Bei Tiefseearbeiten der Firma Oceaneering, in 1.500m Tiefe, huschte ein unbekanntes Objekt vor der Linse des Tauchroboters hinweg. Nachdem der Roboter das seltsame Geschöpf wieder im Blickfeld hatte, konnten auch einige hoch interessante Aufnahmen davon gemacht werden.
Das Video wurde auf Youtube veröffentlicht und sorgt seitdem für wilde Spekulationen und heiteres Rätselraten. Es war von Fischernetzen bis zur Platzenta eines Wals die Rede, jedoch scheint sich inzwischen die Meinung der Experten von Deep Sea News durchgesetzt zu haben, die davon ausgehen, dass es sich dabei um ein Exemplar der Quallenart Deepstaria enigmatica handelt.
Dies ist zwar keine Neuentdeckung, da diese Art schon seit den 60er Jahren bekannt ist, aber es ist ein immernoch sehr seltenes Zusammentreffen, das vor kurzer Zeit vor Großbritannien stattgefunden hat.
Easterbunnies-on-tour
Erinnerungen an unsere TauchReisen und mehr
Montag, 14. Mai 2012
Freitag, 11. Mai 2012
Taiji - Die Bucht Programmhinweis
In meinem Post Taiji - Die Bucht habe ich bereits Bezug auf den gleichnamigen Film genommen. Die Bedrohung ist noch immer existent und auch wenn derzeit nicht Saison ist, so findet das Jagen und Schlachten noch immer statt. Die Aufrufe und Publicity haben ein breites Publikum schon darauf aufmerksam gemacht, aber solange noch ein Delphin oder Wal diesem Treiben zum Opfer fällt, muß weitergekämpft werden.
Wer den Film noch nicht gesehen hat, bekommt am kommenden Donnerstag, den 17.05.12 nochmal die Gelegenheit dazu. Er wird um 21.05h in RTL Nitro nochmals ausgestrahlt, mit einer anschließenden Dokumentation wie der aktuelle Stand der Dinge ist.
Jedem mit einem Sinn für das Leben, dem der Schutz der Umwelt am Herzen liegt, möchte ich diesen bedrückenden Tatsachenbericht nahe legen.
Hier ist schonmal ein Vorgeschmack auf das was euch erwarten wird.
Links wie man sich nützlich machen kann, findet Ihr in meinem oben verlinkten Beitrag. Tut was!
Wer den Film noch nicht gesehen hat, bekommt am kommenden Donnerstag, den 17.05.12 nochmal die Gelegenheit dazu. Er wird um 21.05h in RTL Nitro nochmals ausgestrahlt, mit einer anschließenden Dokumentation wie der aktuelle Stand der Dinge ist.
Jedem mit einem Sinn für das Leben, dem der Schutz der Umwelt am Herzen liegt, möchte ich diesen bedrückenden Tatsachenbericht nahe legen.
Hier ist schonmal ein Vorgeschmack auf das was euch erwarten wird.
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Sonntag, 22. April 2012
Pohnpei - Mikronesien 2012 Teil 2
Der Abschied von Yap
ist uns schwer gefallen. Nach all den schönen Momenten und Erlebnissen
konnten wir den Maßstab selbstverständlich nicht so hoch ansetzen. Jedoch galt
das natürlich nur für die "Soft Faktoren", wie die Stimmung.
Am Flughafen haben die Mitarbeiter ganze Arbeit geleistet. Es wurde jeder Koffer, Tasche und Rucksack geflitzt. Ich hatte alles akribisch gepackt und musste mitansehen wie die Sachen schön durcheinander gebracht wurden. Jedoch rührte ich keinen Finger und vertrat eher den Standpunkt, dass wer auspacken kann auch wieder einpacken können sollte.
Auf unseren Flügen mit Continental/United hat uns ein Magazin immer enorm belustigt. Der Katalog der Skymall zeichnet sich durch seine geschmackvolle Auswahl an Einrichtungsgegenständen, Bekleidung für jung und alt, sowie vieler sinnreicher Geschenke und Mitbringsel aus. Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens lohnt in jedem Fall. Hier ein paar Artikel, die gaaaanz weit vorne sind:
Hair Rejuvenation Laser
Beard Cap
Boris
In Guam wurden wir zum zweiten mal nicht abgeholt, obwohl es gebucht worden war. Durch die bereits erwähnten, verbesserungswürdigen Flugpläne, waren wir wieder mitten in der Nacht abgeflogen und kurz vor Sonnenaufgang angekommen. Da wir einen weiteren Tag auf der Insel hatten und endlich ins Bett wollten, nahmen wir wieder ein Taxi ins Oceanview Hotel. Weitere 20 USD in Abgasen aufgegangen und wieder eine Beschwerde an der Rezeption, und diesmal auch ans Reisebüro. Auf Nachfrage wo denn der Fahrer gewesen sei, hieß es, dass er am Flughafen gewartet hatte. Wir fragten ob er ein Namensschild oder Schild mit dem Hotelnamen dabei gehabt hatte? "Ja. Auf dem Schild stand Marriott Hotel..." Wieso sind wir bloß nicht gleich drauf gekommen? Der Gipfel war dann unser Zimmer, diesmal im Haupthaus. Eine richtige Bruchbude mit lauter Klimaanlage, dreckigen Fenstern usw. Wir waren gerade in der Laune für eine kleine Beschwerderunde und haben unseren Standpunkt recht deutlich gemacht, weswegen wir auch innerhalb von etwa einer halben Std. ein neues Zimmer im neuen Trakt bekamen. Dort war es wieder i.O. und wir konnten endlich schlafen.
Abends ging es dann nach Pohnpei. Wieder ein Nachtflug, mit Zwischenlandung in Chuuk, wo der "chuukesische Geheimdienst" das Flugzeug filzte, danach weiter nach Pohnpei. "Where the hell is Pohnpei", werdet ihr euch fragen? Nun, ich sage es mal so: Irgendwo auf halber Strecke zwischen Hawaii und den Philippinen. Wie Yap gehört auch Pohnpei zu den FSM (Föderierte Staaten von Mikronesien). Dazu gehören noch das bereits erwähnte Chuuk (Truk) und Kosrae. Alles kleine Inselstaaten, die am Tropf der USA hängen. Die Hauptstadt Palikir ist auch gleichzeitig die Hauptstadt der FSM und man merkt schon am Flughafen, dass mehr los ist als auf Yap. Ein Gast auf Yap, seines Zeichens Präsident des College of Micronesia, erzählte, dass auf Pohnpei der Verwaltungsapparat beheimatet ist, die weiterführende Schule und auch der Regierungssitz.
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Mitten in der Nacht wurden wir zum Hotel gefahren. Das "The Village" ist ein Eco Resort an der Nordküste der Insel. Der Hauptunterschied zu einem Non-Eco Hotel ist: Es gibt keine Fenster! Nein, es ist lässt sich sicher nicht nur darauf reduzieren, aber es wird schon Wert auf Ökologie gelegt. Es gibt wirklich keine Fenster. Die Öffnungen sind mit Fliegengittern geschützt und auf eine Klimaanlage wird bewußt verzichtet. Die Brise, die somit immer durch das Zimmer wehen kann, wird durch einen Ventilator unterstützt, den man bei Bedarf zuschalten kann. Die Zimmer sind Bungalows, die komplett aus Holz gebaut wurden und ein Palmblätterdach haben.
Gut, soweit zur Prospektwerbung... Wir kamen an und außer dem Fahrer war keiner da der uns begrüßte, ein Willkommensdrink reichte oder uns sonst irgendwelche Annehmlichkeiten angedeihen ließ. Im Zimmer angekommen mussten wir feststellen das auch keine Minibar vorhanden war (ok, Eco halt) aus der wir unseren Durst hätten stillen können. Das Wasser aus der Leitung sollte trinkbar sein und so bedienten wir uns.
Nach einer leicht verkürzten Nacht, weil irgendwann der Generator angesprungen war, gingen wir früh ins Haupthaus. Uns begrüßte weltklasse Wetter und im Restaurant haben wir ein durchaus leckeres Frühstück bekommen. Wir lernten auch die Eigentümerfamilie kennen. Dies sind Patty, Bob und ihr Sohn Jamie. Die Arthurs leben und arbeiten schon seit über 40 Jahren auf Pohnpei und das Hotel haben sie selbst erbaut. Wir besprachen kurz die Tauchprozedur für den nächsten Tag und wurden dann weitestgehend in Ruhe gelassen. Leider setzte sich das weitestgehend fort. Eine aktive Gastgeberrolle, wie auf Yap, haben wir bei den Arthurs leider nicht erlebt. Das Hotel hat wirklich Potential, aber das Management versäumt es etwas dem Gast das "Daheim Gefühl" zu geben. Allerdings kann man sich bei Fragen immer an die Arthurs wenden.
Den weiteren Tag verbrachten wir in Ruhe. Das Village liegt etwas abseits und man hat nur einmal am Tag den Shuttle in die Stadt zu nehmen, weswegen wir das gute Wetter genossen und entspannten. Schließlich hatten wir in Sachen Ruhe etwas Nachholbedarf nach den wilden Tagen auf Yap.
Das Essen im Village ist wirklich gut. Es ist amerikanisch angehaucht aber qualitativ auf sehr gutem Niveau. Es gibt Steaks in verschiedenen Variationen, Geflügelgerichte und natürlich auch das was das Meer hergibt. Sehr zu empfehlen ist hierbei das Sashimi. Wir hatten jedenfalls fast jeden Abend etwas anderes und immer eine gute Wahl getroffen. Die Angestellten waren durchweg gut und serviceorientiert.
Das Tauchen auf Pohnpei ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt ganze zwei Basen, wovon eine die im Village ist und eine weitere mehr auf japanische Gäste spezialisiert zu sein scheint. Das dies sich unmittelbar auf die Qualität der TG und Spots auswirkt, kann man sich natürlich vorstellen. Bei der Auswahl des Reiseziels war uns wichtig endlich mal an einem Ort zu tauchen wo kein anderer ist bzw. die Gruppe sehr überschaubar. So geschehen auf Pohnpei. Am ersten Tag waren wir die einzigen Taucher und das ist etwas, das wir noch nie hatten. Das Boot ist nur für uns rausgefahren und auch sonst war auf dem Meer kein anderes Tauchboot zu sehen. Die wenigen Tauchgäste die sich dorthin verirren müssen allerdings auch die Ansprüche runterschrauben was die Ausstattung der Basis und der Boote angeht. Es gibt zwei Aussenborder aus Glasfaser und an der Anlegestelle ist nur ein Barracke mit ein wenig Zubehör. Leihequipment gibt es etwa 5 Automaten und Jackets und auch sonst ist es eher provisorisch eingerichtet. Aber das haben wir uns schon gedacht und somit waren wir auch nicht überrascht. Wichtig ist das der Guide was auf dem Kasten hat, die Ausrüstung ok ist und die Spots was taugen.
