Mittwoch, 22. Juli 2009

Neuer Trip geplant

So, der nächste Trip ist geplant und im Oktober geht es auf Reisen. Dies nur einmal vorab als kleine Info für die Leser dieses Blogs. Natürlich wird es im Anschluß auch wieder einen Tauchbericht geben.
Ein kleiner Tip: Es geht gen Osten...

Samstag, 18. April 2009

Aufruf zur Anteilnahme

Diesmal kommt kein Tauchbericht sondern ein Aufruf zur Anteilnahme. Ich bitte um rege Mails an u.g. Adressen.
Als ich Palau betauchen durfte, zeichnete sich die UW Fauna besonders durch ihren Fischreichtum aus. Am Ende der Nahrungskette stehen die Haie, die in den Gewässern um Palau besonderen Schutz genießen. Dadurch hat sich eine große Zahl dieser faszinierenden Tiere angesiedelt, und so bekommt man sie bei fast jedem Tauchgang zu sehen.
Nun haben die beiden Senatoren Paul W. Ueki und Joel Toribiong zwei neue Gesetzesentwürfe in die Lesung des Parlaments eingebracht. Kurz erzählt, sollen die beiden Entwürfe SB 8-44 undSB 8-50 den kommerziellen Haifang und die Abschaffung der Besteuerung für Thunfischfang über 5 Jahre behandeln.
Nun frage ich mich, sowie viele andere, ob dies wirklich der richtige Weg ist Palau voran zu bringen. Die Zeiten des Bergbaus sind vorbei und der größte Teil der Wirtschaft hängt mit dem Tourismus zusammen. Der Tourismus auf Palau besteht überwiegend aus Taucherei und hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf das Meer.
Wie eingangs erwähnt ist der Fischreichtum und das enorme Vorkommen an Haien ein Grund für die Beliebtheit von Palau bei Tauchern. Haie sorgen für das Gleichgewicht in der Fischwelt und somit wäre eine Dezimierung für alle schädlich. Ich denke das das Verschwinden von Haien auch den Ruf als Top Tauchrevier beeinträchtigen würde.
Es obliegt jedem engagierten Taucher und vernünftigen Menschen sich Gedanken über die Auswirkungen einer solchen Entscheidung nachzudenken und ggf. zu handeln.
Dermont Keane, Geschäftsführer von Sam´s Tours, ruft alle auf sich mit Protest E-Mails zum Schutz der Haie an die Regierung zu wenden. Die Adressen lauten wie folgt:

Belau Tourism Association: bta@palaunet.com

Palau Chamber of Commerce: pcoc@palaunet.com

Palau Visitors Authority: pva@visit-palau.com

Für weitere Informationen bitte nachlesen auf www.tauchen.de und www.sharkproject.com . Ach ja, natürlich gibt es auch im Bericht weiter unten noch ein bischen Wissenswertes. Zu erwähnen ist auch die Serie "Pacific Abyss" von der BBC. Es geht dabei um eine Expedition in Mikronesien, die in Palau endet. Ich habe einen Link bei YouTube eingefügt.

Freitag, 30. Januar 2009

Reisebericht Thailand 2002 - Koh Samui + Koh Tao

Thailand 2002 - Koh Samui + Koh Tao
Tauchbericht unserer ersten Tauchreise.

Die "Geburt" der Easterbunnies war in 2002. Eigentlich war es ein Zufall gewesen wie die Reise zustande kam, und zurückblickend muss ich sagen, das es der Anfang einer wunderbaren Tradition wurde, Jungs. Zwar wurden wir auch auf die ein oder andere Probe gestellt, aber die Art und Weise wie wir es gemeistert haben bildete die Basis für all die folgenden Trips.

Der Plan war damals Tauchen zu fahren, da Bernhard und Onkel im Vorjahr schon einmal gemeinsam unterwegs waren und von Koh Samui tolle Stories erzählt hatten. Somit war auch das Ziel relativ schnell festgelegt, und wir brauchten nur einen vierten Mann um zwei Buddyteams zu haben. Mein alter Berufsschulkollege Robby kam mir da schnell in den Sinn, da er noch nicht wusste ob und wohin er in Urlaub fahren sollte. Im Prinzip hatte er auch Lust mitzufahren, nur war er damals noch nicht Taucher gewesen und war etwas skeptisch was einen Tauchurlaub anging. Er wusste nicht was er sich darunter vorstellen sollte wenn wir Tauchen wären und wie lange er sich dann selbst beschäftigen sollte. Daraufhin war mein Vorschlag doch mitzutauchen. Die Idee gefiel ihm und so machte er den OWD und ich machte noch schnell den AOWD bevor es im September losgehen konnte. Vor der Reise gab es schon ein oder zwei Treffen, so das sich alle beschnuppern konnten und es schien auch alles gut zu klappen.


Größere Kartenansicht

Koh Samui ist die drittgrößte Insel Thailands und liegt im Golf von Thailand und ist neben Phuket die bekannteste Urlaubsinsel des Landes. Was die Reisezeit angeht, so ist die Zeit zwischen Juli und Sep./Okt. die beste, denn da regnet es kaum. Somit waren wir in der absolut richtigen Zeit dort denn wir hatten viel vor. Wie heute noch, haben wir mit drei Tagen Beach und etwas Kultur angefangen, bevor wir Tauchen wollten und zum Abschluss noch eine schöne Bleibe für den Abschluß suchen wollten. Die Flüge führten uns über Bangkok direkt nach Samui. Der Flughafen war, damals zumindest, noch so wie man sich einen Airport in einem Tropenparadies vorstellt. Eine Piste, eine offene Wartehalle und selbst das Beförderungsband war auf einem Bambusgerüst aufgebaut. Die Sicherheitsvorkehrungen waren praktisch nicht vorhanden und es dauerte nicht lange bis wir draußen waren und uns im Shuttle zum Hotel befanden. Dummerweise war unser Hotel damals so gelegen, das wir die letzten von etwa 10 Leuten waren die abgeliefert wurden. Unsere Unterkunft für die ersten Tage war das heutige Chaweng Villa Beach Resort am gleichnamigen Strandabschnitt. Damals hieß es noch anders aber ich vermute es gab einen Umbau. Endlich auf dem Zimmer gab's nur eins: Badehose an und ab an den Strand. Gesagt, getan und schon kurz nach der Ankunft waren wir im Wasser. Allerdings konnten wir nicht weit raus, denn das Wasser war voll von Quallen und da wir nicht wussten ob sie nesselten, hielten wir uns im Flachwasserbereich auf. Aber das ganze Ambiente war traumhaft. Das türkisblaue Wasser zur einen Seite, auf der anderen die Schatten spendenden Palmen entlang des puderweissen Strands. Super! Wir konnten Frisbee spielen und hatten schon bald Gesellschaft von einheimischem Beachboys. Im Gegensatz zu Phuket, ist (oder war) das Jetski fahren erlaubt. Deswegen haben wir das später auch noch gemacht und hatten einen heiden Spaß.

Da Onkel und Bernhard schon dort gewesen waren, kannten sie sich schon ganz gut aus und wussten schon wo man gut essen gehen und auch wo man abends feiern konnte. So mussten wir schon bald zum Stammrestaurant der beiden alten Hasen, dessen Betreiber Onkel Noi war. Die Jungs lagen uns schon die ganze Zeit in den Ohren mit "Letztes Jahr war..." "Onkel Noi ist super" usw. So waren wir dann endlich im "Tempel" des Onkel Noi und die Jungs hielten schon nach ihm Ausschau. Als er endlich auftauchte, war es als käme der Messias persönlich. Es hätte nicht viel gefehlt das sie ihm um den Hals gefallen wären. Sie sprachen ihn an und wollten schon die Erinnerungen des letzten Urlaubs austauschen... Ich sage nur "Chili, Chili" und dazu irgendwelche Andeutungen als hätten sie es sich gegenseitig ins Gesicht geschmiert. Nur, er erkannte sie nicht! Den Erzählungen nach zu urteilen waren sie soooo dicke Mates, aber der gute Mann erkannte sie nicht, oder wie Robby und ich vermuteten, wollte sie nicht erkennen. ;-) So beschränkten wir uns auf die Bestellung, mit einem Mekong Whisky vorneweg zur Desinfizierung, und mussten feststellen, das der Laden nicht das hielt was die Jungs versprochen hatten. Wir waren das erste und letzte Mal dort.

