keine Wartezeiten, da das Personal immer nur einen Flug abzufertigen hat.
Die Fahrt über die Insel sorgte gleich für den zweiten positiven Eindruck, denn die Insel ist grün und überall blühen Hortensien. Die Felder und Weiden schmiegen sich an die sanften Hänge der Vulkane und zeichnen geometrische Formen ins Grün. Vereinzelt entdeckt man Rinder oder Esel auf ihren Koppeln. Wir merkten schnell das diese Insel noch sehr ursprünglich ist und die Menschen ein vorwiegend einfaches Leben führen.
Als wir unsere Pension Quinta do Vale erreichten wurden wir schon erwartet. Was uns gezeigt wurde, übertraf unsere Erwartungen noch. Wir wussten zwar vom Pool, aber das es einen Fitnessraum mit angeschlossener Sauna und Dampfbad gibt, war uns gar nicht bekannt. Der Garten war toll gepflegt und von unserem Zimmer hatten wir einen Blick auf den höchsten Berg Portugals, den Pico, der auf der gleichnamigen Nachbarinsel steht. Derart angenehm überrascht war uns erstmal nach einem Bad im Pool. Das Wetter lud förmlich dazu ein und da wir noch Zeit hatten um zur Tauchbasis zu gehen, nutzten wir die Zeit auf diese Art.

Der Pico

Am Nachmittag fuhren wir in den Hauptort Horta, wo die Basis von Norberto liegt. Schnell hatten wir sie gefunden und stellten uns vor. Da ich schon mehrfach mit ihm und seinen Angestellten gemailt hatte, wussten sie schon wer da angeschlappt kam. Für den kommenden Tag waren wir für einen Easy Dive gebucht und nicht, wie ursprünglich angedacht, für die Prinzessin, auf die ich später nochmal eingehen werde. War wohl ein Missverständnis gewesen...
Nachdem die Formalitäten erledigt waren, gingen wir ins nahegelegene Cafe Peter Sport. In Seglerkreisen geniesst dieser Ort einen legendären Ruf und schickt sich an diesen Ruf auch über die Seglerszene hinaus zu etablieren. Es handelt sich dabei um die letzte Seglerkneipe vor der Transatlantiküberquerung und sie existiert bereits seit 1918. Man kann dort neben kühlen Drinks auch wirklich lecker essen. Ein weiterer positiver Punkt war das kostenlose WiFi im Café und auch entlang der ganzen Marina. Ja, ganz richtig, in Hafennähe und in einigen Restaurants und Kneipen gibt es kostenlose Internetverbindungen für Smartphones und Laptops.

Peter Cafe Sport

Marina und Pico

Nach einem schnellen Gang durch den Supermarkt, wo wir uns u.a. einen Wein und Knabberkram einkauften, fuhren wir heim. Dieser sollte am Abend geköpft werden zu einer ersten kleinen Bilderschau. Den Rest des Tages verbrachten wir am Pool.

Unser Pool

Das Abendessen nahmen wir im einzigen Restaurant von Flamingos ein. Es ist ein gutbürgerliches Restaurant, das "Àvozinha", und es gab auch nur ein Gericht, das wir dann auch orderten... Ein guter Eindruck war, das scheinbar eine größere Gruppe erwartet wurde. Immer ein gutes Zeichen! Wir bekamen unser Essen und legten los. Es was eine Art Bacalhaukuchen mit Kartoffeln und Salat. Doch mein Salat hatte ne Fleischbeilage in Form einer Raupe. Irgendwie mussten wir doch lachen, aber da wir in keinem Sternerestaurant waren und die "Oma" die Köchin war, konnten wir auch nichts schlimmes dabei finden, denn das Essen war wirklich ok. Während wir so aßen, hielt vor der Tür ein LKW und von dessen Ladefläche hüpften ungefähr 15 Männer... Ah, die "Gesellschaft"... Innerhalb von zwei Minuten saßen sie. Zwei weiter Minuten später aßen sie. Fünf Minuten später waren die ersten fertig, und zwar mit der Suppe und dem Hauptgang! Ein paar Minuten später rauchten sie schon und tranken ihre Bica. Nach insgesamt ca. 20 Minuten waren die ersten auch schon wieder weg... Was ein Erlebnis. Aber wie sagte Onkel so schön: So wie man ißt, so schafft man.
Die Diaschau wollten wir mit dem Wein genießen, doch das gestaltete sich etwas schwierig, denn der neu erworbene Korkenzieher wurde schon beim eindrehen komplett verbogen und nicht mehr zu gebrauchen. Aber unten gab es noch einen hauseigenen und somit stand dem Genuß nichts mehr im Wege.

Qualitätsarbeit

Den TG am nächsten Tag hatten wir erst nachmittags und somit konnten wir, nach dem Frühstück, einen kleinen Ausflug machen. Dieser führte uns über eine ungepflasterte Straße, am Hang entlang, auf die Westseite der Insel. Dabei sahen wir viele Weiden und Felder. Das Besondere an diesen Grundstücken ist die Einfriedung. Es werden keine Zäune verwendet sondern Hecken von Hortensien. So ergibt sich ein wundervolles Bild das den Eindruck erweckt, daß diese Grenzen natürlich gewachsen sind.