Unser Guide, Stamp, ist ein alter Hase in den Gewässern um Pohnpei. Er macht eigentlich alles: Ist Guide, Bootsführer und Basisleiter in einer Person. Er hat schon viele hundert TG vor Ort gemacht und kennt die besten Plätze, wie wir auch feststellen konnten. Am ersten Tag ging es in den Südwesten der Insel zum Pohaloang Pass. Die Insel ist von einem Saumriff umgeben, der durch diverse Kanäle unterbrochen wird. In den meisten dieser Kanäle wird auch getaucht. Je nach Strömung an den Außen- oder Innenseiten des Riffs und bei einlaufender Strömung auch gern in den Kanal hinein. Wir machten beide TG am Pass und während wir zunächst auf der Außenseite blieben, ging der zweite TG in den Kanal rein. Auch hier konnten wir uns davon überzeugen, dass der Zustand der Korallen wirklich ziemlich gut ist. Keine Bleiche, hier und da mal ein paar Stellen wo Anker wahrscheinlich etwas zerstört hatten, aber ansonsten wirklich schöne und belebte Riffe. Beim zweiten TG im Kanal haben wir die wohl größte Barrakudaschule unseres Lebens gesehen. Keine Ahnung wieviele Tiere es waren, aber dicke dreistellig. Das ganze durften wir bei strahlendem Sonnenschein erleben, was die Wirkung der Farben natürlich noch verstärkte.
Nach den TG war immer Ruhe angesagt. Entweder ein kleines Nickerchen, oder auch die Urlaubslektüre fand mal wieder Beachtung. Es war ja Zeit! Die eingeschränkten Möglichkeiten an Aktivitäten ließen ja nicht viel mehr zu.
Für den zweiten Tag wurde uns eine weitere Taucherin avisiert. Anne lernten wir am folgenden Tag kennen. Sie war allein von Kosrae gekommen und wollte noch ein paar Tage in Pohnpei tauchen. Wie sich herausstellte war sie nicht zu zart besaitet und so hatten wir die kommenden drei Tage viel Spaß miteinander.
Der zweite Tauchtag war erstmal bewölkt. Wir wollten die bekannte "Manta Road" ansteuern. Ein Spot, der, wie der Name schon sagt, Mantas verspricht. Er liegt nicht weit vom Hotel weg innerhalb der Lagune und besteht aus einem unterseeischen Hügel, den man umrunden kann. Beim Abstieg orientierten wir uns an der Ankerleine und kaum unten angekommen signalisierte und Stamp, mit seinen flatterhafen Bewegungen, schon etwas "fliegendes". Es stellte sich als ein Adlerrochen heraus, der ein, zwei Minuten in einiger Entfernung seine Kreise zog. Das war ja schon ein Anfang nach Maß und wir setzten unsere Runde fort, ohne allerdings viel spannendes zu sehen. Während wir also etwas rumdümpelten und umherblickten, vernahmen wir wieder das vertraute Klingen des Metallstabs gegen die Tauchflasche. Wild gestikulierend gebot er uns auf den Grund zu gehen, was wir auch taten, und kurz darauf kam hinter einem Korallenblock ein erster Manta hervor und dahinter noch ein zweiter. Langsam bewegten sie sich an uns vorbei und musterten uns neugierig. Wir hielten uns noch ein paar Minuten dort auf und die beiden kamen nochmal zurück. Hinzu gesellte sich noch ein weiterer Manta, von der Gegenseite, der direkt über uns hinwegschwebte und keinerlei Anstrengung zeigte, während wir, mit Kamera in der einen Hand und die andere zum festhalten benutzend, schwer gegen die zunehmende Strömung ankämpften.
An der Oberfläche hatte sich das Wetter nochmals verschlechtert, weswegen Stamp uns zu einem Unterstand auf einer unbewohnten Insel fuhr. Kaum angekommen begann es derart zu regnen, dass wir teilweise keine 50m weit schauen konnten. Die Pause dehnten wir deshalb etwas aus, aber nach knapp 2 Std. nutzten wir eine kurze Pause um wieder hinaus zu fahren. Im Regen konnten wir sogar unsere Haare mit dem Shampoo waschen, das eigentlich für die Maske gedacht war.
Der TG war wiedereinmal von sehr schönen Korallen und viel Rifffisch geprägt. Wir konnten diesmal vor allem eine tolle Neonsternschnecke sehen, aber auch schöne Anemonenfische, Rochen usw. Den dritten TG schenkten wir uns, da es außerhalb des Wassers recht kalt war und fuhren ins Hotel. Für den Rest des Tages hörte es nicht mehr auf zu regnen und selbst in der Hütte war irgendwie kein trockenes Kleidungsstück zu finden, da die hohe Luftfeuchtigkeit alles klamm hatte werden lassen. Die offene Bauweise der Bungalows ist zwar sehr reizvoll, man sollte aber bedenken, dass es bei Regen auch in den Bungalows mal etwas naß werden kann.
Wir hatten einen großen Wunsch für diesen Urlaub gehabt. Das benachbarte Ant (Ahnd) Atoll soll taucherisch ein echtes Highlight sein. Es ist komplett unbewohnt und soll die Möglichkeit auf große, und ich meine große, Fische bieten. Gelegentlich haben sich schon Hochseehaie dorthin verirrt und vor allem an einem Kanal für unvergessliche Erlebnisse bei Tauchern gesorgt. Dies ist ja genau das wonach wir aus sind. Wir wollen das Meer mit all seinen weniger häufig sichtbaren Bewohnern erleben und sind natürlich heiß auf gerade solche Opportunitäten, die sich bieten. Auf Yap war uns ein solcher TG leider wegen der Witterung versagt geblieben, aber hier sollte es nun klappen wenn ein Tag mit weniger Wellengang wäre.
Am nächsten Morgen kam Jamie freudig zu uns drei an den Frühstückstisch und verkündete, dass wir einen Versuch starten würden. Nach dem verregneten Vortag, genau die richtige Einstimmung in den Tag. Die Überfahrt lief ziemlich reibungslos, aber wir merkten, das man außerhalb des Windschattens der Berge, im offenen Meer, doch deutlich den Wellengang zu spüren bekam. Die Inseln des Atolls sind wunderschön. Ein wahrer Südseetraum! Palmen und Sandstrände waren etwas, das in diesem Urlaub noch nicht vorgekommen war. Weder auf Yap noch Pohnpei hatten wir einen Strand besuchen können.
Im Westen des Atolls, auf der windabgewandten Seite machten wir unseren ersten TG. Dieser fand an einer Steilwand statt und wir hatten gleich zu Beginn einen neugierigen Grauen Riffhai sowie ein paar Weissspitzen. Danach jedoch wurde es irgendwie unspektakulär, aber uns blieb ja noch ein weiterer TG. Wieder an der Oberfläche, konnten wir viele Vögel beobachten, die durch die Wasseroberfläche stießen um Beute zu fangen. Wir umkreisten diese Stelle mehrfach und ich wartete darauf, das Stamp den Motor abstellte damit wir reinspringen konnten. Allerdings hatte er nicht die Absicht zu tauchen. "Zuviele Haie" meinte er "viel zu gefährlich." Ja, Kruzifix... deswegen waren wir doch da... Die Oberflächenpause verbrachten wir an einem traumhaften Strand bei strahlendem Sonnenschein. Ein paradiesischer Ort den wir nur ungern wieder verlassen wollten, aber der zweite TG rief und der sollte im Tauenai Kanal stattfinden, dem möglichen Highlight unseres Urlaubs. Nach dem Strömungscheck entschied Stamp den Einstiegsort zu ändern, da die Strömung gedreht hatte. Die Sicht war ordentlich und wir schwammen in den Kanal, nur um bald umzukehren, da wir nun doch gegen die Strömung anschwammen. Wir bekamen leider auch nicht sonderlich viel von dem zu sehen was wir erhofft hatten, aber so kann es nunmal gehen. Gerade wenn die Erwartungen sehr hoch sind, ist die downside auch am größten. Dafür haben wir wenigstens einen Flammen-Zwergkaiserfisch gesehen, den wir erstmalig bewundern durften.
Wie ich schon erzählte, liegt auf Pohnpei die Hauptstadt und es stellt auch die bevölkerungsreichste Insel der FSM. Hier dürfte auch das Handelszentrum Mikronesiens liegen, denn vor Kolonia lagen immer etliche Schiffe vor Reede. Es waren Frachter, aber auch Fischtrawler der größeren Art. Bei uns machte sich ein wenig der Eindruck breit, als das die Insel ihre natürlichen Resourcen verscherbelt. Eine Frage die unbeantwortet blieb, aber ein ungutes Gefühl hinterließ.
Kulturell hat Pohnpei auch ein bisschen was zu bieten. Am folgenden Tag machten wir eine Landtour und diese begann erstmal mit einer Bootsfahrt. Das erste Ziel lag im Südosten der Insel. Nan Madol! Diese alte Ruinenstadt ist zwischen 500 und 800 Jahre alt und wurde durch die alte Hochkultur der Saudeleurs errichtet. Heute stehen davon, wie gesagt, nur noch Ruinen und sind teilweise überflutet. Nan Madol wird deshalb auch Venedig des Pazifik genannt. Für uns eine Gelegenheit diese mit einem Kajak zu erkunden. So konnten wir die Ruinen und umliegenden Dschungelgebiete paddelnd erkunden, was ein großer Spaß und wirkliches Highlight war. Während wir so paddelten bemerkte ich im Blickwinkel eine Bewegung und erschrak zu Tode als eine kleine Eidechse auf mich zustürmte. Sie war allerdings nur auf der Suche nach einer trockenen Mitfahrgelegenheit und nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, krabbelte sie an mir hoch und nahm auf meinem Hut Platz. Die Zutraulichkeit aber nahm soweit zu, das sie mir gepflegt auf meine Kopfbedeckung kackte.
Nach der Mittagspause auf einer weiteren traumhaften Insel ging es zu einer weiteren Schönheit auf Pohnpei. Die Insel ist reich an Wasser. Immerhin gibt es dort Niederschläge von durchschnittlich 5.000mm/m², was es zu einem der feuchtesten Orte der Welt macht. Es gibt dort einige Wasserfälle, von denen der Kepirohi einer der bekanntesten ist. Wir machten einen kurzen Spaziergang dorthin und bekamen einen wirklich schönen und friedvollen Ort zu sehen. Man läuft einen schmalen Weg in den Urwald hinein und nach ca. 10 Min steht man vor dieser Naturgewalt.