Für die nächsten zwei Tage hatten wir uns einen Geländewagen gemietet um ein wenig über die Insel zu fahren und uns ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Da Bernhard einen bei einem großen Autohersteller arbeitet wollte und durfte er den Wagen fahren. Aufgrund seines recht forschen Fahrstils, ließ ich mich in Anspielung darauf zu folgender Aussage hinreißen:"...Dann überspannt man den Bogen und hinterher ist das Gejammer groß." Dies musste ich mir dann, wie man sich vorstellen kann, noch das ein oder andere Mal wieder anhören... ;-) Eigentlich gibt es nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten, aber man kann sich einen ganzen Tag beschäftigen ohne sich zu langweilen. Wir sind Richtung Norden gefahren um einen der bekanntesten Orte der Insel zu sehen. Es ist der Wat Prah Yai & Big Buddha. Dies ist eine Tempelanlage an der Nordspitze der Insel und wahrscheinlich die bekannteste Touristen Attraktion. Kurz noch eine kleine Begebenheit vorneweg: In Thailand wird rechts gelenkt und links gefahren. Um zum Tempel zu kommen muss man über einen Damm fahren, da der Tempel auf einer kleinen Insel vor der Küste liegt. Bernhard lenkte und irgendwie hatte er das wohl kurzzeitig vergessen und zog rechts rüber als ein Mopedfahrer am Auto vorbeiziehen wollte und fast (wie im Film) ins Wasser fuhr. Nach einem kurzen Schreck und der Sicherheit das nix passiert war, mussten wir ziemlich lachen bei der Vorstellung das er wirklich ins Wasser gefahren wäre.

Auf dem Weg zum Big Buddha

Weiter ging es in den Süden der Insel zu den bekannten Namunag Wasserfällen. Man fährt von der Hauptstrasse, die die Insel umrundet, ab und fährt auf einem Feldweg zur Elefanten Trekking Station, wo man dann den Wagen stehen lassen muss. Die letzten Meter geht es dann zu Fuß zu den Fällen. Aufgrund der Hitze waren wir froh, das wir wir an die Badehosen gedacht hatten und geradeweg ins Wasser springen konnten.

Namunag Wasserfälle

Ganz in der Nähe befindet sich der Secret Buddha Garden. Dies ist wirklich ein wunderbarer Ort, den ich nur weiterempfehlen kann. Inmitten des Dschungels liegt, entlang eins kleinen Bachs, ein Garten mit kleinen Treppchen, vielen Statuen von Temepltänzerinnen und kleinen Schreinen. Der Weg dorthin ist etwas beschwerlich und man sollte schon einen Allradauto haben, denn man fährt über einen unbefestigten Pfad im Gebirge und es gibt, außer ein paar Bauern, die einem mal entgegenkommen, gar nix. Dafür kommt man an Plantagen der Durian Frucht (auch als Stinkfurcht bekannt) vorbei und überall am Wegrand liegen die geernteten Früchte rum. Wir haben uns auch gleich mal eine mitgenommen um zu sehen ob die wirklich so stinkt. Nachdem Onkel sie bei uns im Zimmer versteckt hatte, kann ich sagen, das sie wirklich stinkt!



Der Secret Buddha Garden

Unsere Runde führte uns südlich von Lamai. Dort gibt es zwei seltsam geformte Felsen: Hin Ta und Hin Yai. Schaut mal was für Bilder ihr dazu findet. Dort entdeckten wir auch unser Restaurant für den Abend, das hielt was es versprach.

Hin Ta und Hin Yai

Wieder im Hotel ging es an den Strand um noch etwas Sonne zu tanken. Im Hintergrund konnte man immer Lautsprecher hören die Werbung für "World Famous Thai Boxing at Samui Stadium" machten... Rrrrrattttatttaaadeng...
Außerdem mussten wir noch eine Sache erledigen, nämlich unsere Überfahrt nach Koh Tao. Dies war schnell erledigt, da wir dazu nur vor das Resort gehen mussten. Am Abend ging es, wie gesagt nach Lamai und zum Abschluss wollten wir nochmal richtig feiern. Dazu sind wir dann nach Chaweng rein und fanden das Green Mango, das einen lustigen Eindruck machte. Dort haben wir dann die ganze Nacht gefeiert und irgendwie wollten wir gar nicht gehen weil wir so einen Spaß hatten. Japan wollte erobert werden, war aber später zu voll um Spaß zu haben und trotz der kleinen Niederlage war es auch sonst ein sehr gelungener Abend. Wir waren früh morgens im Hotel und haben noch am Strand alles ausklingen lassen. Fast wäre Robby noch im Meer verschwunden, weil er immer geradeaus ging, aber dann war es ihm doch alles zu nass... um 3 oder 4 waren wir im Bett und nach gefühlten 30 Min. Schlaf wurde ich von lautem klopfen wach. Ich dachte mir nur:"Klopf ruhig weiter, der Robby wird schon aufstehen" Nix da! Ich musste mich selbst rausquälen um zu öffnen. Es war der Fahrer der uns zum Boot bringen wollte. "Robby, der Fahrer ist da!" "Hmmmm... grunz... ". Ich war noch nicht richtig wach und nachdem der Fahrer die Situation erfasst hatte fragte er ob wir lieber am kommenden Tag fahren wollten. Das war eine super Idee! So war dies schnell und unbürokratisch geklärt und ich konnte endlich weiterschlafen.

Nachdem wir aus dem Koma erwacht waren, erzählte ich den Jungs das wir auf den kommenden Tag umgebucht seien. Onkel und Bernhard hatte der Fahrer wohl zuerst angerufen, aber Bernhard erzählte das Onkel abgehoben hatte, "Koh Tao??? Ja, ja..." geantwortet und aufgelegt hätte... Wieder riesen Stimmung und den Tag am Strand abgehangen.

Am folgenden Tag allerdings ging es wirklich los und wir stachen Richtung Koh Tao in See. Es war der erste Tag an dem es regnete und windig war. Ich muß wohl nicht erwähnen, das die See eher ungemütlich war und wir mit unserem Speedboat hin und herschaukelten. Auf dem Weg nach K.T. macht man zunächst an Koh Phangan Halt. Bis wir in Koh Tao ankamen waren gute 2 Std. vergangen und es regnete sich richtig schön ein. Vom Vorjahr wussten die Jungs noch das die Tauchschule direkt über den Räumen der Basis drei Zimmer hat, die sie vermietet. Dies hat zwei Vorteile: Man hat einen extrem kurzen Weg am Morgen und außerdem waren die Zimmer recht günstig. Deswegen hatten wir im Vorfeld schon die Zimmer gebucht damit auch alles klappt. Einen weiteren Vorteil erkannten wir nach der Ankunft, denn die TS ist nur etwa 100m vom Steg entfernt an dem wir ankamen. So mußten wir nur kurz durch den Regen. Der Check-In war schnell erledigt, die Aufteilung der Zimmer auch und so konnten wir bald runter gehen und die Formalitäten fürs Tauchen erledigen. Getaucht sind wir bei Planet Scuba. Es ist dort eine der größeren Basen, aber doch gut organisiert. Wir bekamen die Ausrüstung zugeteilt, uns wurde der Ablauf eines Tauchtages erklärt und später konnten wir noch den Checkdive machen.

Unser Strand und das Safety Stop

Planet Scuba

Am nächsten Tag ging es schon los mit dem eigentlichen Tauchurlaub. Zuerstging es an den Spot "Lighthouse", der auf der Ostseite der Insel liegt. Es ist ein recht einfacher Spot, der aber für den Einstieg vollkommend ausreichend ist. Für den zweiten TG blieben wir gleich in der Nähe und machten ihn bei "Hin Wong Bay". Beide Plätze zeichnen sich durch schönen Korallenbewuchs und vielen Rifffischen aus. Die Küste von Koh Tao ist sehr auffällig, da sie aus unheimlich vielen Korallenblöcken besteht, ein Umstand der sich auch unterwasser fortsetzt. Besonders an den Spots der Nord- und Ostküste findet man viele kleine Höhlen und Durchbrüche, die diesen Orten eine sehr interessante Topografie verleihen.