Wie in den französischen Alpen

Vorbei an kleinen Wäldchen und weiteren Blumensträuchern steuerten wir unser Ziel an: Capelinhos. Dieser Ort steht in absolutem Gegensatz zum saftigen Grün der Insel. Hier ist 1957 ein Vulkan explodiert und hat große Verwüstung angerichtet. Im Zuge des Ausbruchs und mit den ganzen Unwägbarkeiten die er mit sich zog, wagten viele Inselbewohner die Reise über den großen Teich und so bilden sie, und ihre Nachkommen, noch heute eine große portugiesische Kolonie an der Ostküste der USA.
Die Landschaft ist karg und ausser Sand und einigen angepassten Pflanzen lebt dort nichts. Es ist eine Mondlandschaft die sich uns darbot. Das einizge Überbleibsel von damals ist ein Leuchtturm, der das Unglück überstand. Diesen kann man für 1€ besteigen, doch wir hatten nicht einen Cent einstecken und so blieb es uns nicht vergönnt. Inzwischen gibt es dort ein unterirdisches Museum, das Auskunft über damals und das vulkanische Erbe der Azoren und seiner Bewohner gibt.


Leuchtturm von Capelinhos

In der Basis angekommen ging es erstmal an den Verleih der Ausrüstung. Dies gestaltete sich umständlicher als gedacht, denn im Prinzip weiss nur Norberto Bescheid, und wenn ca. 10 Leute auf einmal dort aufkreuzen wird es chaotisch. Nach einer gewissen Zeit hatten wir unser Material, aber das hatte doch eine Weile in Anspruch genommen, was dazu führte, das die Ausfahrt deutlich später losging. Ein Umstand der uns noch häufiger begegnen sollte.
Pocinho dos Arcos war unser erster Spot. Er liegt vor Pico und ist relativ einfach zu betauchen. Nach etwa einer halben Std. Fahrt erreichten wir den Ort und machten uns fertig. Gar nicht so einfach sich auf einem Zodiac aufzurödeln, aber schon bald konnte es losgehen. Leider musste ich feststellen das der Automat abblies, was zwar nicht dramatisch war, aber ein starkes Indiz dafür, das es ein kurzer TG werden würde. Mit von der Partie waren Heike und Michele, mit denen wir während des Urlaubs noch häufiger tauchen und Zeit verbringen sollten.

Auf dem Zodiac mit Norberto

Die Sichtweite war nicht umwerfend, aber ok. Die Besonderheit an diesem Spot sind ein paar Bögen durch die man tauchen kann. Ansonsten konnten wir fesstellen, allerdings nicht überraschend, das von der Farbenpracht tropischer Korallengärten nicht viel zu sehen war. Ohnehin muss man sich bei den Azoren davon frei machen farbige Riffe zu erleben. Dies ist mitnichten der Fall. Stattdessen bekommt man eher Höhlen, Durchbrüche und Felsblöcke zu sehen, an denen man die eigene Geschicklichkeit etwas testen kann.

Arco dos Pocinhos

Wie erwartet war der TG für mich früher beendet als bei den anderen, was nicht so tragisch war, denn ein weiterer Punkt den man beachten sollte ist die Temperatur des Wassers. Im schnitt hatten wir es 22-23°C kalt. Es gab aber auch TG bei denen wir unter 20°C hatten. Ich stieg also auf und sah mich einer anderen Problematik gegenüber: Wie komme ich ins Boot? Eine Leiter gab es nicht und so erklärte mir der Guide das ich erstmal alles ablegen soll und mich dann mit kräftigen Flossenschlägen aus dem Wasser "katapultieren" soll.
Als Norberto von dem defekten Automaten gehört hatte, versprach er mir bzw. uns nagelneue Automaten und die bekamen wir auch tatsächlich und hatten sie den ganzen Urlaub über.
Nach dem TG sind wir wieder zu Peter´s und haben dort schonmal die weiteren Leute gesehen, die in den kommenden Tagen mit uns tauchen sollten. Das Azorenhoch ließ die nachmittägliche Sonne zu uns durchdringen und tauchte den Hafen in wunderbar warmes Licht. Der Tag war schon fortgeschritten und so blieben wir noch zum Abendessen. Entgegen einiger Einträge in Internetforen kann ich hier schonmal sagen, das dass Essen dort wirklich lecker war und sich die Wartezeit, die man durchaus in Kauf nehmen muss, lohnt.
Am nächsten Tag hatte uns der Taucheralltag wieder voll im Griff. Warum tut man sich das an und steht im Urlaub immer wieder früh auf? Na, weil es sich lohnt! Zwar fiel uns das Aufstehen immer schwer, aber wenn wir unser Frühstück bekommen hatten, und das war wirklich mehr als ordentlich, ging es gleich viel besser. Der Tauchbetrieb fängt bei Norberto i.d.R. um 9h an. Allerdings dauert es trotzdem immer noch ne Weile bis man endlich aufs Boot kommt. Somit waren wir da, suchten unser Zeug zusammen und machten uns startklar. Mit uns waren noch einige weitere dabei, die teilweise schon ein paar TG gemacht hatten und fast alle deutschsprachig waren. Da sie alle über einen Reiseanbieter da waren hatten sie einen Betreuer vor Ort, der niemand geringerer war als Daniel Brinckmann, der schon viele Reisereportagen für Tauchmagazine geschrieben hat. Unser Guide war diesmal Heitor, der uns auch noch auf einigen weiteren TG begleitete und sich als sehr fähiger Guide herausstellte. Der Ort hiess Ilheu Negro und zeichnet sich vor allem durch eine Höhle aus, in deren Anfang tauchen darf und ansonsten einige Felsblöcke aufweist, mit der Möglichkeit einige pelagische Fische wie Thunas und Makrelen zu erleben.