Wir befanden uns noch immer im Süden der Insel und traten den Rückweg an. Als letzte Aktivität des Tages stand Schnorcheln bei Manta Road an. Was wir mit einem müden Lächeln quittierten sollte ganz anders werden als erwartet. Dort angekommen machten wir uns fertig und hüpften ins Wasser. Die Sicht war nicht doll und es passierte auch nicht wirklich viel. Anne war schon ne Ecke weg und wir zwei hatten schon bald genug "gesehen". Auf dem Weg zum Boot entdeckten wir den ersten Manta, wie er in ca. 5m Tiefe unter uns vorbeizog und dann ging alles Schlag auf Schlag. Im Schlepptau zog er einen riesigen Schwarm Füssiliere her, die praktisch direkt unter der Wasseroberfläche durch das Plankton zogen. Dabei machten sie keinen Bogen um uns sondern wir fanden uns schon bald inmitten des Schwarms und konnten direkt zuschauen wie sie sich die Mägen vollschlugen. Solange wir nicht versuchten nach ihnen zu greifen, was durchaus möglich war, entfernten sie sich nur wenn die Planktonwolke weiterzog. In der zwischenzeit kamen weitere Mantas und drifteten auf uns zu um kurz vor dem Zusammenprall in die Tiefe zu verschwinden. Dabei machten sie Loopings und genossen die Völlerei. Wir waren total geflasht und es wollte nicht aufhören. Die Füssiliere bildeten eine Wand, die vielleicht einen Meter breit war, 5-10m in die Tiefe und bis ans Ende der Sichtweite reichte. Wenn sie weiterzogen mußten wir nur folgen um zu den Mantas zu gelangen, denn diese waren die Speerspitze.
Sogar schwarze Mantas sahen wir und bei einem so reich gedeckten Tisch, kamen auch noch Haie dazu. Ich weiß nicht wie lange wir letztendlich im Wasser waren, aber noch vom Boot aus konnten wir die Flügelspitzen des Mantas an der Oberfläche sehen. Anne war sogar noch besser positioniert, denn sie war immer genau mittendrin. Absolute Endstufe, würde ein bekannter Promi dazu sagen... Sowas ähnliches hatten wir uns am Tag zuvor erhofft, aber so konnten wir wieder einmal erleben, dass in der Natur alles kann, aber nichts muß.
Abends war leider nicht viel los. Obwohl das Restaurant auch mit Einheimischen gut besucht war, kam irgendwie nie so richtig Stimmung auf. Die Kulisse und das Essen geben wirklich einiges her, aber leider wird da nicht viel draus gemacht. Hier besteht, genauso wie beim Ausschöpfen des Potentials des gesamten Resorts, noch Nachholbedarf. Die Mitarbeiter aber sind sehr hilfsbereit und aufmerksam. Durch Anne hatten wir aber etwas Abwechslung und so konnten wir einiges erzählen und machten das beste aus den Abenden.
Am vorletzten Tag fuhren wir nochmal hinaus aufs Meer um zwei letzte TG zu machen. Nachdem wir zwei Tage zuvor einen TG wegen des Regens gecancelled hatten, fuhren wir nochmal zum Mwand Pass, den wir bei einlaufender Strömung betauchen wollten. So geschah es auch und während es erstmal unspektakulär anfing, wurde es zum Ende hin immer besser. Die Korallenriffe waren wieder schön und gut erhalten. Es gab die üblichen Verdächtigen wie Schnapper, Füssiliere usw. und auch ein Hai verirrte sich in einiger Entfernung in unser Blickfeld. Stamp bedeutete uns ihm zu folgen und so gingen wir tiefer, obwohl der TG schon dem Ende zuging und dann sahen wir auf etwa 30m eine Schule von etwa 50 jungen Blacktips über einem Plateau. Toll! Beim Aufstieg "flog" noch ein Adlerrochen vorbei und einen Napoleon sahen wir auch noch.
Der zweite TG fand innerhalb der Lagune statt, an einer Wand namens Areu Wall. Die Sichtweiten waren nicht berauschend aber somit konnten wir uns auf die Wand konzentrieren und das haute uns völlig um. Ich kann mich kaum an eine Wand erinnern, die so vielseitig, bunt und gut erhalten ist. Riesige Gorgonien mit Größen von bis zu 4x2m, Peitschenkorallen und viele bunte Fische machten diesen TG zu einem krönenden Abschluß. Stamp hatte sich über die Tage als ein sehr relaxter Guide, der sich prima auskennt herausgestellt.
Der Rest des Tages und den kommenden Tag verbrachten wir mit Packen und Entspannen. Wir hätten auch nicht viel mehr machen können, denn es regnete eigentlich nur einmal. Es ist, wie schon gesagt, einer der regenreichsten Orte der Welt und obwohl der März eher einer der trockneren Monate sein soll, so hat es doch fast jeden Tag geregnet. Mal mehr mal weniger, aber es war auf Dauer schon etwas nervig, vor allem da man nirgendwo richtig trocknen konnte. Allerdings hatten wir bei unseren Ausfahrten immer Glück und so haben wir unser Pensum fast völlig geschafft.
Während ich noch auf das nächtliche Kolonia zurückblickte, fragte ich mich wie mein Fazit sei. Schließlich war die Insel ja die große Unbekannte auf unserer Reise. Was soll ich sagen? Auf der einen Seite stehen die vielen hervorragenden Tauchspots, die reichhaltige Natur und auch Nan Madol. Auf der andern das ungewisse und teilweise launische Wetter, sowie das etwas seltsam anmutende Resort, Bates Motel, wie Onkel treffend bemerkte. Es war schon aufregend einen fast weißen Fleck auf der Landkarte zu besuchen, aber auch schade, dass die Möglichkeit der Kommunikation von Seiten des Hauses nicht sonderlich gefördert wurden.
Kalangan, Pohnpei!
Meine Top 5 Spots:
1. Areu Wall
2. Manta Road
3. Mwand Pass Outside
4. Pheleng Pass Inside
5. Tauenai Pass/ Ant Atoll
Unser Zeitplan war eng gesteckt und nach jeweils einer Woche Yap und Pohnpei ging es auf die dritte und letzte Etappe. Wir besuchten zum dritten mal Guam und nach einer kleinen Shoppingtour verabschiedeten wir uns endgültig von dieser amerikanischen Enklave inmitten des Pazifik. Es ging, nach zwei Wochen Abgeschiedenheit, ins pulsierende Leben von Hong Kong.
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Die Ankunft nachts ließ uns die Glitzermetropole in voller Pracht erleben. Auf dem Highway haben wir schon einen Eindruck vom Bevölkerungsproblem dieser Stadt bekommen. Hier wird nicht in die Fläche gebaut, sondern in die Höhe. Die Hochhaussiedlungen kann man schon aus dem Flieger gut erkennen, jedoch ist nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen ob es sich eher um sozialen Wohnungsbau handelt oder um großzügige Wohnungen für Besserverdienende.
Unser Hotel war das Regal Riverside im neueren Stadtteil Sha Tin. Er liegt jenseits der Lion Rock Bergkette, in den New Territories. Es ist in den 70er Jahren entstanden und überwiegend von Hochhäusern geprägt.
Nachdem wir am ersten Abend nur noch etwas in Zimmer gegessen hatten und uns zügig ins Bett begaben, konnten wir am folgenden Tag früh starten. Im Frühstücksrestaurant hatten wir freien Blick auf den Pool, wo sich eine Fussballmannschaft mit Gymnastik auf Trab brachte. Wir fragten uns was es für eine Mannschaft sei, konnten aber nur anhand des Sponsors eine Vermutung anstellen. Aber noch während wir Nachschlag holten, kamen sie rein und ich sprach einen der Jungs an. Es stellte sich heraus, daß es sich dabei um Yangoon United aus Myanmar handelte, die zu einem internationalen Pokalspiel angereist waren.
Den Ruf als High Tech Stadt konnten wir schon bei der Fahrt mit der Metro bestätigen. Fast jeder war mit seinem Handy beschäftigt. Es wurde getippt, gescrollt und sogar Filme geschaut. Das Metronetz der Stadt heisst MTR und besteht seit 1979. Die Hauptpfeiler sind dabei die MTR Züge im Stadtzentrum und die KCR Züge, die in die Vororte fahren.
Erstes Ziel war Victoria Harbour, einer der bekanntesten Häfen der Welt. Vorbei am Peninsula konnten wir einen Blick auf die Skyline von Central District auf Hong Kong Island werfen. Allerdings war der Blick durch Nebel getrübt. Auf der Avenue of Stars bewegten wir uns zum Hafen der Star Ferry, von wo aus wir hinüber wollten. Direkt neben der Ferry liegt auch der bekannte Clocktower, der schon seit 1915 im Viertel Tsim Sha Tsui steht.
In HK ist das Thema Transport sehr gut durchdacht. Mit Hilfe der Octopus Card kann man alle Fahrten, egal ob Bus, Bahn oder Fähre, bargeldlos bezahlen und das ganze ist zudem günstig. Man bekommt sie an jedem Bahnhof an den Fahrkartenhäuschen. Aufladen geht dann an Automaten.
Als
nächstes ging es rüber nach HK Island. Central ist das Viertel in dem
die meisten Hochhäuser stehen, praktisch alle Banken vertreten sind und
sich viele Malls angesiedelt haben. Das ursprüngliche HK befindet sich
dort eher auf dem Rückzug, aber wenn man mal ein paar Ecken weiter geht,
kann man es noch finden und erleben. Inmitten der ganzen
Häuserschluchten schlängelt sich die einzige doppelstöckige Straßenbahn
der Welt. Sie gehört zum Straßenbild der Stadt genauso wie der Bank of
China Tower oder die Nathan Road. Sie verkehrt von Ost nach West und so
kann man sich relativ schnell durch Central transportieren lassen.
Nachdem wir uns kurz in der Glitzerwelt der Designershops und Malls rumgetrieben hatten, wollten wir einen der bekanntesten Tempel der Stadt ansteuern. Der Man Mo Tempel ist den beiden namensgebenden Göttern geweiht, Man, dem Gott der Literatur und Mo, dem Gott des Krieges. Im Tempel brennen überall Kerzen und es duftet nach Räucherstäbchen. An den Decken hängen Kringel mit roten Kärtchen, mit Bitten an die Götter, die wenn sie in Rauch aufgegangen sind, direkt zu ihnen transportiert werdensollen. Ein wunderbarer und mystischer Ort.