Koh Taos Küste

Die Tauchschule liegt am Anfang des Mae Haad Strands, der mit dem angrenzenden Sairee Beach das touristische Zentrum der Insel bilden. Dort liegen die ganzen Resorts, die, zur damaligen Zeit zumindest, weder sonderlich groß noch sonderlich exklusiv waren. Die Insel wird bevorzugt von Tauchern und Backpackern frequentiert. Dementsprechend entspannt ist die Stimmung dort. Man findet am Strand viele kleine Bars und abends ist immer irgendwo etwas los. Der Rest der Insel ist vom Tourismus kaum erschlossen gewesen. Lediglich an der Südseite der Insel, am Chalok Bay, gibt es noch einige Unterkünfte. Ansonsten gibt es nur ganz wenige, einsame Resorts, die aber eher etwas beschwerlich zu erreichen sind.

Mae Haad Strand

Abends feiern zu gehen hat den Nachteil, das man morgens nur schwer aus den Federn kommt. Gut wenn man dann nur 1 Min. zur Basis hat, denn jede Minute zählt wenn es ums schlafen geht. Aber keine Angst, wir waren eigentlich nicht oft feiern. Schließlich ist das Tauchen eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die volle Konzentration erfordert. Zum Glück hatten wir aber am Vorabend des dritten Tages auf K.T. nicht gefeiert. Demnach kamen wir auch relativ gut raus und konnten zügig runter an die Basis und waren schon bald auf dem Wasser. Jener Tag sollte in einer der anfänglich erwähnten Bewährungsproben enden, aber dazu später mehr. Diesmal ging es gleich an einen anspruchsvollen Spot, Chumphon Pinnacle, der etwas weiter draußen liegt und Großfisch verspricht. Dort angekommen war erstmal nur eines groß, nämlich die Menge an Tauchern die schon dort waren. Bestimmt ein halbes Dutzend Boote lagen vor Anker und ihr könnt euch schon denken wie es UW abging. Voll wie in Indien war's! Erstmals konnten wir auch japanische Taucher live erleben und ich muß sagen, das diese Begegnung uns auf Dauer geprägt hat. Da wird halt überall mal festgehalten oder mit Metallstangen in den Korallen rumgestochert... Aber eins nach dem anderen. Wir sind ins Wasser gehüpft und abgestiegen. Onkel hatte Probleme mit dem Druckausgleich und stieg nochmal höher. Es half aber alles nichts, denn es wurde nicht wirklich besser, weswegen er aufstieg und aufs Boot ging. Damals waren wir absolute Anfänger und wie jeder Taucher weiss, muß in solch einer Situation der Buddy mit raus, der Sicherheit wegen. Allerdings war unsere Divemasterin damals etwas überfordert. Sie erkundigte sich zwar bei Onkel ob der Aufstieg allein möglich sei, aber trotzdem muß der Buddy mit.

Green Rock

So sind wir also zu dritt weitergetaucht mit Mel, unserer Divemasterin vorneweg. Abgesehen von den vielen Tauchern ist es aber wirklich ein schöner Platz. Wir bekamen einen Grauen Riffhai und einen Thunfisch, u.a. zu sehen. Später waren wir an Green Rock vor Koh Nang Yuan, wo sich das gleiche Schauspiel beim Abstieg wiederholte. Onkel hatte wieder Probleme, entschied sich aber diesmal mit runter zu gehen. Schlechte Entscheidung! Beim Aufstieg bekam er unheimliche Ohrenschmerzen und das Ende vom Lied war, das er den Rest des Tages außer Gefecht gesetzt war und sich mit Ohrentropfen aus dem Shop aufzupeppeln versuchte. Am nächsten Tag war es nicht besser, sondern ganz im Gegenteil, eher schlechter. Bernhard meinte sie hätten kaum geschlafen und Onkel hätte starke Schmerzen. Deswegen überlegten wir was wir tun könnten und ob wir das Tauchen an diesem Tag bleiben lassen sollten. Bernhard wehrte ab und meinte er könne sich schon um ihn kümmern. So gingen Robby und ich tauchen und Bernhard passte auf Onkel auf.

Unsere Divemasterin Mel war Schweizerin und jünger als wir. Sie war, soweit ich mich erinnern kann, auf einer Reise durch Thailand dort hängen geblieben und machte den Divemaster dort um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Da wir, trotz unserer Unerfahrenheit, recht ordentliche Taucher waren und sind, hatte sie eigentlich keine Probleme mit uns, aber in einigen Situationen konnte man merken, das sie etwas überfordert war. Dennoch war sie nett und wir kamen ganz gut mit ihr aus.

Ausfahrt mit Mel

Onkel ging es nicht besser und es bewegte sich zwischen Delirium (von den ganzen Schmerzmitteln) und schmerzverzerrtem Dahindämmern. An Tauchen war für ihn nicht zu denken und wir hatten ausgemacht, das jeder einmal mit ihm im Zimmer blieb damit die anderen beiden tauchen konnten. Da wir morgens wie mittags je 2 TG machten, war es auch nicht tragisch, da man morgens aussetzen und mittags wieder tauchen konnte. Es war wichtig das er jemanden hatte, der mit ihm zur Krankenschwester gehen (es gab damals noch keinen Arzt vor Ort) und andere Dinge erledigen konnte. Robby machte in dieser Zeit seinen AOWD um das gleiche Level zu erreichen, das wir drei schon hatten.

Wieder ein TG für den AOWD

An Plätzen wie Twin Peak und Japanese Gardens hatten wir, neben Begegnungen mit großen Kofferfischen, Barrakudas und den zutraulichen Fledermausfischen, die Gelegenheit durch kleine Höhlen und Steinformationen zu tauchen. Die Plätze sind relativ einfach zu betauchen und auch nicht sonderlich tief. Dafür habe ich es trotzdem geschafft meine Unterwasserkamera zu verlieren. Es war eine Einwegkamera und deswegen auch nicht austariert. In einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit entglitt sie mir und stieg auf. Ich bin noch zwei, drei Meter hinterher aber da fing schon mein Computer an zu piepen, weswegen ich davon abließ.

Koh Nang Yuan (mitte und rechts)

Etwa zwei oder drei Tage nach Onkels Ausfall (er konnte noch immer nicht tauchen) ereilte Bernhard das gleiche Schicksal. Er machte allerdings nicht den Fehler es nochmal zu forcieren, sondern nach dem Aufstieg hörte er gleich damit auf. Dies hatte zur Folge das unsere beiden Patienten sich gegenseitig versorgen konnten und da es Onkel schon besser ging und es bei Bernhard nicht so schlimm war, konnten beide zumindest an Land ein bischen was unternehmen. Sie mieteten sich Mopeds und düsten über die Insel. Dabei waren sie an Orten die nur von ganz wenigen anderen Menschen besucht wurden. Für Robby und mich hieß das, daß wir fortan nur noch zu zweit tauchen konnten und das taten wir auch. Jeden Tag hüpften wir bis zu 4 mal ins Wasser und ich konnte Robby bei seinen TG für den AOWD begleiten. Dabei erinnere ich mich noch an einen TG, ich glaube es war Robbys Tieftauchgang, das ich mit Anenmonenfischen gespielt hatte. Naja, ich empfand es als Spiel, die Anemonenfische fanden es wohl nicht so lustig und so musste ich mein Lehrgeld zahlen indem ich gebissen wurde. Der kleine Racker schoss nach vorne und so schnell wie er mich gebissen hatte, war er auch schon in der Anemone verschwunden...

Die Mopedgang

Da unsere Patienten die Insel zwischenzeitlich gut erkundet hatten, wussten sie auch wo abends mal was ging. So waren wir eines Abends in einer Strandbar am Mae Haad Strand. Dieser Ort war wunderbar! Die Bar lag unter schattenspendenen Tamarindenbäumen, irgendwo in der Nähe der horizontalen Palme. Die ist ganz bekannt, und liegt irgendwo in der Mitte zwischen Mae Haad und Sairee. Dort gibt es diverse Bars und Pubs und eigentlich hat man jeden Tag die Möglichkeit dort wegzugehen. Als Beispiele kann ich die Fizz Beach Lounge, Lotus Beach Bar und Maya Bar nennen. Hier gibt es eine Übersicht der angesagtesten Bars dort. Jedenfalls machten die bunten Lichter in den Bäumen, der Strand und das Rauschen des Wassers es zu einem traumhaften Erlebnis dort zu feiern. Die Musik tat ihr übriges und so wurde es am nächsten Morgen wieder schwer aufzustehen, vor allem für Robby und mich.