Ilheu Preto

Norberto veranstaltet fast ausschließlich One-Tank-Dives. Das heißt, dass nur ein TG pro Ausfahrt gemacht wird, was angesichts der Enge im Boot und des mitunter recht kalten Wassers, auch Sinn macht. Somit sind wir wieder zurück zur Basis und da wir keinen NachmittagsTG hatten, setzten wir uns zu Peters, doch nicht ohne vorher unseren Autovermieter anzurufen denn unser Autoschlüssel war mit uns tauchen gewesen und funktionierte nicht mehr. Nach dem, dank unseres guten Namens, unbürokratisch geklärten Zwischenfall konnten wir hoch. Der Rest der Gruppe war schon bei Peters und so hockten wir uns dazu und hatten Gelegenheit sie kennenzulernen. Irgendwie waren wir auch weitestgehend auf der gleichen Wellenlänge und somit verstanden wir uns recht schnell ziemlich gut.
Da der Nachmittag noch jung war und uns etwas frisch, machten wir noch ein paar Saunagänge, die problemlos arrangiert waren. Abends gingen wir in einem typisch azoreanischen Restaurant, dem Medalhas, essen.
Am kommenden Tag hatten wir zwei TG. Der erste führe uns nach Ilheus da Madalena und wir hatten tolle Sicht und einen schönen Spot mit vielen Drückerfischen und auch einem Congeraal usw. Der TG mittags ging nach Boca da Caldeirinha, wo es einen grossen Kartoffelbarsch geben soll, aber leider hatten wir weder Glück mit der Sichtweite noch mit dem Barsch. Dennoch war es eine schöne Steilwand mit einigen Fischschwärmen und interessanter Topografie.
Weisst Du was ein Qwitsche ist? Nein, kein Teil von einem Quitscheentchen... Sorry, ist ein kleiner Insider...
Daniel gab uns nachmittags schon einmal einen Geschmack von dem was uns zwei Tage später an der Condor Bank erwarten könnte. Er kam an diesem Tag von dort und zeigte uns seine Bilder, die Lust auf mehr machten.
Der Tag drauf war der Tag auf den wir schon lange warteten. Eigentlich für den ersten Tag gebucht, wurden wir dann auf drei Tage später gelegt, denn dieser Ort ist nichts für Anfänger bzw. Leute von denen sich Norberto vorher kein Bild machen konnte. Die Prinzessin ist ein Ort, der sicherlich noch ein Geheimtipp ist, aber möglicherweise schon bald legendär werden könnte. Aber der Reihe nach...
Mit der üblichen Verspätung ging es los, und statt der ursprünglich avisierten 9 Taucher waren wir 12. Kurzfristig hatte sich noch die "Spanische Armada", drei Taucherinnen aus Spanien eingebucht. Allerdings hatten wir einen Katamaran, auf dem die Leute relativ gut Platz hatten. Da wir bei bestem Wetter in See stachen, konnten wir uns auch gut verteilen. Die Überfahrt dauert etwa drei Std und der Ort, Prinzessin Alice Bank, liegt etwa 100km südlich von Faial im offenen Meer. Es ist keine Insel oder sonstiges Land, sondern eine unterseeische Erhebung, die an dieser Stelle bis auf etwa 35m unter den Meeresspiegel reicht. Wenn man die Fahrt gut übersteht, was an jenem Tag kein Problem war, kann einen trotzdem ein gefährlicher TG erwarten. Die Strömungen können ziemlich heftig sein und nicht nur sämtliche Richtungen der horizontalen, sondern auch der senkrechten, erfassen. Dafür hat man die Chance ein buntes Potpourri an Hochseefischen anzutreffen. Neben den Mobulas und Mantas, wofür der Spot bekannt ist und die man fast garantiert sieht, bestehen auch Möglichkeiten große Schwärme von Bonitos, Makrelen und Barrakudas anzutreffen. Die Jäger sind von einem so reich gedeckten Tisch auch nicht weit entfernt und gelegentlich bekommt man auch den ein oder anderen Hochseehai zu sehen.
Dort angekommen hatten wir, dank GPS, die Kuppe recht schnell gefunden. Es gab ein Briefing und dann wurden die Leute in zwei Gruppen zu je 6 Leuten aufgeteilt. Die erste Gruppe machte sich fertig und wir sollten dann später rein. Als die ersten Taucher hochkamen taten sie das mit einer Mischung aus Begeisterung und Erschrecken. Neben den Mobulas waren nämlich Drückerfische äußerst präsent und angriffslustig. Einige Taucher wurden gebissen und bluteten sogar.
Doch erstmal waren wir dran. Onkel, Sebastien und ich durften schon rein und ein Stück die Ankerleine runter. Weiter wurde uns freigelassen bis zum Grund zu tauchen, sowie uns etwas von der Leine zu entfernen sofern die Strömung nicht zu stark war. Foca kam etwa 5 Min später mit der Spanischen Armada runter und wollte wissen ob wir mit ihm runter wollten. Da wir noch keine Mobulas gesehen hatten, machten wir uns mit ihm an den Abstieg. Unten sahen wir dann einen großen Schwarm Bonitos und hinter einer Kuppe tauchte noch ein weiterer Schwarm, diesmal Stachelmakrelen, auf. Die Drückerfische waren auch da und kamen schon in Angriffsformation auf uns zu, doch ein paar gezielte Boxhiebe und Flossenschläge sorgten zügig für Ruhe im Karton. Die Nullzeit neigte sich dem Ende und so stiegen wir auf und da waren sie... Mehrere Mobulas kreisten über uns im Gegenlicht. Langsam kamen wir näher und konnten uns auch von der Leine entfernen. So ging es dann bestimmt eine halbe Std. und die Mobulas kehrten immer wieder, jedoch immer mit gewissem Abstand. Dennoch hatten wir es mit bestimmt 15 Tieren zu tun... Ein tolles Erlebnis.