Weiter ging es zur Western Market bzw. der Markthalle im Urban Council SheungWan Complex. Der Markt war, sagen wir mal: interessant. Es wird dort alles mögliche verkauft. Vögel, Fleisch, Fisch und Gemüse. Ob sie in dieser Form allerdings in Deutschland feilgeboten werden dürften, wage ich zu bezweifeln.
Der Hunger machte sich bemerkbar und da wir schonmal da waren, wollten wir im Restaurant über dem Markt essen gehen. Oben bot sich uns ein Bild, das uns einerseits amüsierte aber auch umhaute. Das Restaurant war eine riesige Halle mit zig kleinen Buden die Essen anboten. Die Idee mit dem Essen dort verwarfen wir aber recht schnell, denn es war alles auf kantonesisch angeschrieben und wir wollten es tunlichst vermeiden etwas zu essen, das wir nicht essen wollten.
Das Thema Essen genießt in
HK einen hohen Stellenwert. Überall gart und brutzelt es, und häufig
weht einem ein leckerer Duft um die Nase. Es gibt ein Sprichwort, das
besagt, dass ein (Süd)Chinese alles ißt was vier Beine hat, außer einen
Tisch, und den Rücken zur Sonne hält. Nun, das stimmt, aber man bekommt
nicht alles überall. In der Regel bekommt man viele Variationen von
Hühnchen und Schwein, aber es wird leider immernoch häufig
Haifischflossensuppe oder Schildkrötenfleisch angeboten. Dies sind, im
Land der aufgehenden Sonne, wahre Delikatessen. Es gibt dort eigentlich
nichts was man für Geld nicht kaufen kann und je seltener, desto teurer
und begehrter ist es auch. Überhaupt scheint mir, das der Schein mehr
zählt als das sein. Ich werde noch drauf zu sprechen kommen, aber gerade
die extrem teuren Gerichte, sind geschmacklich nicht immer die
Offenberung. Stellt sich also die Frage ob das Essen manchmal wirklich
eher als eine Art Statussymbol gesehen wird, oder ob wirklich der gute
Geschmack im Vordergrund steht. Auch das viele Sachen aphrodisierend wirken sollen konnte ich nicht bestätigt sehen, denn ich bin keinem testosteronstrotzenden Männern begegnet. Für mich als Taucher hat es mir in der
Seele weh getan zu sehen wofür diese tollen Kreaturen doch manchmal aus
dem Meer geholt werden. Aber es spielt keine Rolle, denn solange die
Nachfrage da ist, wird auch alles rangekarrt. Und die Nachfrage ist
ungebrochen. Dies ist leider einer der negativen Dinge die uns in HK
aufgefallen ist.
Der Western Market ist ein alter Ziegelsteinbau der ursprünglich ein Stadtmarkt war. Heute befinden sich viele kleine Läden darin und im Obergeschoß das Restaurant "The Grand Stage", in dem wir kurzerhand einkehrten. Das wir die einzigen waren, die keinen Anzug trugen störte uns dabei nicht im geringsten. Wenn man sich mit Dim Sum nicht auskennt, ist es schwierig das richtige zu wählen, aber wir hatten Glück, denn es war kein richtiger Reinfall dabei und doch einige Sorten, die sehr lecker waren.
Weiter ging es zu den Mid-Level-Escalators,
einer Kombination aus verschiedenen Rolltreppen, die den unteren Teil
der Stadt mit den Wohnhäusern der höher gelegenen Midlands verbinden.
Das Ganze erstreckt sich über ca. 800m und ist einen Besuch wert.
Ein beliebtes Geschenk/Mitbringsel kann man in der kleinen ManWa Lane finden. Dort haben sich die Stempel- und Siegelmacher der Stadt angesiedelt. Auch wir haben zugeschlagen und innerhalb von etwa einer Std. unsere Stempel bekommen. Dabei kann man den gewünschten Namen aus einem großen Register aussuchen und wird eigentlich immer fündig.
Es wurde schon Nachmittag und wir wollten noch unbedingt den Bank of China Tower sehen, also nahmen wir wieder die Tram und waren schon bald da. Von dort kommt man auch schnell zur Peak Tram. Diese fährt hinauf zum Peak, einem der besten Aussichtspunkte der Stadt, allerdings an diesem Tag nicht für uns, da wir noch ein wenig durch Kowloon wollten.
Am Flughafen haben die Mitarbeiter ganze Arbeit geleistet. Es wurde jeder Koffer, Tasche und Rucksack geflitzt. Ich hatte alles akribisch gepackt und musste mitansehen wie die Sachen schön durcheinander gebracht wurden. Jedoch rührte ich keinen Finger und vertrat eher den Standpunkt, dass wer auspacken kann auch wieder einpacken können sollte.
Auf unseren Flügen mit Continental/United hat uns ein Magazin immer enorm belustigt. Der Katalog der Skymall zeichnet sich durch seine geschmackvolle Auswahl an Einrichtungsgegenständen, Bekleidung für jung und alt, sowie vieler sinnreicher Geschenke und Mitbringsel aus. Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens lohnt in jedem Fall. Hier ein paar Artikel, die gaaaanz weit vorne sind:
Hair Rejuvenation Laser
Beard Cap
Boris
In Guam wurden wir zum zweiten mal nicht abgeholt, obwohl es gebucht worden war. Durch die bereits erwähnten, verbesserungswürdigen Flugpläne, waren wir wieder mitten in der Nacht abgeflogen und kurz vor Sonnenaufgang angekommen. Da wir einen weiteren Tag auf der Insel hatten und endlich ins Bett wollten, nahmen wir wieder ein Taxi ins Oceanview Hotel. Weitere 20 USD in Abgasen aufgegangen und wieder eine Beschwerde an der Rezeption, und diesmal auch ans Reisebüro. Auf Nachfrage wo denn der Fahrer gewesen sei, hieß es, dass er am Flughafen gewartet hatte. Wir fragten ob er ein Namensschild oder Schild mit dem Hotelnamen dabei gehabt hatte? "Ja. Auf dem Schild stand Marriott Hotel..." Wieso sind wir bloß nicht gleich drauf gekommen? Der Gipfel war dann unser Zimmer, diesmal im Haupthaus. Eine richtige Bruchbude mit lauter Klimaanlage, dreckigen Fenstern usw. Wir waren gerade in der Laune für eine kleine Beschwerderunde und haben unseren Standpunkt recht deutlich gemacht, weswegen wir auch innerhalb von etwa einer halben Std. ein neues Zimmer im neuen Trakt bekamen. Dort war es wieder i.O. und wir konnten endlich schlafen.
Abends ging es dann nach Pohnpei. Wieder ein Nachtflug, mit Zwischenlandung in Chuuk, wo der "chuukesische Geheimdienst" das Flugzeug filzte, danach weiter nach Pohnpei. "Where the hell is Pohnpei", werdet ihr euch fragen? Nun, ich sage es mal so: Irgendwo auf halber Strecke zwischen Hawaii und den Philippinen. Wie Yap gehört auch Pohnpei zu den FSM (Föderierte Staaten von Mikronesien). Dazu gehören noch das bereits erwähnte Chuuk (Truk) und Kosrae. Alles kleine Inselstaaten, die am Tropf der USA hängen. Die Hauptstadt Palikir ist auch gleichzeitig die Hauptstadt der FSM und man merkt schon am Flughafen, dass mehr los ist als auf Yap. Ein Gast auf Yap, seines Zeichens Präsident des College of Micronesia, erzählte, dass auf Pohnpei der Verwaltungsapparat beheimatet ist, die weiterführende Schule und auch der Regierungssitz.
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Mitten in der Nacht wurden wir zum Hotel gefahren. Das "The Village" ist ein Eco Resort an der Nordküste der Insel. Der Hauptunterschied zu einem Non-Eco Hotel ist: Es gibt keine Fenster! Nein, es ist lässt sich sicher nicht nur darauf reduzieren, aber es wird schon Wert auf Ökologie gelegt. Es gibt wirklich keine Fenster. Die Öffnungen sind mit Fliegengittern geschützt und auf eine Klimaanlage wird bewußt verzichtet. Die Brise, die somit immer durch das Zimmer wehen kann, wird durch einen Ventilator unterstützt, den man bei Bedarf zuschalten kann. Die Zimmer sind Bungalows, die komplett aus Holz gebaut wurden und ein Palmblätterdach haben.
Gut, soweit zur Prospektwerbung... Wir kamen an und außer dem Fahrer war keiner da der uns begrüßte, ein Willkommensdrink reichte oder uns sonst irgendwelche Annehmlichkeiten angedeihen ließ. Im Zimmer angekommen mussten wir feststellen das auch keine Minibar vorhanden war (ok, Eco halt) aus der wir unseren Durst hätten stillen können. Das Wasser aus der Leitung sollte trinkbar sein und so bedienten wir uns.
| The Village mit Ausblick |
Nach einer leicht verkürzten Nacht, weil irgendwann der Generator angesprungen war, gingen wir früh ins Haupthaus. Uns begrüßte weltklasse Wetter und im Restaurant haben wir ein durchaus leckeres Frühstück bekommen. Wir lernten auch die Eigentümerfamilie kennen. Dies sind Patty, Bob und ihr Sohn Jamie. Die Arthurs leben und arbeiten schon seit über 40 Jahren auf Pohnpei und das Hotel haben sie selbst erbaut. Wir besprachen kurz die Tauchprozedur für den nächsten Tag und wurden dann weitestgehend in Ruhe gelassen. Leider setzte sich das weitestgehend fort. Eine aktive Gastgeberrolle, wie auf Yap, haben wir bei den Arthurs leider nicht erlebt. Das Hotel hat wirklich Potential, aber das Management versäumt es etwas dem Gast das "Daheim Gefühl" zu geben. Allerdings kann man sich bei Fragen immer an die Arthurs wenden.
Den weiteren Tag verbrachten wir in Ruhe. Das Village liegt etwas abseits und man hat nur einmal am Tag den Shuttle in die Stadt zu nehmen, weswegen wir das gute Wetter genossen und entspannten. Schließlich hatten wir in Sachen Ruhe etwas Nachholbedarf nach den wilden Tagen auf Yap.
