Montag, 19. Dezember 2011

Nachhaltige Fischerei - MSC

Heute dreht sich mein kleiner Diskurs mal wieder um ein etwas ernsteres Thema, das gerade uns Taucher angeht.
Viel wird über bedrohte Fischbestände gesprochen. Gerade die Thunfische einiger Arten werden immer wieder als bedroht genannt. Die Populationen können sich kaum mehr erholen, da oftmals über einen Punkt hinaus gefischt wird, der eine Regeneration der Bestände zulässt. Stattdessen können sich die Bestände bestenfalls halten, gehen aber in vielen Fällen eher zurück.
Über Maßnahmen für eine nachhaltige Fischerei will ich mich hier heute nicht auslassen. Vielmehr möchte ich kurz beleuchten was jeder einzelne tun kann, und das auch ohne großen Aufwand.



Genauso wie es z.B. bei Eiern verschiedene Kategorien gibt, die Auskunft über die Haltung der Hühner gibt, gibt es auch bei Fischprodukten eine Kennzeichnungspflicht über die Herkunft der Fische. Der MSC (Marine Stewardship Council) ist eine Organisation, die dem Problem der Überfischung entgegentritt, indem sie mit Wissenschaftlern, Fischereiexperten und Umweltschutzorganisationen Konzepte entwickeln, wodurch die Fischereibetriebe ausgezeichnet werden, die sich der nachhaltigen Fischerei verschrieben haben.
Aus den gewonnen Erkenntnissen wurde für den Konsumenten ein Fischratgeber erstellt, den man sich bequem ins Portemonnaie legen kann. Darin sind die einzelnen Fischarten aufgeführt mit Fanggründen und die Klassifizierung in Ampelform.
Ich denke, das ist ein erster und einfacher Schritt für jeden, ein wenig darauf Einfluß zu nehmen ob unsere Kinder und Kindeskinder in Zukunft auch noch bestimmte Fischarten genießen können. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung für jeden von uns.
Den Fischratgeber gibt es übrigens auch als App für I-Phone und im Android Market.

Freitag, 9. Dezember 2011

Belize

Auf meiner unregelmäßig stattfindenden kleinen Päsentation von Traumzielen für Taucher möchte ich euch dieses mal mit in Richtung Südwesten nehmen. Unsere Reise führt uns nach Mittelamerika, ins ehemalige Mayareich Belize.


Größere Kartenansicht

Belize ist ein kleines Land zwischen Mexiko und Guatemala und bekannt für seine Mayapaläste/-tempel sowie die intakte Natur und den ernstgenommenen Artenschutz, der viele Naturliebhaber ins Land lockt. Immerhin sind etwa 50% der Fläche des Landes stehen unter Naturschutz. Aber ich will mich heute den Besonderheiten unterwasser widmen, und davon gibt es einige.
Die bekannteste dürfte wohl das Blue Hole sein. Dieses Loch, das einmal eine Höhle, deren Dach nach einer der letzten Eiszeiten eingestürzt ist. Heute ist es vor allem aus der Luft ein fantastischer Anblick. Mit 300m Durchmesser und insgesamt 125m Tiefe bietet es für erfahrene Taucher interessante Möglichkeiten, vor allem die Stalaktiten, im Cenotentrichter, wie auch die Bullenhaie, die dort vorkommen. Allerdings dürften auch viele Taucher dort anzutreffen sein.



Vor Belize erstreckt sich das zweitgrößte Barriereriff der Erde. Mit 280km Länge erstreckt es sich von Yucatan bis Honduras und bietet neben flacheren Atollen auch Walldives an der Außenseite des Riffs. Einer dieser Spots ist Long Caye Wall im Glovers Reef. Dorf fällt das Riff auf über 600m Tiefe ab und wenn man anfänglich durch Canyons und Schluchten taucht, kommt man zum Drop-off wo man fast alles sehen kann. Von diversen Haiarten über verschiedene Makrelenarten bis zu Mantas kann viel passieren.
Das Turneffe Atoll ist ein weiterer Ort mit tollen Tauchmöglichkeiten. Auf den ersten Blick fallen schonmal die von Mangroven umgebenen Inseln auf. Es gibt dort viele Spots unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen, was jeden Taucher ansprechen sollte. Die Korallen und Fauna wird durch mineralreiches Tiefenwasser reichlich genährt und zieht auch wieder größere Fische, Schildkröten und Rochen an.
Um den Aprilvollmond locken die laichenden Snapper auch Walhaie in die Gewässer Belizes, wodurch sich eine recht gute Wahrscheinlichkeit ergibt diese sanften Riesen zu beobachten.
Obwohl Belize ein Ganzjahresziel ist, sollte man beachten, dass im Spätsommer auch schonmal ein Hurrikan vorbeiziehen kann. Deswegen ist die Trockenzeit zwischen Dezember bis April am ehesten zu empfehlen, wobei auch da Unterschiede zwischen dem tropischen Süden und dem subtropischen Norden auftreten können.