Die Spanische Armada

Oben angekommen machten sich die anderen schon fertig und als Begrüßungskomittee kamen die Mobulas an die Wasseroberfläche. So auch bei uns dann als es zum zweiten TG ging. Doch dieser TG sollte alles toppen was wir bisher erlebt hatten. Die Mobulas umkreisten uns in unmittelbarer Nähe, waren über und unter uns und kamen teilweise richtig nah. Man merkte wie sie Spass hatten und unsere Nähe genossen. Wir hatten das Gefühl das sie regelrecht mit uns spielten und sich gar nicht entfernen wollten. Allerdings begrenzte unser Luftvorrat unseren Aufenthalt in deren Lebensraum und so mussten wir irgendwann Adieu sagen und wieder an die Oberfläche.


Adieu

Mit unglaublichen Eindrücken ging es auf die Heimfahrt. Nachträglich kann ich sagen, daß dieser Spot weder von der Schönheit noch Farbenpracht lebt. Es sind auch nicht die vielen Fische denen man begegnen kann, nein. Es ist die Interaktion die man mit den Mobulas erleben darf. Nie zuvor habe ich etwas derartiges erlebt und die Meinungen der anderen, die das erleben durften gehen in die gleiche Richtung.
Den Abend liessen wir im großen Kreis in Porto Pim, im gleichnamigen Cafe ausklingen. Es gab einiges zu erzählen.



Horta

Ein weiteres Highlight stand am nächsten Tag an. In der Nähe der Insel gibt es einen Ort an dem man mit Blauhaien und u.U. auch Makohaien tauchen kann. Auch die Condor Bank liegt eine Ecke weg auf hoher See. Etwa 30km südwestlich erhebt sich dieser Berg aus den Tiefen des Ozeans. Das Meer schien tiefblau und vermischte sich am Horizont mit dem Blau des Himmels... Fehlten nur die Haie.
Als wir mit unserem Zodiac ankamen war schon ein weiteres da. Es wartete dort wohl schon eine Std, was Foca veranlasste gleich weiterzufahren. Es gäbe noch mehrere Stellen an denen wir tauchen könnten sagte er. Einige Km weiter versuchte er es mit dem Köder, doch leider keine Haie. Also noch weiter raus und wieder den Köder ausgeworfen. Es dauerte keine 5 min. bis zwei Exemplare da waren. Wir machten uns fertig und bekamen noch ein Briefing in dem es hiess, das wir uns in 5-10m Tiefe aufhalten sollten. Dann ging es los. Es waren zwei Haie die ein ganzes Stück unter uns umherschwammen und auch immer wieder aus unserem Blickfeld verschwanden. Sie waren ziemlich scheu und das veranlasste einige immer weiter runter zu gehen, so dass die Taucher oben nicht viel zu sehen bekamen. Mit gemischten Gefühlen, und ein wenig ernüchtert nach dem Vortag, stiegen wir auf und ins Boot.