Das Essen im Village ist wirklich gut. Es ist amerikanisch angehaucht aber qualitativ auf sehr gutem Niveau. Es gibt Steaks in verschiedenen Variationen, Geflügelgerichte und natürlich auch das was das Meer hergibt. Sehr zu empfehlen ist hierbei das Sashimi. Wir hatten jedenfalls fast jeden Abend etwas anderes und immer eine gute Wahl getroffen. Die Angestellten waren durchweg gut und serviceorientiert.
| Das Restaurant |
Das Tauchen auf Pohnpei ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt ganze zwei Basen, wovon eine die im Village ist und eine weitere mehr auf japanische Gäste spezialisiert zu sein scheint. Das dies sich unmittelbar auf die Qualität der TG und Spots auswirkt, kann man sich natürlich vorstellen. Bei der Auswahl des Reiseziels war uns wichtig endlich mal an einem Ort zu tauchen wo kein anderer ist bzw. die Gruppe sehr überschaubar. So geschehen auf Pohnpei. Am ersten Tag waren wir die einzigen Taucher und das ist etwas, das wir noch nie hatten. Das Boot ist nur für uns rausgefahren und auch sonst war auf dem Meer kein anderes Tauchboot zu sehen. Die wenigen Tauchgäste die sich dorthin verirren müssen allerdings auch die Ansprüche runterschrauben was die Ausstattung der Basis und der Boote angeht. Es gibt zwei Aussenborder aus Glasfaser und an der Anlegestelle ist nur ein Barracke mit ein wenig Zubehör. Leihequipment gibt es etwa 5 Automaten und Jackets und auch sonst ist es eher provisorisch eingerichtet. Aber das haben wir uns schon gedacht und somit waren wir auch nicht überrascht. Wichtig ist das der Guide was auf dem Kasten hat, die Ausrüstung ok ist und die Spots was taugen.
Unser Guide, Stamp, ist ein alter Hase in den Gewässern um Pohnpei. Er macht eigentlich alles: Ist Guide, Bootsführer und Basisleiter in einer Person. Er hat schon viele hundert TG vor Ort gemacht und kennt die besten Plätze, wie wir auch feststellen konnten. Am ersten Tag ging es in den Südwesten der Insel zum Pohaloang Pass. Die Insel ist von einem Saumriff umgeben, der durch diverse Kanäle unterbrochen wird. In den meisten dieser Kanäle wird auch getaucht. Je nach Strömung an den Außen- oder Innenseiten des Riffs und bei einlaufender Strömung auch gern in den Kanal hinein. Wir machten beide TG am Pass und während wir zunächst auf der Außenseite blieben, ging der zweite TG in den Kanal rein. Auch hier konnten wir uns davon überzeugen, dass der Zustand der Korallen wirklich ziemlich gut ist. Keine Bleiche, hier und da mal ein paar Stellen wo Anker wahrscheinlich etwas zerstört hatten, aber ansonsten wirklich schöne und belebte Riffe. Beim zweiten TG im Kanal haben wir die wohl größte Barrakudaschule unseres Lebens gesehen. Keine Ahnung wieviele Tiere es waren, aber dicke dreistellig. Das ganze durften wir bei strahlendem Sonnenschein erleben, was die Wirkung der Farben natürlich noch verstärkte.
| Barrakudaschwarm |
| Los quatro anonymos |
Nach den TG war immer Ruhe angesagt. Entweder ein kleines Nickerchen, oder auch die Urlaubslektüre fand mal wieder Beachtung. Es war ja Zeit! Die eingeschränkten Möglichkeiten an Aktivitäten ließen ja nicht viel mehr zu.
Für den zweiten Tag wurde uns eine weitere Taucherin avisiert. Anne lernten wir am folgenden Tag kennen. Sie war allein von Kosrae gekommen und wollte noch ein paar Tage in Pohnpei tauchen. Wie sich herausstellte war sie nicht zu zart besaitet und so hatten wir die kommenden drei Tage viel Spaß miteinander.
Der zweite Tauchtag war erstmal bewölkt. Wir wollten die bekannte "Manta Road" ansteuern. Ein Spot, der, wie der Name schon sagt, Mantas verspricht. Er liegt nicht weit vom Hotel weg innerhalb der Lagune und besteht aus einem unterseeischen Hügel, den man umrunden kann. Beim Abstieg orientierten wir uns an der Ankerleine und kaum unten angekommen signalisierte und Stamp, mit seinen flatterhafen Bewegungen, schon etwas "fliegendes". Es stellte sich als ein Adlerrochen heraus, der ein, zwei Minuten in einiger Entfernung seine Kreise zog. Das war ja schon ein Anfang nach Maß und wir setzten unsere Runde fort, ohne allerdings viel spannendes zu sehen. Während wir also etwas rumdümpelten und umherblickten, vernahmen wir wieder das vertraute Klingen des Metallstabs gegen die Tauchflasche. Wild gestikulierend gebot er uns auf den Grund zu gehen, was wir auch taten, und kurz darauf kam hinter einem Korallenblock ein erster Manta hervor und dahinter noch ein zweiter. Langsam bewegten sie sich an uns vorbei und musterten uns neugierig. Wir hielten uns noch ein paar Minuten dort auf und die beiden kamen nochmal zurück. Hinzu gesellte sich noch ein weiterer Manta, von der Gegenseite, der direkt über uns hinwegschwebte und keinerlei Anstrengung zeigte, während wir, mit Kamera in der einen Hand und die andere zum festhalten benutzend, schwer gegen die zunehmende Strömung ankämpften.
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| Manta an Manta Road |
An der Oberfläche hatte sich das Wetter nochmals verschlechtert, weswegen Stamp uns zu einem Unterstand auf einer unbewohnten Insel fuhr. Kaum angekommen begann es derart zu regnen, dass wir teilweise keine 50m weit schauen konnten. Die Pause dehnten wir deshalb etwas aus, aber nach knapp 2 Std. nutzten wir eine kurze Pause um wieder hinaus zu fahren. Im Regen konnten wir sogar unsere Haare mit dem Shampoo waschen, das eigentlich für die Maske gedacht war.
Der TG war wiedereinmal von sehr schönen Korallen und viel Rifffisch geprägt. Wir konnten diesmal vor allem eine tolle Neonsternschnecke sehen, aber auch schöne Anemonenfische, Rochen usw. Den dritten TG schenkten wir uns, da es außerhalb des Wassers recht kalt war und fuhren ins Hotel. Für den Rest des Tages hörte es nicht mehr auf zu regnen und selbst in der Hütte war irgendwie kein trockenes Kleidungsstück zu finden, da die hohe Luftfeuchtigkeit alles klamm hatte werden lassen. Die offene Bauweise der Bungalows ist zwar sehr reizvoll, man sollte aber bedenken, dass es bei Regen auch in den Bungalows mal etwas naß werden kann.
| Unser offenes Zimmer |
Wir hatten einen großen Wunsch für diesen Urlaub gehabt. Das benachbarte Ant (Ahnd) Atoll soll taucherisch ein echtes Highlight sein. Es ist komplett unbewohnt und soll die Möglichkeit auf große, und ich meine große, Fische bieten. Gelegentlich haben sich schon Hochseehaie dorthin verirrt und vor allem an einem Kanal für unvergessliche Erlebnisse bei Tauchern gesorgt. Dies ist ja genau das wonach wir aus sind. Wir wollen das Meer mit all seinen weniger häufig sichtbaren Bewohnern erleben und sind natürlich heiß auf gerade solche Opportunitäten, die sich bieten. Auf Yap war uns ein solcher TG leider wegen der Witterung versagt geblieben, aber hier sollte es nun klappen wenn ein Tag mit weniger Wellengang wäre.
Am nächsten Morgen kam Jamie freudig zu uns drei an den Frühstückstisch und verkündete, dass wir einen Versuch starten würden. Nach dem verregneten Vortag, genau die richtige Einstimmung in den Tag. Die Überfahrt lief ziemlich reibungslos, aber wir merkten, das man außerhalb des Windschattens der Berge, im offenen Meer, doch deutlich den Wellengang zu spüren bekam. Die Inseln des Atolls sind wunderschön. Ein wahrer Südseetraum! Palmen und Sandstrände waren etwas, das in diesem Urlaub noch nicht vorgekommen war. Weder auf Yap noch Pohnpei hatten wir einen Strand besuchen können.
| Im Ahnt Atoll, auf der Insel Pamuk |
Im Westen des Atolls, auf der windabgewandten Seite machten wir unseren ersten TG. Dieser fand an einer Steilwand statt und wir hatten gleich zu Beginn einen neugierigen Grauen Riffhai sowie ein paar Weissspitzen. Danach jedoch wurde es irgendwie unspektakulär, aber uns blieb ja noch ein weiterer TG. Wieder an der Oberfläche, konnten wir viele Vögel beobachten, die durch die Wasseroberfläche stießen um Beute zu fangen. Wir umkreisten diese Stelle mehrfach und ich wartete darauf, das Stamp den Motor abstellte damit wir reinspringen konnten. Allerdings hatte er nicht die Absicht zu tauchen. "Zuviele Haie" meinte er "viel zu gefährlich." Ja, Kruzifix... deswegen waren wir doch da... Die Oberflächenpause verbrachten wir an einem traumhaften Strand bei strahlendem Sonnenschein. Ein paradiesischer Ort den wir nur ungern wieder verlassen wollten, aber der zweite TG rief und der sollte im Tauenai Kanal stattfinden, dem möglichen Highlight unseres Urlaubs. Nach dem Strömungscheck entschied Stamp den Einstiegsort zu ändern, da die Strömung gedreht hatte. Die Sicht war ordentlich und wir schwammen in den Kanal, nur um bald umzukehren, da wir nun doch gegen die Strömung anschwammen. Wir bekamen leider auch nicht sonderlich viel von dem zu sehen was wir erhofft hatten, aber so kann es nunmal gehen. Gerade wenn die Erwartungen sehr hoch sind, ist die downside auch am größten. Dafür haben wir wenigstens einen Flammen-Zwergkaiserfisch gesehen, den wir erstmalig bewundern durften.
| Flammen-Zwergfeuerfisch |
Wie ich schon erzählte, liegt auf Pohnpei die Hauptstadt und es stellt auch die bevölkerungsreichste Insel der FSM. Hier dürfte auch das Handelszentrum Mikronesiens liegen, denn vor Kolonia lagen immer etliche Schiffe vor Reede. Es waren Frachter, aber auch Fischtrawler der größeren Art. Bei uns machte sich ein wenig der Eindruck breit, als das die Insel ihre natürlichen Resourcen verscherbelt. Eine Frage die unbeantwortet blieb, aber ein ungutes Gefühl hinterließ.