Mae Haad und Sairee Beach

Dafür bekamen wir tolle weiterhin tolle Tauchplätze zu sehen. Wir waren an Hin Wong Pinnacle und White Rock wo wir Muränen, Kaiserfische, Zackis jeder Couleur und viele Schnecken gesehen haben. Ja, Schnecken... Ich meine mich entsinnen zu können, das ich nirgendwo soviele verschiedene Schneckenarten gesehen habe. Eine tolle Vielfalt an diesen bunten und bizarren Lebewesen. Unser unvergesslichster TG allerdings war an Laem Thian. Es war Mel´s Geburtstag und es sollte an einen schönen Spot gehen. Als Überraschung war eine schwedische UW-Filmerin dabei, (die wir Jahre später in der Andamanensee wiedertrafen s. Thailand 2004) die für sie (und alle anderen Interessierten) einen Film machen wollte. Es ging also nach L.T. und wir bekamen erzählt, das es ein Spot ist der viele kleine Höhlen und Durchbrüche hat. Das hörte sich schon sehr gut an, doch wurden wir noch mit super Sicht beglückt. Diese Höhlen waren wirklich toll. Es ist, neben dem Reiz des unterschiedlichen Lichteinfalls auch eine Herausforderung an die eigene Tarierfähigkeit dort durchzuschwimmen. Wir bekamen wieder Schnecken, Zackis, Blaupunktrochen und Igelfische zu sehen. Ein unvergesslicher TG, den wir natürlich in bewegten Bildern haben mussten.

Den Jungs ging es unterschiedlich gut. Mal fühlten sie sich als könnten sie wieder tauchen gehen, dann lief es wieder schlechter. Dies erlebten wir als wir eines Abends in die White Bar am südlichen Ende des Hauptortes gingen um zu Abend zu essen. Die Bar war eigentlich mehr ein kleines Resaurant mit Loungecharakter. Leider gibt es sie, meines Wissens, nicht mehr. Man saß am Strand auf Strohmatten. Das Licht kam von Kerzen und Windlichtern und das Meer rauschte leise dazu. Dort probierten wir erstmals das Musaman Curry, das so unvegesslich schmeckte, das wir uns noch heute daran erinnern können. Als Gäste hatten wir ein paar Hundewelpen, die immer mal vorbeikamen um sich etwas abzustauben oder einfach nur kraulen zu lassen. Anschließend wollten wir noch weg gehen, allerdings verschlechterte sich Onkels Zustand mal wieder, so das wir nichts mehr unternahmen. Allerdings wollten wir noch besprechen was wir die letzten drei Tage des Urlaubs machen wollten. Ursprünglich wollten wir noch auf die kleine Nachbarinsel Koh Nang Yuan in das dortige Resort. Onkel aber wollte nach Samui wo er endlich mal zu einem Arzt gehen konnte. Dies war natürlich ein berechtigtes Argument und so kamen wir auf die Idee ganz gediegen abzusteigen. Dies war unsere Aufgabe am nächsten Tag. Weiter hatten wir vor zur Full Moon Party nach Koh Phangan zu fahren. Dies stand an einem der kommenden Abende an und wir hatten auch schon die Tickets für die Überfahrt. Diese bekommt man auf den Inseln überall wo man auch andere Bootsfahrten buchen kann, da es ein richtiger Industriezweig ist. Von überall kommen Partygäste, Backpacker und Technojunkies um bei Vollmond am Strand von Haad Rin auf Koh Phangan eine Nacht durchzufeiern. Diese Parties finden einmal im Monat zu Vollmond statt und es kommen mehrere Tausend Menschen zusammen um dies zu zelebrieren. Am Abend als es soweit war musste Onkel aber passen, da er sich nicht gut fühlte. Er hatte den ganzen Tag gehofft, aber es sollte nicht sein. Er meinte zwar noch das wir anderen fahren sollten, aber das kam natürlich nicht in Frage. So liessen wir die Tickets verfallen und bleiben gemeinsam auf K.T.

Der letzte Tag auf K.T. war davon geprägt alles zu bezahlen und eine Bude auf Samui zu organisiern. In einer der Tourismusbroschüren, die man im Flieger bekommt, waren einige Hotels aufgelistet, die wir anrufen wollten. Wir schauten aber erstmal nach den Preisen im Net und machten uns eine Liste der Hotels die wir anrufen wollten. Ich weiß es noch wie heute als ich einen unserer Top drei anrief. Ich fragte nach einem Bungalow für zwei Nächte für uns vier. Die Dame am Telefon sagte mir das es Zimmer gäbe und diese 700 USD kosten. Nachdem ich mich nochmal vergewissert und es den Jungs mitgeteilt hatte wollte ich schon auflegen als ich noch die Worte "Special Offer" vernahm. Was das denn für eine Offer sei, wollte ich wissen. "Wir können ihnen den Bungalow für die Hälfte anbieten." Wir rechneten kurz nach; weniger als 100 Usd pro Nase und Nacht und das noch bei einem günstigen Umrechnungskurs. GEBONGT! "Das machen wir." So buchten wir dann unser Two Bedroom Cliff Villa im Le Meridien Baan Taling Ngam. Fahrservice war inklusive und so mussten wir uns um nichts kümmern.

Im Garten des Le Meridien

Die Überfahrt konnten wir diesmal mit einer recht großen Fähre machen, wofür unsere beiden Patienten, die inzwischen dazu übergegangen waren die bunten Pillen, die sie verschrieben bekommen hatten, auszutauschen, weil sie unterschiedlich dröhnten, nur recht. Bei sonnigem Wetter kamen wir in Samui an und sahen am Strand zwei Fahrzeuge. Einmal einen LKW mit grosser Ladefläche und etwas entfernt einen schwarzen Mercedes Sprinter mit getönten Scheiben und einem Herrn in Anzug davor. Wir wussten da natürlich schon mit welchem KfZ wir transportiert werden sollten und liessen uns Zeit beim Aussteigen. Es war ein Bild für die Götter. Fast jeder, der vor uns ausstieg, ging erstmal zum Mercedes um dann zum LKW dirigiert zu werden. Als wir hinkamen wurden wir nett begrüßt und nachdem wir unsere Namen genannt hatten, wurden uns erstmal kühle Baumwolltücher gereicht. Nachdem wir beim beladen geholfen hatten, ging es dann los in den SW der Insel.

Baan Taling Ngam liegt total abgelegen. Im Prinzip gibt es nur das Resort dort und ansonsten nur den kleinen Ort. Das Resort, welches heutzutage nicht mehr zur Le Meridien bzw. Starwood Gruppe gehört, liegt inmitten tropischer Vegetation und ist sehr weitläufig angelegt. Die Lobby ist im Thaistil erbaut und nach allen Seiten offen am Hang gelegen und man hat eine tolle Sicht aufs Meer. Nach einem Begrüßungscocktail erledigten wir unser Check-In und wurden anschließend auf Elektrocarts zum Haus (anders kann man es nicht nennen) gefahren. Unsere Villa hatte 240m² Fläche, zwei Schlafzimmer und ein riesiges Wohnzimmer. Lediglich den Pool mussten wir uns mit drei anderen Villen teilen. Da diese aber nicht belegt zu sein schienen, hatten wir ihn für uns allein. Als wir dort waren, gab es kaum Gäste (was wohl auch der Grund für die Special Offer war). Wir genossen unsere Zeit dort in vollen Zügen und waren lediglich einmal in Chaweng (und die Jungs beim Arzt) zum Abendessen. Das letzte Dinner hatten wir im Hotel und ließen uns auch nicht lumpen. Es war wie im Traum. Zum Abschluß war das nochmal die Krönung und ein würdiger Abschluß einer (fast) perfekten Reise.