Mates

Als Foca den Köder wieder präparieren wollte stellte er fest das der große Fisch abgebissen worden war und schon sah er auch einen Hai an der Oberfläche. Ich schnappte meine Maske und Kamera und steckte den Kopf ins Wasser. Erst war ein Hai zu sehen und dann ein weiterer. Kurze Zeit später kam ein noch einer hinzu und dann noch zwei. Während ich den aktuellen Stand der Dinge immer wieder hochrief hörte ich die Stimmen der anderen. Als ich mich dann umdrehte und mich fertigmachen wollte waren die ersten auch schon wieder im Wasser. Was wir danach erlebten war mindestens so schön und überwältigend wie am Vortag. Die Haie kamen in unmittelbare Nähe, schwammen zwischen uns und unter uns. Einige stupsten uns an und schauten neugierig in unsere Kameras. Ein weiteres Highlight das uns geschenkt wurde und ich hoffe inständig das diese Orte bewahrt werden und ihre Bewohner auch!


An der Condor Bank

Auf der Fahrt zurück hatten wir noch eine Begenung mit einem Pottwal... Was für ein Tag.
Am kommenden Tag hatten wir vormittags erstmal Zeit, da der TG erst nachmittags angesetzt war. Somit nutzten wir die Gelegenheit für etwas Sightseeing. Der Botanische Garten war unser erstes Ziel. Er hat sich zur Aufgabe gemacht alle auf den Azoren vorkommenden Arten zu beherbergen. Man findet dort Pflanzen die man kaum noch in freier Wildbahn antreffen wird. In einer guten Std. kann man diesen liebevoll angelegten Garten gut erkunden. Botanisch interessierte Menschen können sich natürlich gern noch länger Zeit nehmen.


Der botanische Garten

Weiter ging es zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen Blick über Horta hat, dem Miradouro de Nossa Senhora da Conceicao. Hinterher war es Zeit für ein Mittagessen bevor der TG anstand, der sich wieder etwas verzögerte. Es sollte zu den Fumarois gehen, unterseeischen Beweisen für die vulkanische Aktivität. An dieser Stelle treten Gase aus und man fühlt sich dort wie in einem Whirlpool. Das schwierige daran ist, das der Spot auf etwa 35m liegt und man einen Freiwasserabstieg macht. Ausser den Blasen gibt es allerdings wenig zu sehen, da es kaum Fische dort gibt und somit sollte man sich überlegen ob man einen solchen TG überhaupt machen will.

An den Fumarois

Am Abend wollte ich anlässlich meines Geburtstags einen ausgeben doch Norberto kam mir zuvor und hatte schon zu einem offenen Grillen für alle eingeladen. Somit belief sich mein Beitrag auf ein paar Sixpacks und der Rest wurde von der Basis übernommen. Es war ein sehr schöner Abend und alle waren da. Wir verbrachten einen sehr unterhaltsamen Abend mit vielen Gesprächen und leckerem Fisch. Es gab auch Gelegenheit mit einigen Leuten der Basis zu sprechen und auch mal die persönlichen Eindrücke wiederzugeben. Natürlich sprach ich auch die etwas "chaotische" Organisation und die etwas simple Basis an. Dies ist ein bekanntes Thema und da man bis zu diesem Jahr nicht soviele Gäste hatte, war es auch nicht so aufgefallen. Jedoch wollen die Leute um Norberto am Ende der Saison die Situation besprechen und natürlich auch Verbesserungen durchführen.
Spät am Abend gingen Sissa, Markus und ich noch auf einen Absacker zu Peters wo wir noch viel über das Leben auf den Inseln erfuhren.

Die Basis von Norberto

Der geplante letzte TG fiel aus, da Markus Ohrenschmerzen hatte und wir deshalb ins Krankenhaus gingen. Witzigerweise war unser Hausherr der Arzt und so war die ganze Prozedur in einer halben Std erledigt. Wieder einmal ein Barotrauma, doch frühzeitig erkannt und dadurch unproblematisch zu behandeln. Noch einen Abstecher zur Apotheke und dann an den Hafen zum längsten Gemälde der Welt. Dort verewigen sich seit einigen Jahren die Segler die hier vorbeikommen mit teilweise kleinen Kunstwerken.


Kunstwerke an den Kaimauern

Es stand noch der Abschied in der Basis an und mir ist er ein bisschen schwer gefallen, da ich die Crew doch sehr zu schätzen gelernt habe. Wir kamen als Fremde und, ich hatte das Gefühl, wir gingen als Freunde.
Anschliessend haben wir noch den bisher nicht gesehenen Teil der Insel befahren. Erstes Ziel war die bekannte Caldeira, ein riesiger Krater auf knapp 1.000m Höhe. Entlang der Nordküste durchfuhren wir einige kleine Städte und hatten Gelegenheit immer wieder an kleinen Rastplätzen bzw. regelrechten Grillstationen zu halten und die Aussicht zu genießen. Ohnehin muss ich sagen, das die Insel wirklich sehr gepflegt wirkt. Es liegt kein Müll rum und öffentliche Plätze und Orte sind saniert und ordentlich.