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| Nan Madol mit blindem Passagier |
Kulturell hat Pohnpei auch ein bisschen was zu bieten. Am folgenden Tag machten wir eine Landtour und diese begann erstmal mit einer Bootsfahrt. Das erste Ziel lag im Südosten der Insel. Nan Madol! Diese alte Ruinenstadt ist zwischen 500 und 800 Jahre alt und wurde durch die alte Hochkultur der Saudeleurs errichtet. Heute stehen davon, wie gesagt, nur noch Ruinen und sind teilweise überflutet. Nan Madol wird deshalb auch Venedig des Pazifik genannt. Für uns eine Gelegenheit diese mit einem Kajak zu erkunden. So konnten wir die Ruinen und umliegenden Dschungelgebiete paddelnd erkunden, was ein großer Spaß und wirkliches Highlight war. Während wir so paddelten bemerkte ich im Blickwinkel eine Bewegung und erschrak zu Tode als eine kleine Eidechse auf mich zustürmte. Sie war allerdings nur auf der Suche nach einer trockenen Mitfahrgelegenheit und nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, krabbelte sie an mir hoch und nahm auf meinem Hut Platz. Die Zutraulichkeit aber nahm soweit zu, das sie mir gepflegt auf meine Kopfbedeckung kackte.
| Insel Na |
Nach der Mittagspause auf einer weiteren traumhaften Insel ging es zu einer weiteren Schönheit auf Pohnpei. Die Insel ist reich an Wasser. Immerhin gibt es dort Niederschläge von durchschnittlich 5.000mm/m², was es zu einem der feuchtesten Orte der Welt macht. Es gibt dort einige Wasserfälle, von denen der Kepirohi einer der bekanntesten ist. Wir machten einen kurzen Spaziergang dorthin und bekamen einen wirklich schönen und friedvollen Ort zu sehen. Man läuft einen schmalen Weg in den Urwald hinein und nach ca. 10 Min steht man vor dieser Naturgewalt.
| Keipirohi Wasserfall |
Wir befanden uns noch immer im Süden der Insel und traten den Rückweg an. Als letzte Aktivität des Tages stand Schnorcheln bei Manta Road an. Was wir mit einem müden Lächeln quittierten sollte ganz anders werden als erwartet. Dort angekommen machten wir uns fertig und hüpften ins Wasser. Die Sicht war nicht doll und es passierte auch nicht wirklich viel. Anne war schon ne Ecke weg und wir zwei hatten schon bald genug "gesehen". Auf dem Weg zum Boot entdeckten wir den ersten Manta, wie er in ca. 5m Tiefe unter uns vorbeizog und dann ging alles Schlag auf Schlag. Im Schlepptau zog er einen riesigen Schwarm Füssiliere her, die praktisch direkt unter der Wasseroberfläche durch das Plankton zogen. Dabei machten sie keinen Bogen um uns sondern wir fanden uns schon bald inmitten des Schwarms und konnten direkt zuschauen wie sie sich die Mägen vollschlugen. Solange wir nicht versuchten nach ihnen zu greifen, was durchaus möglich war, entfernten sie sich nur wenn die Planktonwolke weiterzog. In der zwischenzeit kamen weitere Mantas und drifteten auf uns zu um kurz vor dem Zusammenprall in die Tiefe zu verschwinden. Dabei machten sie Loopings und genossen die Völlerei. Wir waren total geflasht und es wollte nicht aufhören. Die Füssiliere bildeten eine Wand, die vielleicht einen Meter breit war, 5-10m in die Tiefe und bis ans Ende der Sichtweite reichte. Wenn sie weiterzogen mußten wir nur folgen um zu den Mantas zu gelangen, denn diese waren die Speerspitze.
| Wand von Füssilieren |
Sogar schwarze Mantas sahen wir und bei einem so reich gedeckten Tisch, kamen auch noch Haie dazu. Ich weiß nicht wie lange wir letztendlich im Wasser waren, aber noch vom Boot aus konnten wir die Flügelspitzen des Mantas an der Oberfläche sehen. Anne war sogar noch besser positioniert, denn sie war immer genau mittendrin. Absolute Endstufe, würde ein bekannter Promi dazu sagen... Sowas ähnliches hatten wir uns am Tag zuvor erhofft, aber so konnten wir wieder einmal erleben, dass in der Natur alles kann, aber nichts muß.
| Mantas und wir |
Abends war leider nicht viel los. Obwohl das Restaurant auch mit Einheimischen gut besucht war, kam irgendwie nie so richtig Stimmung auf. Die Kulisse und das Essen geben wirklich einiges her, aber leider wird da nicht viel draus gemacht. Hier besteht, genauso wie beim Ausschöpfen des Potentials des gesamten Resorts, noch Nachholbedarf. Die Mitarbeiter aber sind sehr hilfsbereit und aufmerksam. Durch Anne hatten wir aber etwas Abwechslung und so konnten wir einiges erzählen und machten das beste aus den Abenden.
Am vorletzten Tag fuhren wir nochmal hinaus aufs Meer um zwei letzte TG zu machen. Nachdem wir zwei Tage zuvor einen TG wegen des Regens gecancelled hatten, fuhren wir nochmal zum Mwand Pass, den wir bei einlaufender Strömung betauchen wollten. So geschah es auch und während es erstmal unspektakulär anfing, wurde es zum Ende hin immer besser. Die Korallenriffe waren wieder schön und gut erhalten. Es gab die üblichen Verdächtigen wie Schnapper, Füssiliere usw. und auch ein Hai verirrte sich in einiger Entfernung in unser Blickfeld. Stamp bedeutete uns ihm zu folgen und so gingen wir tiefer, obwohl der TG schon dem Ende zuging und dann sahen wir auf etwa 30m eine Schule von etwa 50 jungen Blacktips über einem Plateau. Toll! Beim Aufstieg "flog" noch ein Adlerrochen vorbei und einen Napoleon sahen wir auch noch.
| Hundezahntunas zwischen uns |
Der zweite TG fand innerhalb der Lagune statt, an einer Wand namens Areu Wall. Die Sichtweiten waren nicht berauschend aber somit konnten wir uns auf die Wand konzentrieren und das haute uns völlig um. Ich kann mich kaum an eine Wand erinnern, die so vielseitig, bunt und gut erhalten ist. Riesige Gorgonien mit Größen von bis zu 4x2m, Peitschenkorallen und viele bunte Fische machten diesen TG zu einem krönenden Abschluß. Stamp hatte sich über die Tage als ein sehr relaxter Guide, der sich prima auskennt herausgestellt.
| Areu Wall und seine Bewohner |
Der Rest des Tages und den kommenden Tag verbrachten wir mit Packen und Entspannen. Wir hätten auch nicht viel mehr machen können, denn es regnete eigentlich nur einmal. Es ist, wie schon gesagt, einer der regenreichsten Orte der Welt und obwohl der März eher einer der trockneren Monate sein soll, so hat es doch fast jeden Tag geregnet. Mal mehr mal weniger, aber es war auf Dauer schon etwas nervig, vor allem da man nirgendwo richtig trocknen konnte. Allerdings hatten wir bei unseren Ausfahrten immer Glück und so haben wir unser Pensum fast völlig geschafft.
Während ich noch auf das nächtliche Kolonia zurückblickte, fragte ich mich wie mein Fazit sei. Schließlich war die Insel ja die große Unbekannte auf unserer Reise. Was soll ich sagen? Auf der einen Seite stehen die vielen hervorragenden Tauchspots, die reichhaltige Natur und auch Nan Madol. Auf der andern das ungewisse und teilweise launische Wetter, sowie das etwas seltsam anmutende Resort, Bates Motel, wie Onkel treffend bemerkte. Es war schon aufregend einen fast weißen Fleck auf der Landkarte zu besuchen, aber auch schade, dass die Möglichkeit der Kommunikation von Seiten des Hauses nicht sonderlich gefördert wurden.
Kalangan, Pohnpei!
Meine Top 5 Spots:
1. Areu Wall
2. Manta Road
3. Mwand Pass Outside
4. Pheleng Pass Inside
5. Tauenai Pass/ Ant Atoll
Unser Zeitplan war eng gesteckt und nach jeweils einer Woche Yap und Pohnpei ging es auf die dritte und letzte Etappe. Wir besuchten zum dritten mal Guam und nach einer kleinen Shoppingtour verabschiedeten wir uns endgültig von dieser amerikanischen Enklave inmitten des Pazifik. Es ging, nach zwei Wochen Abgeschiedenheit, ins pulsierende Leben von Hong Kong.
Größere Kartenansicht
Die Ankunft nachts ließ uns die Glitzermetropole in voller Pracht erleben. Auf dem Highway haben wir schon einen Eindruck vom Bevölkerungsproblem dieser Stadt bekommen. Hier wird nicht in die Fläche gebaut, sondern in die Höhe. Die Hochhaussiedlungen kann man schon aus dem Flieger gut erkennen, jedoch ist nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen ob es sich eher um sozialen Wohnungsbau handelt oder um großzügige Wohnungen für Besserverdienende.
Unser Hotel war das Regal Riverside im neueren Stadtteil Sha Tin. Er liegt jenseits der Lion Rock Bergkette, in den New Territories. Es ist in den 70er Jahren entstanden und überwiegend von Hochhäusern geprägt.
Nachdem wir am ersten Abend nur noch etwas in Zimmer gegessen hatten und uns zügig ins Bett begaben, konnten wir am folgenden Tag früh starten. Im Frühstücksrestaurant hatten wir freien Blick auf den Pool, wo sich eine Fussballmannschaft mit Gymnastik auf Trab brachte. Wir fragten uns was es für eine Mannschaft sei, konnten aber nur anhand des Sponsors eine Vermutung anstellen. Aber noch während wir Nachschlag holten, kamen sie rein und ich sprach einen der Jungs an. Es stellte sich heraus, daß es sich dabei um Yangoon United aus Myanmar handelte, die zu einem internationalen Pokalspiel angereist waren.
Den Ruf als High Tech Stadt konnten wir schon bei der Fahrt mit der Metro bestätigen. Fast jeder war mit seinem Handy beschäftigt. Es wurde getippt, gescrollt und sogar Filme geschaut. Das Metronetz der Stadt heisst MTR und besteht seit 1979. Die Hauptpfeiler sind dabei die MTR Züge im Stadtzentrum und die KCR Züge, die in die Vororte fahren.