Ein paar Eindrücke vom Le Meridien

Ja, wie eingangs erwähnt, sollte diese Reise eine Bewährungsprobe werden. Es kannten sich nicht alle gut und die Umstände waren nicht immer einfach. Was wir damals natürlich nicht ahnen konnten war, das alles was passiert ist uns doch stark zusammengeschweisst hat und wir solche Touren dann jedes Jahr gemacht haben. Wer weiss wohin es uns noch alles verschlagen wird. Jedenfalls ist dadurch eine wirklich schöne, kleine Tradition entstanden und dafür danke ich euch, Jungs!

Sonnenuntergang bei Baan Taling Ngam

Meine Top 5:

1. Laem Thian
2. Chumporn Pinnacle
3. Hin Wong Pinnacle
4. White Rock
5. Green Rock

Sonntag, 14. Dezember 2008

Reisebericht Indonesien 2003 - Bali

Indonesien 2003 - Bali
Tauchbericht unserer zweiten Tauchreise

Wir suchten in jenem Jahr ein passendes Reiseziel für unserern Tauchurlaub im Mai und kamen relativ schnell auf Bali, da zu dieser Zeit die Trockenzeit beginnt. Unser Wunsch ist ja immer das Tauchen mit Kultur zu verbinden und so fiel die Entscheidung nicht so schwer. Naja, nicht so schwer ist relativ, denn wenige Monate zuvor fand in Kuta, dem touristischen Zentrum der Insel, ein Bombenattentat statt, was dem Tourismus sehr abträglich war. So stellte sich uns die Frage ob wir den Vorteil der gesunkenen Preise dort nutzen oder aus Sicherheitsgründen eine andere Wahl treffen sollten. Ein anderer Risikofaktor war die kürzlich ausgebrochene Vogelgrippe, die in Südost-Asien grassierte. Dies war am Ende eigentlich der größere Diskussionspunkt als der Anschlag. Wir entschieden uns für Bali und sollten es nicht bereuen. Dieses Mal waren wir nur zu dritt gewesen, denn Bernhard konnte nicht mitfliegen.

Bali ist eine von über 17.000 Inseln, die den Staat Indonesien bilden. Das Ziel ist die westlichste der kleinen Sunda Inseln und liegt zwischen Java und Lombok. Getrennt wird Bali von Lombok durch die Wallace Linie, auf die ich bereits im Bericht über Lombok eingegangen war. Nur kurz an dieser Stelle: Die Wallace Linie stellt eine biogeografische Trennung zwischen Asien und Australien dar.
Eine Besonderheit von Bali ist, das der große Teil der Bevölkerung Hindus sind, während im Rest des Landes annähernd 90% dem Islam angehören.

Die Tauchreise begann gleich mit einem Schreck. Wir standen beim Check-In am Flughafen und waren schon mit dem Aufladen der Taschen aufs Laufband beschäftigt nachdem wir die Reiseunterlagen vorgelegt hatten. Da fragte die Dame am Schalter wer denn der Roberto sei. Er meldete sich und ihm wurde eröffnet, das er mit seinem Reisepass nicht in Indonesien einreisen könne. Auf die Frage was der Grund sei, wurde ihm gesagt, das der Pass noch mind. 6 Monate gültig sein müsse um einzureisen. Sein Pass war noch etwa 5 Monate und 2 Wochen gültig. Doch alles zureden half nicht. Die Dame sagte ihm, das er zwar mitfliegen könne, er aber keine Einreiseerlaubnis bekäme, was aufs gleiche hinauslief. Nachdem das klar war, galt es Schadensbegrenzung zu betreiben. Was also konnten wir tun? Es gibt am Frankfurter Flughafen eine Passstelle, die kurzfristig einen Reservepass ausstellen kann, doch bedarf es etwas Glück das da mal jemand da ist, denn sowas wie Robby, passiert wohl häufiger als man denkt. Jedenfalls war der Mitarbeiter nicht da denn ausgestellt werden die Pässe nicht am Flughafen, sondern in Frankfurt, und so rief Robby bei sich daheim an ob jemand beim Einwohnermeldeamt vorbeischauen und versuchen könnte schnell einen neuen Pass zu erstellen. Die Stimmung war nicht wirklich toll und alle paar Minuten telefonierte er um sich den Stand der Dinge mitteilen zu lassen. Wenn man in einem kleinen Ort wohnt, kennt man sich halt. So war es auch bei Robbys Opa und der Dame im EWMA. Es ging erstaunlich schnell und unbürokratisch. Nun musste der Reisepass nur noch rechtzeitig zum Flughafen kommen. In der zwischenzeit mussten Onkel und ich schon durch in den Abflugbereich, denn die Zeit lief uns davon. Eigentlich hatten wir schon damit gerechnet Robby erst am nächsten Tag zu sehen, aber groß war die Freude als er ans Gate gestürmt kam.

Wir flogen über Singapur und hatten dort ein paar Std. Aufenthalt. Morgens um etwa 6h auf der Terrasse des Flughafens eine Kippe zu rauchen und schon etwa 30 Grad zu haben ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Außerdem war im Hinterkopf immernoch die Vogelgrippe ein Thema, da wir doch einige Menschen mit Gesichtsmasken sahen.

Der Flug nach Bali dauert von Singapur noch etwa vier Std. Wir kamen am Vormittag an und nahmen uns ein Taxi zum Hotel. Dabei kamen wir auch an der Bar vorbei, die wenige Monate zuvor Schauplatz eines der schlimmsten Attentate des Landes gewesen worden war. Unsere erste Bleibe was das Legian Beach Hotel gewesen, welches direkt am Strand von Legian/Kuta liegt. Die meisten Hotels dieser Ortsteile liegen an der Westküste des südlichen Zipfels von Bali. Wie wir es schon von Thailand kannten, waren auch hier die einzelnen Zimmer auf freistehende Bungalows im weiträumigen Garten verteilt. Das Zimmer war geräumig und sauber und somit konnten wir schon zügig an den Pool, bzw. an den Strand, der direkt an das Hotelgelände grenzte, gehen. Dort angekommen bekamen wir schonmal einen Vorgeschmack was es heißt wenn keine Touristen ins Land kommen. Wie überall gibt es an Balis Stränden irgendwelche Leute die den Badegästen irgendwas andrehen wollen. Dabei sind sie unheimlich freundlich und liebenswert, aber wenn man der einzige am Strand ist, wird man bald zum Zielobjekt für alle Verkäufer. Etwas Obst hatten wir gern genommen, und auch die Massage am Strand war noch ok, aber als es an irgendwelche Schnitzereien ging, verließen wir den Strand und kühlten uns im Pool ab. Die Poolanlage war sehr schön in den Garten integriert und die umherstehenden Palmen und Sträucher spendeten Schatten in den wir uns gern flüchteten.



Unser Pool im Legian

Die Planung der kommenden zwei Wochen sah so aus, das wir drei Tage in Legian blieben, dann für eine Woche nach Tulamben zum Tauch Terminal zögen und zum Abschluss unserer Tauchreise noch einmal richtigen Luxus genießen würden. Die ersten Tage aber sollten nicht nur von Faullenzen geprägt sein, sondern wir wollten auch mal die vielgepriesene Kultur und Kunst der Insel kennenlernen. Einen Fahrer zu organisieren geht recht schnell. Man braucht nur vor das Hotel und wird schon von vielen Leuten angesprochen ob man nicht einen Reiseführer braucht. Manchmal kann man auch gleich den Taxifahrer ansprechen oder im Hotel kennt jemand einen, der die Gäste über die Insel fährt. So war es auch bei uns. Ein Kellner im Restaurant vermittelte uns seinen Bruder oder Schwager für die Rundfahrt. Diesen trafen wir dann auch um kurz die Route für den kommenden Tag zu besprechen.

Die erste Nacht war geprägt von strenger Kälte, die Pinguinen zur Ehre gereicht hätte. Onkel hatte clevererweise die Klimaanlage auf 16°C gestellt was den armen Robby, der direkt darunter lag, schlottern ließ vor Kälte. Onkel war es auch zu kalt um aufzustehen und so hoffte jeder, das ein anderer aufstünde um das Gerät wärmer zu stellen. Von da an waren die Pinguine einer der Running Gags des Urlaubs.