Die Caldeira

Naturpool bei Varadouro

An der Nordküste

Als der letzte Tag anstand hatte die Gruppe einen Tisch in im Escondrijo in Cedros reserviert. Normalerweise ist eine Reservierung in den Restaurants der Insel nicht zwingend notwendig, aber hier unerlässlich, da Fränky nur 20 Mahlzeiten am Abend kocht. Fränky ist einer von zwei Betreibern. Der andere heißt Hans und die beiden haben schon die halbe Welt gesehen bevor sie beschlossen sich auf der Insel niederzulassen. Sie eröffneten das Restaurant und haben eine kleine Oase geschaffen die einen Besuch lohnt. Es gibt u.a. einen kleinen "Dschungelpfad", den man begehen kann. Das Essen ist äußerst lecker und die Gastgeber sind derart herzlich das man sich wie daheim fühlt. Außerdem können sie viele interessante Geschichten erzählen. Wir alle verlebten einen letzten wunderbaren Abend miteinander der für die meisten wahrscheinlich ein Abschied für immer war. Jedoch war dies nochmal ein krönender Abschluß und ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei Gregor und Kati, Heike und Michele, Kerstin, Daniel und Gerhard bedanken. Es war ne geile Zeit!

Das Escondrijo

Als Fazit bleibt mir zu sagen das wir eine Insel kennenlernen durften die viele Naturschätze birgt. Dies gilt sowohl über- wie unterwasser. Es bleibt zu hoffen das dieses kleine Paradies sich dieser Tatsache bewusst ist und sich dies durch verantwortungsvollen Umgang bewahrt. Das Tauchen ist generell rauher als in den Tropen oder dem Roten Meer. Das Wasser ist kälter, der Bewuchs spärlich und die Strömungen mitunter recht stark. Jedoch suchen die Hochseetauchplätze ihresgleichen. Auch ist die Organisation der Basis etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, kommt man voll auf seine Kosten.
Und zu guter letzt möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß ein Ort, an dem selbst die Engländer nicht in Trikots rumlaufen, schon viel über die Qualität sagt. ;-)

Meine Top 5 Tauchplätze:

1. Princess Alice Bank

2. Condor Bank

3. Ilheu Preto

4. Ilheu da Madalena

5. Boca da Caldeirinha

Hier noch ein paar empfehlenswerte Restaurants, die ich oben noch nciht erwähnt hatte:
-Atletico
-Bar Porto Pim

P.S. À equipa inteira do Norberto Diver um grade abraço e obrigado pelos lindos mergulhos e a amizade que nos fizestes sentir. Não será esquecida. Um abraço especial a Heitor e Foca, beijinhos para Sissa e saudações benfiquistas a Norberto!

Freitag, 8. Juli 2011

Bikini Atoll - Marshall Inseln

Unser heutiges Ziel zu Erreichen ist nicht ganz unproblematisch. Leider gibt es derzeit keine reguläre Möglichkeit dorthin zu gelangen, seitdem regelmäßige Flugverbindungen eingestellt wurden. Dies führte dazu, das auch die einzige Tauchbasis dort schließen musste.
Doch zunächst einmal soll dieser Bericht nicht abschrecken, sondern u.U. erst Recht das Interesse wecken.


Größere Kartenansicht

Die Inseln des Bikini Atolls waren in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Schauplatz der umfangreichsten Atomwaffentests die es je gegeben hat. Insgesamt wurden 67 Tests durchgeführt, bevor 1958 die letzte Bombe gezündet wurde.
Im Laufe der Testreihen wurden auch viele ausgediente Schiffe dorthin geschleppt, um Erkenntnisse über die Auswirkungen der Angriffe durch Atombomben zu gewinnen. Dies hat dazu geführt, daß dort ein Wrackfriedhof entstanden ist, der seinsegleichen sucht. Die Schiffe sind gut erhalten und haben Ausmaße die nirgendwo anders erreicht werden.
Seit 1996 ist das Tauchen im Bikini Atoll möglich, nachdem die Werte der radioaktiven Strahlung für nicht mehr bedenklich gehalten wurden.



Das größte der Schiffe ist die USS Saratoga, ein Flugzeugträger, mit 271m Länge. Es ist gleichzeitg auch der einzige betauchbare Flugzeugträger und auch das größte betauchbare Schiff der Welt. Die Brücke ragt bis 12m unter die Wasseroberfläche, aber der TG beginnt bei 33m und es braucht mehrere TG um das Schiff zu erkunden.

