Dienstag, 21. Juni 2011

Ozeanen droht Massensterben

Ein Bericht macht seit gestern seine Runden in der Presse, der durchaus wieder zu kontroversen Diskussionen führen dürfte.
Die Weltnaturschutzorganisation ICUN und das Intarnationale Ozean Programm ISPO haben eine abschließende Bewertung der aktuellen Situation der Weltmeere veröffentlicht. Darin wird vor einem Massensterben und der Ausrottung ganzer Arten hingewiesen, wie es die Erde schon seit 55Mio. Jahren nicht mehr gesehen hat. Diesmal ist der Mensch allerdings der Übeltäter, so der Bericht.
Diverse, menschgemachte, Ursachen drängen das Leben in den Ozeanen immer weiter zurück. Der Klimawandel, haupsächlich bedingt durch den Ausstoß von CO², treibt die Versauerung der Meere voran. Das jahrhundertealte Gleichgewicht in dem die die Ozeane überschüssiges CO² aufnahmen, droht durch die Hand des Menschen zu kippen. Die Industrialisierung hat den Ausstoß der Treibhausgase derart erhöht, das der Sauerstoffgehalt in den Meeren sinkt, was die Versauerung weiter beschleunigt und die Aufnahmekapazität der Meere weiter senkt. Ein Teufelskreis...
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überfischung der Meere. Einige Bestände an Fischarten sind in bestimmten Regionen um bis zu 90% geschrumpft. Hinzu kommen die Ausbeutung des Lebensraums der verschiedenen Arten, sowie die Ausbreitung nicht heimischer Arten. Dies hat zur Folge das die Zeit zu einer evtl. Anpassung an einen neuen Lebensraum fast gar nciht gegeben ist um die gefährdeten Bestände zu retten.
Was kann man tun?
-Ein wichtiger Punkt sei den Ausstoß von Kohlendioxid deutlich zu reduzieren.
-Die Einleitung von Schadtoffen (Dünger, Müll, usw.) einzustellen.
-Gewinnung von Rohstoffen im Meer stark reglementieren.

Soweit der Bericht. Natürlich wird man viele Stimmen für und wider die vorgebrachten Argumente finden, aber ich denke es gibt einige Punkte, die unumstößlich sind.
Der Mensch hat die Welt verändert, wie der Blick nach Japan, in den Golf von Mexiko oder an die Küsten von Nigeria zeigt. Der Bergbau, die Ölgewinnung, die Holzverarbeitung oder einfach die Besiedlung sind, bei einer Weltbevölkerung von nahezu 7 Mrd. Menschen, definitv Eingriffe in die Natur, die wir nicht mehr rückgängig machen können.
Warum ist das so? Nun, ich habe einen Kommentar gelesen, in dem eine interessante Ansicht formuliert wurde: Die Natur hat schlicht und ergreifend keinen Preis. Man nimmt die Wälder, Meere usw. einfach als gegeben hin und nimmt sich das Recht diese nach Bedarf (und oft auch darüber hinaus) auszubeuten. Dies ist historisch verankert, denn früher wurde sich einfach genommen was man brauchte und wenn nichts mehr da war, zog man weiter. Heutzutage und aufgrund der Größenordnung die alles angenommen hat, ist dies praktisch unmöglich. Somit wird natürlich auch der Selbstheilungsprozess der Natur ausgesetzt, der früher sicherlich noch funktionierte.
Heute sind die Schäden, die durch den unablässigen Raubbau, in welcher Materie auch immer, irgendwann nicht mehr zu verbergen.
Insbesondere das Ungleichgewicht zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern ist für eine sinnvolle und ökolgische Nutzung der Resourcen problematisch. Arme Länder sind oft reich an Rohstoffen, reiche verfügen über das know how. Es wäre dringend anzuraten diese Schere zu schließen um eine vernünftige Umverteilung von Gütern zu gewährleisten, denn meist erfolgt der Abbau unter schwerster Schädigung der Umwelt. Es bringt nichts wenn wir uns Solaranlagen auf die Dächer setzen und auf der anderen Seite über die Umweltzerstörung in der Dritten Welt ärgern, denn unser Auto will natürlich auch bewegt werden.



Früher wurden in der Landwirtschaft beispielsweise die Brache als natürliches Regenerationsmittel verwendet. Natürlich ist dies nicht in allen Bereichen anwendbar, aber der Begriff der Nachhaltigkeit macht immer mehr die Runde, so z.B. in Form von Schutzgebieten. Im Prinzip ist dies nichts anderes als die Brache in der Landwirtschaft. Es gibt sicher viele Möglichkeiten dies umzusetzen und so das Überleben der Menschen und das der Natur zu ermöglichen.
Am Ende ist aber entscheidend das jeder selbst einen Beitrag dazu leistet um etwas zu tun. Fische aus Nachhaltiger Zucht zu kaufen wäre z.B. ein erster Schritt...