Am dritten Tag, den ersten hatten wir wirklich nur gegammelt, führte unsere Tour uns in westlicher Richtung. Wir befanden uns auf dem Weg zum Pura Tanah Lot, dem Tempel im Meer, als wir in einen Stau gerieten. Die Straße war voll von Autos, Fussgängern und Fuhrwerken. Unser Reiseführer erkundigte sich kurz und erzählte uns dann, das in der Nähe eine Bestattung stattfand. Dann schlug er uns vor doch teilzunehmen und uns das alles mal anzuschauen. Nachdem er uns versichert hatte, das es kein Problem sei, fanden wir die Idee gar nicht schlecht. Es schien, das das ganze Dorf auf den Beinen gewesen sei. Es waren hunderte von Menschen die sich auf einem Feld versammelt hatten und in kleinen Gruppen umherstanden oder -saßen. Weiter vorne stand ein Gebilde, das aussah wie ein kleiner Tempel aus Gold und überall mit safranfarbigen Tüchern und Bändchen verziert. Ein Stück weiter stand eine Kuh aus Pappmaché. Erst später sahen wir das in diesem Tempelgebilde der Leichnam, eingewickelt in weißem Tuch, lag. Auf einmal kam Bewegung in die ganze Gesellschaft und wir sahen das das Gebilde mit dem Leichnam angehoben und ein Stück weggetragen wurde. Wenig später wurde der Leichnam verbrannt, wie es im Hinduismus üblich ist. Was mir auffiel war das ich keinen einzigen habe richtig trauern sehen. Man konnte, nicht wie im Christentum, nicht wirklich erkennen wer dem Verstorbenen nah stand und wer nur "Zaungast" war, wie wir.

Wir kamen dann mit etwas Verspätung am Tempel im Meer an, leider etwas spät, denn am besten kommt man früh morgens dorthin. Je nach Gezeitenstand kann man auch zum Tempel rübergehen. Allerdings dürfen nur Hindus den Tempel betreten, für alle anderen ist am Fuß des Tempels schluß. Bei Flut kommt man gar nicht zum Felsen, denn dieser ist dann vom Meer umtost. Bis man aber zum Tempel kommt, muß man erstmal an zig Buden voller Kitsch vorbei, die einem natürlich alles Mögliche verkaufen wollen. Wenn man dann aber den Tempel zu Gesicht bekommt ist das wirklich ein atemberaubender Anblick.

Weiter führte uns die Tour in den Norden zum Lake Bratan, an dem die bekannte Tempelanlage Pura Ulun Danu liegt.
Der See liegt in etwa 1200m Höhe und es ist dementsprechend deutlich kühler als im Tiefland der Insel. Das bekannteste Objekt in der weitläufigen Anlage ist der Elf-Tumpang-Meru (ein Tempelschrein mit elf übereinander liegenden Dächern) direkt am See Bratan. Der See liegt an einem Hang und ist meistens wolkenverhangen, was der ganzen Szenerie eine unglaubliche Ruhe verleiht. Im Garten sind natürlich die obligatorischen fliegenden Händler unterwegs. Einer hatte allerdings etwas ungewöhnliches im Angebot, nämlich einen Flughund bzw. Fledermaus von der Robby gleich total begeistert war. Ilse, wie er sie nannte, fühlte sich an seinem Arm auch gleich richtig wohl, doch wir mussten weiter und deswegen war die Romanze eher kurz.

Auf dem Rückweg sind wir durch den Ort Bedugul, der einen bekannten Markt hat. Diesen haben wir uns auch kurz angeschaut, bevor wir weiter sind. Das nächste Ziel war der Monkey Forest in der Nähe von Ubud. Vorher aber sind wir unterwegs noch eingekehrt um zu Mittag zu essen. Der Ausblick von der Terrasse des Restaurants war wunderbar. So weit das Auge reichte konnte man auf Reisterrassen blicken. Wir bestellten uns etwas leckeres Balinesisches und dazu noch Biers für die Jungs und einen Orangensaft für mich. Als die Getränke kamen, schauten die Jungs den Saft an und fragten mich ob ich ihn wirklich trinken wolle. Man muß wissen, das gerade die Jungs im Ausland immer mit nem Schnaps nach dem Essen "desinfizieren" und auch generell die Getränke ohne Eis bestellen usw. Auch ich will kein Eis im Getränk und habe es gleich entfernt. Aber den Saft wollte ich trinken, ja. "Der ist doch grün, dieser Saft" sagten die Jungs. Meine Reaktion war, das ich ihn trank und noch einen bestellte. Nach der Stärkung ging es weiter in südlicher Richtung zum besagten Monkey Forest.

Der Monkey Forest ist eigentlich eine Tempelanlage in einem Wald, der von einigen hundert Affen bewohnt wird. Diese possierlichen Tierchen sind nicht unbedingt das wonach sie ausschauen. In Wirklichkeit sind dies ganz schön gerissene Lebewesen, die jede Gelegenheit nutzen um Nahrung zu bekommen. Deswegen heißt es: Alles gut verstauen und verstecken, denn sie machen nicht einmal vor Sonnenbrillen oder anderen Wertgegenständen halt, da sie sehr zutraulich sind und auch nicht davor zurückschrecken auf den Menschen Platz zu nehmen. Die Tempelanlage selbst ist an einigen Stellen wunderbar vom Wald überwuchert und man kommt sich wirklich vor wie in einem verwunschenen Wald.

Wer mit dem Auto durch Bali fährt wird, neben den vielen Reisterrassen, vor allem zwei Dinge bemerken. Erstens es gibt an jeder Straßenecke, wenn nicht sogar in jedem Garten, einen kleinen Tempel oder Schrein in denen die Balinesen ihren Göttern huldigen. Als zweites ist zu beobachten, und das ist die logische Schlußfolgerung aus erster Beobachtung, das ständig irgendwelche "Ceremonys" stattfinden. Es ist nicht so das es ein paar feste Feiertage gibt, sondern irgendwie hat jeder Ort, ja jede Firma so ihre eigenen Festlichkeiten die sie oft abhalten. Man kann sich also vorstellen, das wenn man so einen Tag über Land reist, man sehr vielen Zeremonien beiwohnen kann.



Die berühmten Reisterrassen

Weiter ging es in östlicher Richtung zunächst in die westlichste Provinz Karangasem, zum Pura Goa Lawah, dem Fledermaustempel. Ja, dieser Tempel - eigentlich ist es eine Höhle mit ein paar Tempeln davor - ist ein weiteres Heiligtum und man bekommt auch Fledermäuse zu sehen. Um genau zu sein befinden sich diese in der Höhle, die nach vorne hin offen ist, tausende von Fledermäusen. Es stinkt erbärmlich und der Boden vor der Höhle sieht aus... Naja, lassen wir das. Dennoch sind dort viele Gläubige und verehren den Ort, zum einen dafür, das die Höhle am Pura Besakih, dem höchsten Heiligtum der Balinesischen Hindus, endet und somit die Verbindung zwischen den Gegenpolen Land und Meer bildet. Dazu sollte man wissen, das Pura Goa Lawah am Meer und der Pura Besakih im Landesinneren liegt. Ein anderer Grund für die Verehrung dieses Ortes liegt in der Historie, denn von dort ging der Aufstand gegen die Besatzungsmacht der Holländer Anfang des 20. Jahrhunderts aus.

Dies ist eine gute Überleitung, denn weiter ging es nach Klungkung, das einmal Königssitz war. Nachdem die Herrscherfamilie von Java im 16. Jahrhundert ihre Macht verlor, kam sie nach Bali und liess sich in Klungkung nieder. In den folgenden 300 Jahren blühte die Balinesische Kultur unter der Gelgel Dynastie auf und erlebte einen sagenhaften Aufschwung, bis sie von den Holländern unterworfen wurde. Noch heute ist in der Provinz Klungkung viel Handwerkskunst ansässig. Besonders Schnitzereien und die berühmten Kamasan Malereien werden von hier aus exportiert. Zurück zu Klungkung oder Semarapura, wie die Stadt heute offiziell heisst. Hauptsehenswürdigkeit ist der Taman Gili (Garten der Inselchen), der einst den Palast des Klungkung Königreichs beherbergte bis die Holländer ihn 1908 zerstörten. Aus damaliger Zeit ist nur noch die Gerichtshalle Kerta Gosa und der "schwimmende" Pavillon Bale Kembang übrig. Beide sind für ihre aufwendigen Wandfresken im Wayang Stil berühmt. Auf dem Gelände befindet sich noch ein Museum, das viele Artefakte aus der damaligen Zeit beherbergt.