USS Saratoga
©Jan Kocian

Dieser TG ist ein sog. Einsteigertauchgang weil es einer der "flacheren" TG ist. Ja, richtig gelesen, einer der flacheren. Tauchen im Bikini Atoll erfolgt im Grenzbereich des Sporttauchen und manchmal auch darüber hinaus, allerdings haben die Anbieter große Erfahrung mit modernen Dekotechniken und Abstiegen in Tiefen jenseits der Tiefengrenzen des Sporttauchens. Dennoch sollte man sich darüber im klaren sein das dies kein "Freizeittauchen" im herkömmlichen Sinne ist.
Weitere Schiffe sind das japanische Flagschiff HIJMS Nagato, die USS Arkansas, USS Carlisle u.a.
Die meisten Schiffe liegen in Tiefen jenseits der 50m, doch wer die lange Reise auf sich nimmt und bereit ist Dekotauchgänge zu machen sowie neue Techniken zu erlernen, bekommt Schiffe zu sehen wie kaum irgendwo anders.
Heutzutage werden Besuche durch Liveaboards möglich gemacht. Die Bikini Atoll Divers und Indies Trader Marine Adventures betreiben das derzeit einzige Boot, das diese entlegenen Inseln, von Kwajalein auf den Marshall Inseln aus, ansteuert.
Zwar reist man wegen der Wracks dorthin, aber im Atoll gibt es u.a. auch einen hervorragenden Haispot, den Shark Pass!



Die beste Reisezeit ist zwischen März und November.

Für weitere Infos:
Bikini Divers
Diversion plant für 2012 eine Vollcharter, hier kann man sich dorthin wenden.

Dienstag, 21. Juni 2011

Ozeanen droht Massensterben

Ein Bericht macht seit gestern seine Runden in der Presse, der durchaus wieder zu kontroversen Diskussionen führen dürfte.
Die Weltnaturschutzorganisation ICUN und das Intarnationale Ozean Programm ISPO haben eine abschließende Bewertung der aktuellen Situation der Weltmeere veröffentlicht. Darin wird vor einem Massensterben und der Ausrottung ganzer Arten hingewiesen, wie es die Erde schon seit 55Mio. Jahren nicht mehr gesehen hat. Diesmal ist der Mensch allerdings der Übeltäter, so der Bericht.
Diverse, menschgemachte, Ursachen drängen das Leben in den Ozeanen immer weiter zurück. Der Klimawandel, haupsächlich bedingt durch den Ausstoß von CO², treibt die Versauerung der Meere voran. Das jahrhundertealte Gleichgewicht in dem die die Ozeane überschüssiges CO² aufnahmen, droht durch die Hand des Menschen zu kippen. Die Industrialisierung hat den Ausstoß der Treibhausgase derart erhöht, das der Sauerstoffgehalt in den Meeren sinkt, was die Versauerung weiter beschleunigt und die Aufnahmekapazität der Meere weiter senkt. Ein Teufelskreis...
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überfischung der Meere. Einige Bestände an Fischarten sind in bestimmten Regionen um bis zu 90% geschrumpft. Hinzu kommen die Ausbeutung des Lebensraums der verschiedenen Arten, sowie die Ausbreitung nicht heimischer Arten. Dies hat zur Folge das die Zeit zu einer evtl. Anpassung an einen neuen Lebensraum fast gar nciht gegeben ist um die gefährdeten Bestände zu retten.
Was kann man tun?
-Ein wichtiger Punkt sei den Ausstoß von Kohlendioxid deutlich zu reduzieren.
-Die Einleitung von Schadtoffen (Dünger, Müll, usw.) einzustellen.
-Gewinnung von Rohstoffen im Meer stark reglementieren.

Soweit der Bericht. Natürlich wird man viele Stimmen für und wider die vorgebrachten Argumente finden, aber ich denke es gibt einige Punkte, die unumstößlich sind.
Der Mensch hat die Welt verändert, wie der Blick nach Japan, in den Golf von Mexiko oder an die Küsten von Nigeria zeigt. Der Bergbau, die Ölgewinnung, die Holzverarbeitung oder einfach die Besiedlung sind, bei einer Weltbevölkerung von nahezu 7 Mrd. Menschen, definitv Eingriffe in die Natur, die wir nicht mehr rückgängig machen können.
Warum ist das so? Nun, ich habe einen Kommentar gelesen, in dem eine interessante Ansicht formuliert wurde: Die Natur hat schlicht und ergreifend keinen Preis. Man nimmt die Wälder, Meere usw. einfach als gegeben hin und nimmt sich das Recht diese nach Bedarf (und oft auch darüber hinaus) auszubeuten. Dies ist historisch verankert, denn früher wurde sich einfach genommen was man brauchte und wenn nichts mehr da war, zog man weiter. Heutzutage und aufgrund der Größenordnung die alles angenommen hat, ist dies praktisch unmöglich. Somit wird natürlich auch der Selbstheilungsprozess der Natur ausgesetzt, der früher sicherlich noch funktionierte.
Heute sind die Schäden, die durch den unablässigen Raubbau, in welcher Materie auch immer, irgendwann nicht mehr zu verbergen.
Insbesondere das Ungleichgewicht zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern ist für eine sinnvolle und ökolgische Nutzung der Resourcen problematisch. Arme Länder sind oft reich an Rohstoffen, reiche verfügen über das know how. Es wäre dringend anzuraten diese Schere zu schließen um eine vernünftige Umverteilung von Gütern zu gewährleisten, denn meist erfolgt der Abbau unter schwerster Schädigung der Umwelt. Es bringt nichts wenn wir uns Solaranlagen auf die Dächer setzen und auf der anderen Seite über die Umweltzerstörung in der Dritten Welt ärgern, denn unser Auto will natürlich auch bewegt werden.