Samstag, 26. November 2011

Raja Ampat - through the lens of...


Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und man fängt an sich Gedanken über mögliche Geschenke zu machen. Vielleicht kann ich heute eine kleine Anregung liefern.
Als ich das Buch erstmals sah, weckte natürlich das Covermotiv mein Interesse. Die Kalsteinfelsen von Wayag sind ein absoluter Hingucker und erinnerten mich an die 70 Islands in Palau. Jedoch empfand ich die Auflistung aller Fotografen auf dem Frontcover nicht so gelungen.
Dennoch schaute ich rein und habe einen absolut hochwertigen Bildband durchgeblättert, der für mich der erste Raja Ampat Bildband ist, der wirklich zu empfehlen ist.
Fotografen wie David Doubliet, Paul Munzinger oder Maurine Shimlock und Burt Jones sollten jedem UW-Fotografie Interessierten ein Begriff sein. Die Werke dieser Fotografen werden regelmäßig in eigenen Büchern und Magazinen wie National Geographic oder Unterwasser und Tauchen veröffentlicht.

hippocampus pontohi
©Dos Winkel

Da es sich bei diesem Archipel um die Wiege der Artenvielfalt handelt, werden auch immer wieder neue Arten entdeckt. In diesem Buch werden einige dieser Arten erstmals einem interessierten Publikum gezeigt. Neben wundervollen Bildern der seltenen und ungewöhnlichen Fische wird auch der Schönheit über Wasser Rechnung getragen und weckt das Fernweh.

Freitag, 11. November 2011

Underwater Festival 2011


Ende Oktober fand in Marseille wieder einmal der alljährliche Höhepunkt der Unterwasserfotografen und -filmer statt. Das "Festival Mondial de l'image sous-marine" wurde bereits zum 38. mal abgehalten und zieht noch immer die Créme de la créme an.
In diesem Jahr gingen die Preise an nicht ganz so bekannte Vertreter der Zunft, was aber auch den Reiz dieses Events ausmacht. Nicht wenige sind erst durch eine vordere Plazierung überhaupt groß rausgekommen.
Der Gewinner der Kurzfilme, Leonardo Sergiani, hat einen Beitrag geliefert, der mir persönlich am Herzen liegt, nämlich die Schönheit Palaus in wunderbaren Bildern festzuhalten:



Aber auch den Gewinner für das beste Bilderportfolio, Gabriele Donati, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Hier kann man einige seine Werke bewundern: Homepage

Den Preis für das beste Buch trug dieses Jahr Alberto Muro Pelliconi davon. Sein Werk "Swaying Dreams - World Seas Wonders and Emotions" ist ein Hommage an die Meere dieser Welt. In verschiedenen Kapiteln werden vom Mittelmeer bis zur Karibik, vom Great Barrier Reef über den Indischen und Pazifischen Ozean (fast) alles zu Papier gebracht was diese Meere zu bieten haben.

Mittwoch, 9. November 2011

Olympus

Heute möchte ich mal ein etwas anderes Thema aufgreifen, das aber auch einige Taucher betreffen dürfte.
Olympus ist, zumindest den Fotografen unter uns, ein Begriff. Bekannt für gute Kameras, vor allem im Einsteigersektor, mit einer durchaus ordentlichen Palette an Ausrüstung für den fotografierenden Taucher, ist das Unternehmen derzeit mit ganz anderen Themen in der Presse.
Seit einigen Wochen spielt sich ein Wirtschaftskrimi ab, wie ihn kaum ein Autor spannender schreiben könnte. Olympus hat seit 20 Jahren Bilanzen gefälscht um Verluste aus Wertpapiergeschäften aus den 90er Jahren zu verschleiern. Bei diversen Übernahmen wurden überhöhte Beraterhonorare, die etwa das dreissigfache der üblichen Sätze betrugen, ausgezahlt. Diese wurden auch teils in Aktien vollzogen und später teuer zurueckgekauft. Darauf wurden dann Abschreibungen vorgenommen um das Ganze als legale Geschäfte erscheinen zu lassen…
Als der neu ernannte Vorstandschef Woodward versuchte diese Ungereimtheiten aufzuklären und im Aufsichtsrat nach Antworten suchte, wurde er umgehend entlassen, nach nur zwei Wochen Amtszeit. Jedoch war der Stein, den er ins Rollen gebracht hatte, nicht mehr aufzuhalten und brachte die gesamte Verschwörung ans Tageslicht, über die nun fast täglich neue Details bekannt werden.
Weswegen ich das schreibe? Nunja, es könnte sein, das das Unternehmen bald nicht mehr existiert, denn die Auswirkungen bedrohen die Firma in ihrem Fortbestand.