Erstes Ziel war Victoria Harbour, einer der bekanntesten Häfen der Welt. Vorbei am Peninsula konnten wir einen Blick auf die Skyline von Central District auf Hong Kong Island werfen. Allerdings war der Blick durch Nebel getrübt. Auf der Avenue of Stars bewegten wir uns zum Hafen der Star Ferry, von wo aus wir hinüber wollten. Direkt neben der Ferry liegt auch der bekannte Clocktower, der schon seit 1915 im Viertel Tsim Sha Tsui steht.
| Avenue of the Stars |
In HK ist das Thema Transport sehr gut durchdacht. Mit Hilfe der Octopus Card kann man alle Fahrten, egal ob Bus, Bahn oder Fähre, bargeldlos bezahlen und das ganze ist zudem günstig. Man bekommt sie an jedem Bahnhof an den Fahrkartenhäuschen. Aufladen geht dann an Automaten.
| Blick nach HK Island mit Star Ferry |
| Doppelstöckige Staßenbahnen in Central |
Nachdem wir uns kurz in der Glitzerwelt der Designershops und Malls rumgetrieben hatten, wollten wir einen der bekanntesten Tempel der Stadt ansteuern. Der Man Mo Tempel ist den beiden namensgebenden Göttern geweiht, Man, dem Gott der Literatur und Mo, dem Gott des Krieges. Im Tempel brennen überall Kerzen und es duftet nach Räucherstäbchen. An den Decken hängen Kringel mit roten Kärtchen, mit Bitten an die Götter, die wenn sie in Rauch aufgegangen sind, direkt zu ihnen transportiert werdensollen. Ein wunderbarer und mystischer Ort.
| Eindrücke aus dem Man Mo Tempel |
Weiter ging es zur Western Market bzw. der Markthalle im Urban Council SheungWan Complex. Der Markt war, sagen wir mal: interessant. Es wird dort alles mögliche verkauft. Vögel, Fleisch, Fisch und Gemüse. Ob sie in dieser Form allerdings in Deutschland feilgeboten werden dürften, wage ich zu bezweifeln.
Der Hunger machte sich bemerkbar und da wir schonmal da waren, wollten wir im Restaurant über dem Markt essen gehen. Oben bot sich uns ein Bild, das uns einerseits amüsierte aber auch umhaute. Das Restaurant war eine riesige Halle mit zig kleinen Buden die Essen anboten. Die Idee mit dem Essen dort verwarfen wir aber recht schnell, denn es war alles auf kantonesisch angeschrieben und wir wollten es tunlichst vermeiden etwas zu essen, das wir nicht essen wollten.
| Speisesaal im Marktgebäude |
Der Western Market ist ein alter Ziegelsteinbau der ursprünglich ein Stadtmarkt war. Heute befinden sich viele kleine Läden darin und im Obergeschoß das Restaurant "The Grand Stage", in dem wir kurzerhand einkehrten. Das wir die einzigen waren, die keinen Anzug trugen störte uns dabei nicht im geringsten. Wenn man sich mit Dim Sum nicht auskennt, ist es schwierig das richtige zu wählen, aber wir hatten Glück, denn es war kein richtiger Reinfall dabei und doch einige Sorten, die sehr lecker waren.
| The Grand Stage |
| Mid Level Escalators |
Ein beliebtes Geschenk/Mitbringsel kann man in der kleinen ManWa Lane finden. Dort haben sich die Stempel- und Siegelmacher der Stadt angesiedelt. Auch wir haben zugeschlagen und innerhalb von etwa einer Std. unsere Stempel bekommen. Dabei kann man den gewünschten Namen aus einem großen Register aussuchen und wird eigentlich immer fündig.
Es wurde schon Nachmittag und wir wollten noch unbedingt den Bank of China Tower sehen, also nahmen wir wieder die Tram und waren schon bald da. Von dort kommt man auch schnell zur Peak Tram. Diese fährt hinauf zum Peak, einem der besten Aussichtspunkte der Stadt, allerdings an diesem Tag nicht für uns, da wir noch ein wenig durch Kowloon wollten.
| Bank of China |
Was
das shoppen angeht, so findet man in HK eine nahezu unerschöpfliche
Vielfalt an allem was man sich vorstellen kann. Es gibt Malls, Boutiquen
und Märkte. Oftmals gibt es bestimmte Straßen, die sich nur auf
bestimmte Güter spezialisiert haben. So liefen wir durch eine Straße in
der es nur Brautmodenläden gab. Unser Ziel allerdings war die Fa Yuen Street
in der ein Senakerladen am nächsten liegt. Dutzende Shops mit nur einer
Ware: Turnschuhe! Ein Paradies... Allerdings stellte sich schon bald
heraus, dass viele Schuhe sich wiederholten. Dennoch ein Erlebnis und
als es dunkel wurde, wurde es voller als in Indien.
| Fa Yuen Street |
Nach einer
Nacht, in der wir geschlafen haben wie Babys, stärkten wir uns beim
Frühstück für den bevorstehenden Tag. Wieder trafen wir das Team von
YUFC und wir fragten zwei europäische Spieler, die dort ihr Geld
verdienen, wo denn das Spiel an jenem Tag genau stattfände. Da
entgegnete uns einer der beiden: "Bangkok". Etwas verdutzt schauten wir
uns an, als sein Kollege ihn korrigierte und meine, es fände im Mong Kok
Stadion statt. Was ein Glück muss nicht jeder Spieler eigenständig zu
Auswärtsspielen anreisen...
Genau nach Mong Kok führte uns auch
unser erstes Ziel. Der Blumenmarkt der Stadt ist ein beliebtes Ziel für
Einheimische, wie Touristen und dem wollten wir nicht nachstehen. Er
zieht sich über die gesamte Länge der so treffend benannten Flower
Market Road. Ein Blumenladen neben dem anderen mit wirklich vielen
schönen und exotischen Pflanzen gab es zu sehen. Direkt an der Straße
liegt auch der Eingang zum Stadion, das sich als moderne und ansehnliche
Spielstätte des Heimvereins Citizen FC präsentiert.
| Flower Street Market |
Am Ende der Straße
schließt sich gleich der Vogelmarkt an. Diesen wollten wir uns natürlich
auch nicht entgehen lassen und begaben uns mitten hinein. Inmitten
einer schönen Kulisse gab es alles was den geneigten Vogelliebhaber
glücklich macht. Vögel gab es natürlich auch, jedoch wieder etwas
befremdlich, die Haltung von teilweise zig Vögeln in einem Käfig. Man sah
sie in allen Farben und Größen, und einige konnten sogar Salti
vollführen. So romantisch ich mir das auch vorgestellt habe mit den
kunstvoll gefertigten Bambuskäfigen und den alten Herren, die ihre Vögel
spazieren trugen, so ernüchternd war es dann auch wieder. Irgendwie
sind Vögel doch ein Symbol der Freiheit und in dieser auch am schönsten.
| Auf dem Vogelmarkt |
Wir
hatten genug gesehen und marschierten nach Süden. Auf dem Weg
passierten wir den Ladies Market mit seinen vielen Buden und Ständen
voller Klamotten und Accesoirs für Frauen, liefen die Nathan Road hinab
und kamen schließlich an ein weiteres Ziel, nämlich den Tin Hau Tempel.
Er war ähnlich aufgebaut wie der ManMo Tempel, nämlich mit drei Flügeln,
die jeweils unterschiedlichen Gottheiten geweihte Schreine enthielten.
| Im Tin Hau Tempel |
Während
der nördliche Teil der Nathan Road doch eher von kleinen Läden, die
eher Billigwaren verkaufen geprägt ist, erreichten wir im südlichen Teil
die Glitzerwelt der Weltmarken. Hier reihten sich ein Boutique an den
nächsten Flagshipstore und die Bauten wurden auf immer schicker und
aufwendiger. An der Haltestelle Tsim Sha Tsui betraten wir eine Mall,
den iSquare, und wollten
nach ein paar Mitbringseln schauen. Im Endeffekt haben wir die
Gelegenheit auch genutzt um einen Happen zu Mittag zu essen. Nach all
dem Asiafood war uns mal wieder nach italienisch, weswegen wir das
Carpaccio in der obersten Etage wählten, das mit einem sehr
ordentlichen Mittagstisch aufwartete.
Fast am südlichsten Zipfel
von Tsim Sha Tsui liegt nochmal ein Hingucker, den man vom Fährhafen gar
nicht richtig wahrnimmt. Es handelt sich dabei um das ehemalige
Hauptquartier der HK Marinepolizei, heute als Heritage 1881
bekannt. Ein toller, alter viktorianischer Bau, der heute ein
Luxushotel und zahlreiche Edelboutiquen beherbergt. Dennoch auch einen
Besuch wert um sich ein kleines Bild von den "good old times" zu machen,
als hier noch die Queen bzw. deren Vorgänger das Zepter schwangen.
| Heritage 1881 |
Den
Rest des Nachmittags verbrachten wir überwiegend mit shoppen bzw. dem
dazugehörigen rumlaufen. Empfehlen möchte ich dafür die gigantische Mall
im Ocean Terminal, unweit des Fährhafens.
Ach ja, wir waren auch
noch in Whampoa Garden. Ein Ort, der durch seinen ungewöhnlichen
"Baustil" bereits durch die weltweite Presse ging.
| Whampoa Garden |
Der letzte
Abend stand an und das ist für uns immer ein Anlaß nochmal einen
gediegenen Ausklang für den Urlaub zu finden. Dies machen wir immer in
Form eines guten Essens bei dem wir uns die Köstlichkeiten der
heimischen Küche genießen. Unsere Wahl war diesmal auf das Tin Lung Heen
gefallen, das sich im 102. Stockwerk des ICC Towers befindet.
| Das ICC |
Die
Einrichtung bzw. das Ambiente waren sehr ansprechend und einladend. Wir
hatten sogar einen Festerplatz bekommen, von dem wir aber letztendlich
nicht viel hatten, denn es war so neblig, dass wir nicht mal das Symphony of Lights sehen konnten, für das wir rechtzeitig eingetroffen waren.
| Teeschrank im Tin Lung Heen |
Als
es an die Auswahl der Speisen ging, mussten wir uns, entgegen unserer
üblichen Entschlußfreudigkeit, etwas mehr Zeit lassen. Sich eine
Vorstellung von dem zu machen, was es gab, fiel uns zunächst etwas
schwer, vor allem da wir davon ausgegangen waren, dass wir Dim Sum
bekämen, wovon aber weit und breit nichts zu sehen war. Nach einer
gewissen Zeit hatten wir zumindest schon einmal die Vor- und Hauptspeise
gewählt und überlegten uns, ob es noch etwas als Zwischengang sein
könnte. Ich entschied mich doch für eine Schwalbennestsuppe, die mich
schon immer sehr neugierig gemacht hatte. Onkel wollte spontan
Entscheiden ob er noch einen Zwischengang nehmen sollte. Als Hauptgang
hatte ich Wagyu Rind genommen, besser bekannt als Kobe Rind.