Früher wurden in der Landwirtschaft beispielsweise die Brache als natürliches Regenerationsmittel verwendet. Natürlich ist dies nicht in allen Bereichen anwendbar, aber der Begriff der Nachhaltigkeit macht immer mehr die Runde, so z.B. in Form von Schutzgebieten. Im Prinzip ist dies nichts anderes als die Brache in der Landwirtschaft. Es gibt sicher viele Möglichkeiten dies umzusetzen und so das Überleben der Menschen und das der Natur zu ermöglichen.
Am Ende ist aber entscheidend das jeder selbst einen Beitrag dazu leistet um etwas zu tun. Fische aus Nachhaltiger Zucht zu kaufen wäre z.B. ein erster Schritt...

Sonntag, 22. Mai 2011

Lembeh Strait - Indonesien

Wenn man einen Taucher nach DEM Hotspot für maritime Kleinlebewesen und Critter fragt, werden die meisten wohl die Lembeh Strait im Norden von Sulawesi nennen. Erstmalig im Jahr 1994 einem breiteren Publikum, den Lesern des NG Magazins, vorgestellt, hat sich diese Gegend inzwischen zu einem Mekka für die Freunde der kleinen Exoten entwickelt.


Größere Kartenansicht

Lembeh ist eine Insel, die vor der Nordostküste von Sulawesi, gegenüber der Hafenstadt Bitung, liegt. Die Meerenge dazwischen ist die Lembeh Strait, eine vielbefahrene Wasserstraße, die allerdings auch dafür bekannt ist, das die Schiffe allerlei Abfälle verklappen und Abwässer eingeleitet werden. In einem solch schwierigen Umfeld haben sich viele der Lebewesen angepasst und bieten dem geneigten Taucher das Thema Mimikry und Mimese in einer kaum zu erwartenden Hülle und Fülle an. Tarnung und Täuschung ist für viele der oftmals wehrlosen Kreaturen die einzige Möglichkeit zu überleben und den Fortbestand der Art zu sichern.


©www.starfish.ch

Das Tauchen erfolgt meist in Küstennähe und ist somit nicht allzu tief. Allerdings darf man an die Flora keine allzuhohen Erwartungen stellen, denn sie ist fast nicht vorhanden. Stattdessen taucht man überwiegend über Schlamm und dunklem Sand , der mitunter mit allerlei Haushaltsabfällen gespickt ist. Daraus entwickelte sich auch der Begriff "Muck Diving", was soviel wie Schlammtauchen bedeutet. Statt daran vorbeizuschwimmen, sollte man sich gerade solche Verstecke aber mal genauer anschauen, denn nicht selten findet man dort interessante Bewohner.



Ohnehin muss man sich für TG in diesen Gewässern mehr Zeit nehmen als woanders, denn die kleinen Kreaturen zu finden ist gar nicht so einfach. Deswegen ist ein erfahrener Guide unerlässlich. Sie sind geschult und geübt im Erkennen und Finden der skurrilen Lebewesen. Es gibt hunderte verschiedene Nacktschnecken, Anglerfische, Mimic Oktopusse, Geisterpfeiffenfische, Prachtsepia, Blauringoktopusse, Harlekin Garnelen und noch viele mehr. Einige Arten sind endemisch, d.h. man findet sie nur dort. Es werden noch immer bisher nicht erfasste Lebewesen gefunden und es wird vermutet, das bislang nur ein kleiner Teil der dort versteckten Kreaturen katalogisiert wurden.


Lembeh Strait Night Safari from Tony Wu on Vimeo.



Lembeh kann man praktisch das ganze Jahr über betauchen, auch wenn die Konditionen doch recht unterschiedlich sein können. Januar bis Juni sind diese recht unbeständig aber gut zum Tauchen. Im August ist die Sicht zwar am schlechtesten, aber die Zahl an verschiedenen Critters ist dann am höchsten, während September und Oktober möglicherweise die beste Zeit überhaupt darstellen.

Unterkünfte gibt es dort inzwischen einige. Ich möchte hier nur zwei erwähnen, die sich bisher einen guten Namen gemacht haben: Lembeh Resort und Kunkungan Bay Resort. Eine ausführliche Übersicht von weiteren Unterkunftsmöglichkeiten finden man hier.
Wer einmal genug von Schlammtauchen hat und den Kopf in klare Gewässer stecken möchte, der hat im Norden Surlawesis noch weitere Möglichkeiten. Dort findet man die Inseln Gangga und Bangka, die tolles Tauchen mit Großfisch usw. bieten. In südlicher Richtung kann man, allerdings eher mit Expeditionscharakter, zu den Togian Inseln gelangen, die noch kaum erschlossen sind.
Für weitergehende Infos empfehle ich folgende Links:
Starfish
Unterwasserwelt