Samstag, 5. November 2011

Secret Bay - Bali

Im noch fast unberührten Nordwesten Balis finden sich einige der schönsten und besterhaltenen Tauchspots der Insel. Neben dem Naturreservat der Nachbarinsel Menjangan findet sich weiter westlich ein Spot, der Makroliebhabern das Herz höher schlagen lässt. Secret Bay ist ein Platz, der in einer Bucht am nordwestlichsten Zipfel Balis liegt und fast nur einen Steinwurf vom Hafen der Stadt Gilimanuk, von wo aus die Fähren nach Java auslaufen.

© www.asiadivesite.com

Nach alledem was ich bisher gelesen hatte, konnte ich mich auf kühles Wasser und mitunter trübe Sicht einstellen. Weiter erwartete ich viel Müll in dem sich die Meeresbewohner ansiedeln.
Mit diesen Vorstellungen und Erwartungen fuhr ich also mit meinem Guide Harry an die Bucht. Wir waren nicht die ersten und der Name wurde irgendwie ad absurdum geführt. Jedoch darf man sich nicht irreleiten lassen, denn die Massen tauchen woanders, somit ist der Spot zwar kein Geheimnis mehr, aber man muss nicht allzuvielen Tauchern unterwasser begegnen.

Da is ne Kuh am Strand...

Nachdem wir uns fertiggemacht hatten, ging es ins Wasser, und siehe da: die erste Überraschung. Das Wasser war zwar, mit etwa 22°C, wie erwartet kühl, aber die Sicht war hervorragend. Nichts von trüber Suppe. Wir hatten Sichtweiten von bestimmt 15-20m und mit der Sonne von oben boten sich natürlich schöne Bedingungen zum fotografieren.

Chelidonura hirundinina

Stachliger Teufelsfisch

Getaucht wird in Tiefen von bis zu 10m, allerdings ist man meist eher im 4-7m Bereich unterwegs. Als erstes steuerte uns Harry zu einer Boje, und dann weiter zu einem kleinen Wrack, das mir fast die Sprache verschlug. Es wirkte wie ein Heuschreckenschwarm der sich um die Überreste des Bootes versammelte, und selbst beim Näherkommen veränderte die Wolke kaum ihre Position. Die Fische waren stationär und rührten sich kaum von der Stelle. Man konnte verschiedenste Fische erkennen: Kardinalbarsche unterschiedlichster Art waren in der Überzahl, aber auch einen Anglerfisch haben wir entdeckt, einen Flachwurm usw.


Kardinalbarsche aller Art

Flachwurm und Anglerfisch

Der Boden, auf dem ich, wie gesagt, viel Müll erwartete, war aber mehr von Salatalgen bedeckt, was schon beängstigende Ausmaße annahm. Selbst der Müll, den es dort auch gibt, war fast schon komplett davon überwuchert. Dies war wohl nicht immer so, wie Harry mir erzählte. Es hat in den vergangenen Jahren jedoch stark zugenommen. Warum, konnte er mir aber nicht erklären.

Salatalgen und der Müll

Während ich immer am knipsen war, zog Harry schon weiter um mir weiter Exoten zu zeigen. Auf unserem Weg durch die Bucht, sahen wir noch eine ungemeine Vielfalt an kleinen Fischen, die hier ein relativ geschütztes Habitat gefunden haben. Ich nehme mal an, das die geringe Tiefe größere Fressfeinde eher abhält und sie sich deshalb ziemlich ungestört entwickeln können.