Wir waren inzwischen schon ziemlich platt, aber einen hatte unser Fahrer noch für uns. Es ging nach Menguwi zum Pura Taman Ayun. Dies ist eine Tempelanlage auf einer Insel, die ihren Reiz dadurch erhält, das man das Gefühl hat die Anlage schwimme auf dem Wasser, was der Name auch übersetzt bedeutet. Es ist die zweitgrößte Tempelanlage der Insel und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im Hotel angekommen gingen wir bald essen. Wir suchten uns ein kleines, einladendes Restaurant in der Nähe und ließen uns das Diner schmecken. Hinterher saßen wir noch rum und redeten noch über Gott und die Welt. Später hatten wir, da an unserer nächsten Station nicht möglich, noch vor in einen Club zu gehen. Irgendwie fühlte ich mich nicht so richtig wohl und wollte mich nochmal ablegen bevor es losging. Also ließ ich die Jungs im Restaurant sitzen und machte mich heim. Dort angekommen fühlte ich mich nicht wirklich besser und als erstes hatte ich Durchfall. Daraufhin legte ich mich hin und schlief ein. Als die Jungs heimgepoltert kamen und zum Aufbruch bliesen fühlte ich mich nicht in der Lage noch auf den Putz zu hauen. Die Buben erinnerten mich an den grünen Orangensaft und redeten auf mich ein um mich zum mitkommen zu überreden, aber ich hatte nicht wirklich Lust und sagte das ich evtl. nachkäme. Irgendwann waren sie dann weg, wollten sich aber melden wenn es sich lohne hinzukommen. Na, es dauerte auch nicht wirklich lange bis es klingelte. Sie waren im Doublesix gelandet, was wohl einer der größten, wenn nicht der größte Club der Insel ist. Noch immer hatte ich keine Lust und fühlte mich auch nicht wirklich gut und ließ mich nicht überreden. So ging es, glaub ich, noch mind. zweimal bis ich doch weichgekocht war. Die Jungs waren total begeistert und sagte ich müsse hinkommen, es sei die Party des Jahres. Also quälte ich mich aus dem Bett und machte mich am Strand entlang auf den Weg zum 66. Ich war ein paar Minuten unterwegs als neben mir ein Moped hielt. Der Typ fragte mich wo ich herkäme und auf meine Antwort das ich aus Deutschland sei, erzählte er gleich von einem Freund der auch Deutscher sei usw. Wir unterhielten uns ganz nett und irgendwann wollte er wissen wo ich eigentlich hinwolle. Ich sagte ihm, das ich ins 66 unterwegs sei. Welch ein Zufall, er wollte auch dorthin und bot mir an mich mitzunehmen da es noch ein recht weiter Weg sei. Eigentlich bin ich nicht so einer, der auf einen Daumen hin irgendwohin mitgenommen werden will, aber bei ihm ließ ich mich überreden, vor allem auch weil er auch eher schmächtig war, für den Fall der Fälle, und ich wusste das es immer am Strand entlang ging falls er auf die Idee gekommen wäre irgendwo anders hin zu fahren. Während der Fahrt erzählte er noch munter weiter und legte seine Hand auf mein Bein. Ich machte ihm klar, das ich nicht an ihm interessiert sei, was er erst nicht glauben wollte, doch dann verstand er es und lieferte mich nur ab. Am Ende wollte er noch etwas Geld, das ich ihm dann auch gab, allerdings in Euro, worauf er mir Rupien zurückgab, die viel mehr wert waren als die paar Euro die ich ihm in die Hand gedrückt hatte.

Im Laden selbst angekommen muss ich sagen, das er schon was hermachte mit grossem Außenbereich, allerdings total leer war! Wo war die Party des Jahres? Innen war eine riesige Tanzfläche, die aber bestenfalls zu einem viertel gefüllt war. An der Bar eine Menschentraube und inmitten dieser, die beiden Osterhasen. Groß war die Feierei als sie mich erblickten, denn die ganzen Schwulen und Transen drumherum hatten sie ganz schön in Beschlag genommen. Zuerst war ich etwas sauer, aber später hatten wir noch schön Spaß, vor allem da wir das beste draus machten. Robby war einmal auf dem Klo und kam kopfschüttelnd zurück. Auf die Frage was passiert sei, erzählte er, das ihm einer am Pissoir zuerst auf sein Gemächt geschaut hatte, dann ging, und als Robby sich zum gehen umdrehte, schön seine Eier schaukelte und Robby angrinste...

Der nächste Morgen sollte uns nach Tualamben führen und mir ging es nicht besser, sondern ganz im Gegenteil. Ich verfluchte den grünen O-Saft und musste in immer kürzer werdenden Abständen aufs Klo nicht wissend wo das alles herkam, da ich auch nur noch relativ wenig essen konnte. Dies hielt uns aber nicht davon ab kurz beim Mc Donalds einzukehren um was zu essen. Die Fahrt führte uns vorbei an Reisterrassen und toller Landschaft, aber ich wollte eigentlich nur ankommen, da ich das Gefühl hatte mich zerreisst es innerlich. Nach gefühlten 10 Std. kamen wir nach ca. 3-4 Std. endlich an. Tulamben ist ein wirklich äußerst kleiner Ort mit nicht viel mehr als dem Tauch Terminal (von uns später auch Tautsch Terminal bzw. Geheimtuntentreff genannt (noch ein running gag)) und ein paar Hütten. Das besondere daran ist, das direkt vor dem kleinen Resort eine taucherische Attraktion Balis liegt, nämlich die USAT Liberty, ein 120m langes Wrack.



Der Ausblick aufs Wasser in Tulamben

Das Terminal wurde damals von einem Österreicher geleitet und der konnte zumindest so Dinge wie Zwieback usw. servieren, was für mich ein dankbares Essen war. Die Jungs machten sich schon bald daran die Taucherei anzugehen, doch für mich war nicht daran zu denken. Mit inzwischen max. 30 min. ohne Klo und dem unterschiedlich Druck unter Wasser, war für mich Bett hüten angesagt. Ich weiss gar nicht wie ich die erste Nacht überstanden habe, denn mir tat absolut alles weh, ich konnte nicht lange liegen und musste sehr oft auf Toilette. Ich bereute es zutiefstden grünen Organgesaft getrunken zu haben, aber es half nix, ich musste da durch. Die Angestellten kümmerten sich rührend um mich, als ich auch am kommenden Tag noch tauchuntauglich war. Aber es wurde besser und somit hatte ich die Hoffnung am drauffolgenden Tag loslegen zu können. So kam es dann auch. Am Vorabend konnte ich schon halbwegs feste Kost zu mir nehmen (ich erinnere mich noch wie heute an das Corden Bleu) und am nächsten Morgen wagte ich mich in den Anzug.