Kugelfisch und Schleimfisch

Anglerfisch

Katzenwelse

Anfangs erzählte mir Harry, das es fünf Highlights gibt, die man dort reltiv sicher sehen kann: Anglerfische, Seepferdchen, Seeschlangen, Finger Leierfische (Dragonet) und verschiedene Schnecken. Bis auf die Schlange haben wir auch alles gesehen, und noch einiges mehr.

Finger-Leierfisch

Juveniler Kardinalbarsch im Seeigel

Falschaugen Krugfisch

...ihr wisst was das ist...

Der Spot ist wirklich einen Besuch wert, und ich denke das ein Nachttg noch viele weiter Kuriositäten ans "Tageslicht" fördert. Er ist sogar überraschend schön, was ich nicht unbedingt erwartet hätte. Allerdings sollte man auch mal einen weiteren Spot besuchen, der wirklich noch Geheimtippstatus genießt: PJ. Doch davon erzähle ich ein anderes Mal.
Für einen ausführlichen Bericht über unsere Reise, empfehle ich den Besuch unseres Blogs: Join our journeys.

Sonntag, 11. September 2011

Nordpazifischer Plastikstrudel

Ich weiss nicht ob Du schonmal vom Nordpazifischen Plastikstrudel gehört hast, aber heute möchte ich mal auf ein Problem aufmerksam machen, das seit Beginn des Siegeszugs der Plastikverpackung vor über 60 Jahren, immer größere Ausmaße annimmt.

©www.oceanconservancy.org

In den Ozeanan gibt es u.a. eine Besonderheit, nämlich die der sogenannten Driftstömungen (bekannteste dürfte der Golfstrom sein), die sich durch große Teile der Ozeane bewegen. Dabei handelt es sich um riesige Strudel, die, Klein- und Kleinstteichen erfassen und in einen Kreislauf ziehen. So geschieht es mit unseren Zivilisationsmüll, der oftmals ungeachtet im Fluss und Meer landet. Dies hat zur Folge, daß sich immer mehr Plastikmüll (Flaschen, Tüten, Zahnbürsten, etc) in bestimmten Bereichen der Weltmeer konzentrieren und die Plastikstrudel formen. Der größte und bekannteste ist dabei der o.g., der sich, zwischen Kalifornien und Hawaii, über eine gewaltige Fläche erstreckt . Man darf sich diese Strudel aber nicht so vorstellen, daß da Millionen von Flaschen schwimmen und einen Teppich von Plastikmüll bilden. Es ist vielmehr so, daß die Gezeiten und Sonneneinstrahlung sowie andere Faktoren dafür sorgen, daß die größeren Teile schnell in immer kleinere Stücke zerteilt werden und somit von den Lebewesen auch nicht mehr unbedingt von Beute/Nahrung unterschieden werden können, da sich darauf auch Algen usw. ansiedeln. Tückisch ist auch, das er nicht sofort sichtbar ist, sondern sich knapp unter der Wasseroberfläche befindet, was eine genaue Ortung und Reinigung eben auch nciht leichter macht.
Abgesehen von der Tatsache das eine Reinigung dieser Gebiete Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen würde, muß man natürlich auch einen Weg finden wie man es effektiv und sinnvoll bewerkstelligt, denn diese teilweise zu Partikeln zermahlenen Objekte kann man natürlich nicht einfach mit einem Netz rausfischen.
Dazu hat es schon einige Expeditionen in diese Gebiete gegeben um die genaueren Umstände zu ergründen und nach geeigenten Wegen zu suchen um dem Problem Herr zu werden.
Eines davon ist das Project Kaisei, das von einigen engagierten Umweltschützern ins Leben gerufen wurde. Vorrangiges Ziel von Project Kaisei ist es einerseits das Bewusstsein bei den Menschen zu wecken eine verantwortungsvolle Müllbeseitigung zu betreiben, und andererseits neue Technologien zu entwickeln um eine effektive und umfangreiche Beseitigung des Mülls in den Meeren zu ermöglichen.



Ein weiteres Projekt das auf die zunehmende Belastung durch Plastikmüll aufmerksam machte, ist das von dem Sproß der Bankiersdynastie, David de Rothschild, gegründete Plastiki Projekt. Dabei reiste ein Crew auf einem Boot, das aus recycleten PET Flaschen bestand von San Fransisco nach Sydney.



Die Fahrt ist zwar schon länger her, aber aus diesem Project entstand ein weiteres, das Hilfestellung leistet wenn man sich im Alltag sinnvoll mit dem tagtäglichen Müllproblem auseinandersetzen will: MYOO.