Morgenidylle vom Zimmer aus

Die Taucherei um Tulamben ist von einem offensichtlichen Merkmal begleitet. Der Sand ist vulkanischen Ursprungs und somit schwarz! Indonesien ist ohnehin das Land auf der Welt mit den meisten aktiven Vulkanen, wovon 3 auf Bali liegen und auch noch aktiv sind. Ansonsten findet man um Bali besonders Fische im Makro Bereich, wofür aber besser der Nordwesten der Insel um Menjangan, und dort speziell die Secret Bay, geeignet ist. Um Tulamben bekommt man aber einen guten Querschnitt von Balis Fischwelt zu Gesicht. Schnapper, Fledermausfische, Süßlippen usw. sind ständige Gäste vor der Küste. Ein zweifelhaftes Erlebnis sind aber die angefütterten Fische die ständig um einen herumkreisen. Auf der einen Seite toll sie wirklich nah bei sich zu erleben, auf der anderen Seite aber ein unnatürliches Verhalten. Gar nicht unnatürlich war das was wir während eines TG am Hausriff erlebt haben. Wir befanden uns mitten während des TG, den wir ohne Guide machen durften. Ich tauchte ein wenig vorneweg und konnte somit nicht genau sehen was hinter mir passierte. Die anderen beiden folgen mir in relativ dichtem Abstand. Auf einmal sah ich wie Onkel, wie vom Blitz getroffen an mir vorbeischwamm und hektische Bewegungen machte. Noch bevor ich reagieren und ihm zu Hilfe eilen konnte, entdeckte ich den Grund für diese Aktion. Es war weder ein geplatzter Schlauch noch sonst irgendein Notfall, sondern ein Schiffshalter, der ihm dicht folgte als wäre Onkel ein Weibchen. Onkel versteckte sich hinter mir, doch der Schiffshalter schwamm entspannt um mich herum um ihm wieder nah zu sein. Robby und ich hatten einen Riesenspaß und schauten vergnügt zu wie es Onkel mit Flossen und Händen schaffte den Fisch zu vertreiben, der, im Gegensatz zu Onkel, gar nicht genervt oder ausser Atem wirkte. Wir konnten den TG noch in Ruhe zu Ende führen und überlegten nach dem Aufstieg woran es gelegen haben könnte, das er nur auf Onkel scharf war. Unsere Lösung war der Bleigurt, den Onkel in einem sexy neonpink gewählt hatte. Wir hatten ansonsten eher dunkle Farben und somit nahmen wir an, das dies der Grund war. Den Gurt tauschte Onkel umgehend aus und hatte danach keine Probleme mehr.

Einer unserer großen Wünsche war einen Mola Mola oder Mondfisch zu sehen. Dieser seltene Zeitgenosse kommt in der Gegend zwischen Bali, Nusa Penida und Nusa Lembongan häufiger vor als sonstwo. Allerdings ist es auch dort ziemliches Glück einen zu treffen. Dummerweise waren wir genau ausserhalb der Mola Mola Saison auf Bali, die von Juni bis November geht. Also gut, jetzt wo ich dies schonmal vorweg genommen habe, will ich trotzdem von unseren TG vor Nusa Penida berichten. Am Vorabend sollten wir schonmal unser Zeug für zwei TG packen. Es stellte sich die Frage ob wir Longsuit oder Shortie nehmen sollten. Onkel war tendenziell eher für den langen Anzug, Robby und ich verhöhnten ihn als Memme, woraufhin er dann auch umschwenkte. Frühmorgens ging es los. Wir wurden zu einem Boot an der Südost-Küste gebracht von wo es dann in Richtung Nusa Penida ging. Nach etwa 1,5 Std. kamen wir an und machten uns fertig für den Sprung ins Wasser. Kurz nach dem Eintauchen schoß es mir durch den Kopf: Huiiiii, ist das kalt... So war es auch. Mit zunehmender Tiefe ging es von 26°C bis auf 22°C runter. Dennoch bekamen wir an "Toyapakeh" sehr schöne und gut erhaltene Korallen zu sehen. Dazu allerlei Fisch und etwas Strömung. Ein rundum gelungener TG und wir freuten uns schon auf den nächsten, der ein paar Meter weiter an "S.D." stattfinden sollte. Der war sogar noch besser, denn hier erlebten wir unseren ersten richtigen Strömungs-TG. Sobald wir im Wasser waren und etwas raus an die Riffkante geschwommen waren packte es uns und zog uns so, das wir dachten vor uns liefe ein Film ab. Atemberaubend! Zum Ende mussten wir wieder auf über das Riffdach, was sich als anstrengend erwies, wir aber dennoch ohne weiteres meisterten.



Auf der Fahrt nach Nusa Penida

Die Tage in Tulamben neigten sich dem Ende zu und es gab an einem der letzten Abende noch ein riesen BBQ open air. Das war natürlich die Attraktion und eine willkommene Abwechslung, obwohl die Küche selbst nie langweilig wurde. Alle Gäste waren da und doch gingen die meisten recht früh zu Bett. Außer uns war noch ein erfahrener Taucher aus Österreich da, der uns beim Skat ein ums andere mal alt aussehen liess. Er erzählte uns auch von seinem persönlichen Tauchfavoriten: Lembeh Strait, Kungkungan.



Beim BBQ

Unsere letzte Etappe führte uns nochmal ganz in den Süden zum entspannen. Nusa Dua war unser Ziel und wer Nusa Dua kennt, weiss, das dies eigentlich nicht wirklich Bali ist. Es ist wie ein Ghetto für all die reichen Touristen, ohne die typischen Läden und dem hektischen Gewusel. Statt dessen kommt man sich vor wie auf einem gigantischen Golfplatz mit akkurat getrimmten Rasenflächen, breiten Strassen mit kaum Verkehr und tollen Luxushotels. Unser Ziel war das Melia Sol, welches gebettet in einen fantastischen Garten direkt am Strand liegt. Unser neuester Running Gag war die Sprache der "außerirdischen Kohlköpfe" aus einem Louis de Funes Film nachzuahmen. Genau so sprechend sind wir an die Rezeption und haben uns scheckig gelacht. Zu dritt haben wir uns eine Duplex Suite gegönnt, die über zwei Stockwerke ging. Tolles Zimmer, das noch einen weiteren Vorteil hatte, nämlich, das diese Gäste einen Pool exklusiv benutzen dürfen. Somit war dieser schonmal kaum frequentiert und genau das richtige für uns gestresste Seelen. ;-)






Ein paar Eindrücke vom Melia

Wir liessen diese letzten drei Tage sehr entspannt angehen, wollten aber noch einmal feiern gehen. So entschieden wir uns an einem Abend auswärts essen zu gehen und landeten zufällig in einem Restaurant eines Deutschen. Nach dem Essen bot er sich sogar noch an uns nach Kuta zu fahren und ein paar gute Clubs und Bars zu zeigen. So geschah es auch, er fuhr uns netterweise in einen Laden. Dieser war gut und so blieben wir und mischten uns unters Volk. Es wurde spät und wir feierten gut. Als Robby und ich im Aufbruch begriffen waren sagte Onkel das er noch bleiben wolle. So machten wir es dann auch, er blieb und wir fuhren heim. Am nächsten Morgen wurde ich wach und hörte schon die Stimme von Robby von unten, der wissen wollte ob Onkel da sei. "Nö". Wir machten uns schon Sorgen und überlegten was wir machen könnten wenn er wirklich nicht auftauchte. Wir kamen nicht weit, denn da stolperte er schon ins Zimmer und wollte sich ablegen. Die Story erzählte er uns später noch; sie war lustig, aber was auf Bali war, bleibt auf Bali. Den örtlichen Fotoshop beauftragte ich mit der Entwicklung meiner Filme und zu meinem Schreck musste ich feststellen, das die Jungs mir meine Abzüge verhunzt hatten. Deswegen gibt es dieses Mal auch nur eine reduzierte Auswahl an Bildern, die ich mit der Digi gemacht hatte. Sorry dafür! Am vorletzten Abend, bevor wir unser traditionelles Abschlußdiner hatten, speisten wir noch ein letztes Mal auswärts. Es verschlug uns an ein Restaurant direkt am Strand. Die Tische standen direkt im Sand und wir konnten nochmal die warme Nacht genießen. Es spielte eine Band bekannte Hits und man muß doch ob der fremdsprachlichen Fähigkeiten dieser Balinesen staunen. Für fast jeden Gast hatten sie mind. ein Lied in deren Muttersprache parat. Neben Spanisch wurden uns Songs auch auf Russisch und Deutsch vorgetragen. Respekt!

Sampai bertemu lagi, Bali.

Die Rückreise führte uns wieder über Singapur und in der Zwischenzeit schien sich die Lage zugespitzt zu haben. Fakt war, das alle Gäste die ausstiegen an einem Thermoscanner vorbeigingen und sobald irgendwie Fieber festgestellt worden wäre, wäre man aussortiert worden. Bei uns war alles O.K. und so konnten wir uns auf unsere acht Std. Aufenthalt freuen, da wir dankend auf die Stadtrundfahrt verzichteten, angesichts der gesundheitlichen Risiken die uns drohten.

Teri-makasih, Bali


Top-Tauchplätze auf Bali:

1. S.D.
2. Liberty Wreck
3. Toyapakeh
4. -
5. -