Die
Bestellung wurde aufgenommen und nachdem ich als Zwischengang meine
teuerste Suppe ever, für satte 30€, gewählt hatte, nahm er auch Onkels
Bestellung entgegen. Danach wurde auch mein Hauptgang notiert und als er
sich wieder Onkel zuwandte, konnte dieser, obwohl sich kurzfristig gegen
einen Hauptgang entschieden zu haben, natürlich nicht mehr zurück und
orderte auch noch im Wok gebratene Foie Gras.
Die Vorspeise,
frittierte Lotuswurzel, war nicht schlecht, aber auch kein Hochgenuss
und so freuten wir uns auf unseren Zwischengang. Für mich kam eine
ordentlich gefüllte Schale, während mein Sitznachbar eine sehr
überschauliche Portion Schwalbennestsuppe mit Krebsfleisch bekam, bei
der es schien als sei der Preis in dem Maße gewachsen, wie die Größe der
Portion abgenommen hatte. Nun wollt ihr wissen ob sich das auch gelohnt
hat, etwas zu essen, wofür man sonst zu zweit einen Abend bestreitet?
Nun, es war ein Reinfall! Die Suppe schmeckte wie Hühnerbrühe, und nun
komme ich zu dem was ich weiter oben schon angeschnitten hatte, nämlich
dass der Preis nicht immer mit dem Geschmack korreliert. Dafür war das
Rind ein wirklicher Genuß und sehr lecker mit Gemüse zubreitet, genauso
wie das Dessert, eine Mangosuppe mit Sago.
Alles in allem muß ich
sagen, dass das kulinarische Erlebnis irgendwie ein wenig an uns
vorübergegangen ist. Eigentlich halten wir uns für offene und vielseitig
interessierte Esser, aber gerade die Spezialitäten der Kantonesischen
Küche waren langweilig und einfach nur teuer.
Dafür haben wir im
Anschluß noch einen Absacker in der Lounge Bar auf der
gleichen Etage. Dort hängen zwei gigantische Leuchter, die eigentlich
ein Abzug für einen Kamin darstellen, der allerdings (noch) nicht
betrieben werden darf, mit über 50.000 einzelnen Kristallen. Die Sicht
hatte sich in der Zwischenzeit gebessert und so konnten wir noch die
Aussicht aus HK höchstem Haus genießen.
| Kristallleuchter im Ritz |
Bis zum Abflug am
folgenden Tag blieben uns ein paar Std., die wir noch mit packen,
entspannen und einem Gang ins Spa nutzten. Während die Stunden
verstrichen, war auch irgendwann Zeit für ein Mittagessen, das wir in
einem kleinen, unscheinbaren Restaurant um die Ecke zu uns nahmen. Für
einen Preis der Vorspeise vom Vorabend haben wir diverse leckere Dim Sum
bekommen und haben sogar nochmal nachgeordert.
Später, im
Flugzeug, erlebten wir ein Deja Vu. In unserer Reihe funktionierte mal
wieder weder Inflight Entertainment noch Licht. Im Gegensatz zu unserer
Reise vor zwei Jahren, wurde aber alles, bis aufs Licht, doch noch i.O.
gebracht.
HK ist eine geile, energiegeladene Stadt, die so viele
Facetten hat, das man es gar nicht alles greifen kann. Einerseits ist
sie modern und weltoffen, anderseits noch sehr traditionell und
fremdartig. Ich denke es wird noch einige Besuche dauern bis wir sie
annähernd verstehen und begreifen können.
Wir kommen wieder!
Ein paar weiterführende Links:
Und noch ein Tipp als Pflichtlektüre: Noble House HK von James Clavell.
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Pohnpei
Montag, 16. April 2012
Great Barrier Reef auf Google Maps
Im Rahmen einer Forschungsreihe, die die Auswirkungen von Klimawandel auf die Korallen des größten Saumriffs der Erde dokumentieren soll, wird die Universität von Queensland etwa 50.000 Bilder der Unterwasserwelt vor Australien machen.
Google hat sich an dem Projekt beteiligt und wird die Ergebnisse, bzw. Auszüge daraus, auf der Sea View Engine präsentieren. Dies soll als Pionierprojekt für künftige Eindrücke aus der Welt unterhalb des Meeresspiegels dienen. Somit wird auch für Nicht-Taucher das Erlebnis Tauchen ermöglicht. Erste Probeaufnahmen sind hier bereits zu sehen und machen Lust auf me(e)hr.

Die Bilder werden mit einer speziellen UW Kamera gemacht, wie sie auch in ähnlicher Form schon für Street View verwendet wird und wurde. Ab September soll es dann offiziell soweit sein. Wir dürfen gespannt sein!
Google hat sich an dem Projekt beteiligt und wird die Ergebnisse, bzw. Auszüge daraus, auf der Sea View Engine präsentieren. Dies soll als Pionierprojekt für künftige Eindrücke aus der Welt unterhalb des Meeresspiegels dienen. Somit wird auch für Nicht-Taucher das Erlebnis Tauchen ermöglicht. Erste Probeaufnahmen sind hier bereits zu sehen und machen Lust auf me(e)hr.

Die Bilder werden mit einer speziellen UW Kamera gemacht, wie sie auch in ähnlicher Form schon für Street View verwendet wird und wurde. Ab September soll es dann offiziell soweit sein. Wir dürfen gespannt sein!
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Great Barrier Reef
Samstag, 31. März 2012
Yap - Mikronesien 2012 Teil 1
Habt ihr euch schon mal gefragt wo die ganzen Menschen hinfliegen, die einem so am Flughafen begegnen? Während ich auf meinen Reisebeginn wartete, schaute ich mich um und entdeckte Menschen mit unterschiedlichsten Reiseführern oder Prospekten. Ich sah Leute mit Zielen wie Brasilien, Neuseeland oder aber auch Wien. Ich fragte mich ob irgendwer ein ähnliches Reiseziel haben würde und wer im gleichen Flugzeug flöge? Fragen über Fragen. Einer Sache jedoch war ich mir ziemlich sicher, und sollte recht bekommen, nämlich, dass keiner unsere Destinationen ansteuern würde. Also Begleitet uns mal wieder auf einer Reise um die halbe Welt.
23 ist eine Zahl die sich (fast) jeder Reisende einprägen sollte. Meine Bekanntschaft damit machte ich beim Check-in, als die Waage sich bei 26kg einpendelte. Dies sei zu viel meinte die Dame am Schalter, und ob ich irgendwas ins Handgepäck packen könnte. Die Lust war gering in der Tasche rumzuwühlen, da auch alles strategisch gepackt war, und so entgegnete ich das es sehr umständlich sei. Sie legte mir nahe etwa 2kg rauszunehmen und ich war noch immer lustlos, weswegen ich fragte was die 2kg denn kosten sollten. Relativ trocken entgegnete sie mir, das wir bei 100€ landen würden. In diesem Augenblick fielen mir noch einige Dinge ein, die ich auch locker noch im Rucksack transportieren konnte.
Ich flog zunächst nach München wo ich Onkel treffen sollte und von wo aus wir weiter nach Hong Kong flogen. Von oben schaute die Stadt auch schon mal sehr vielversprechend aus, aber wir hatten nur ein paar Std. Stopover, weswegen wir im Flughafen blieben und uns die Zeit in einer Lounge vertrieben.
Um nach Yap zu kommen, muss man, meines Wissens entweder immer über Guam oder Manila fliegen. Wir ersparten uns Manila, was wir noch von unserem Trip nach Palau kannten, und bevorzugten Guam. Hier hatten wir ein Tageshotel nehmen müssen, da wir morgens ankamen und die Flüge immer nachts starten. Keine Ahnung warum, aber an diesem Flugplan besteht noch einiger Verbesserungsbedarf. Die so vielgescholtenen Einreiseformalitäten waren gar nicht so dramatsituasion, und in weniger als einer halben Std. waren wir aus dem Flughafen raus. So verbrachten wir einen sonnigen Tag in Guam, dem Mallorca der Japaner, und auch vieler U.S. Amerikaner. Tagsüber bekamen wir schon einen Vorgeschmack auf das was abends los sein kann. Es ist typisch amerikanisch dort und man vermisst nichts was es nicht auch auf dem Festland gibt. Gesehen haben wir allerdings nicht viel, da wir uns nur im zentralen Bereich um Tumon Bay aufgehalten hatten. Unser Hotel, das Oceanview Hotel, hat seine besten Jahre schon lange hinter sich, der neue Trakt allerdings ist ok für ein paar Std.
Geschichtlich spielt Guam eine zentrale Rolle im 2. WK und beim Sieg der Amerikaner über Japan. Nicht weit von Guam, auf der Nachbarinsel Tinian, wurden die beiden Atombomben gebaut, die Hiroshima und Nagasaki verwüsteten. Siehe hierzu auch meinen Bericht dazu.
Vor dem Weiterflug stärkten wir uns bei einer bekannten Burgerkette und bei der Bestellung schloss ich mich Onkel mit einem "aswell" an. Als die Burger fertig waren und es an die Verteilung ging, fragte der Burgerbräter wer "Burger Number twelve" hätte, nur um Kopfschütteln zu ernten. Er schaute mich durchdringend an, als hätte ich einen Burger geklaut, und mit bestimmtem Ton, der keine Diskussion zuließ, meinte er zu mir "You ordered Number twelve". So muss es dann wohl gewesen sein und ich hatte mich selbstverständlich falsch ausgedrückt. War auch gut...
Größere Kartenansicht
Naja, was soll ich sagen? Ein Unglück kommt selten allein und etwa eine halbe Std. vor Ankunft, nach etwa 45 Std Anreise, musste die Maschine aufgrund technischer Probleme wenden und wieder nach Guam. Meine Laune war am Nullpunkt. Aber wie durch ein Wunder hat United es geschafft etwa 2 Std. später eine Maschine hinzustellen, die uns noch in der gleichen Nacht rüberbringen sollte, was dann auch klappte. Bei unserer Ankunft um ca. 4h wurden wir auch schon von Mädels in typischer Landestracht empfangen und bekamen eine Blumenhalskette umgehängt. Die typische Tracht ist für Frauen oftmals "oben ohne". Auch wenn das auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt, ist das dort durchaus normal und hat überhaupt nichts anzügliches. In der Hauptstadt Colonia wird man Menschen in Tracht nicht so oft begegnen, da auch dort der "American way of Life" Einzug gehalten hat, aber in kleineren Orten und auf den Äußeren Inseln wird diese Gepflogenheit durchaus kultiviert.
Um etwa 5h waren wir endlich im Yap Pacific Resort angekommen. Es handelt sich dabei um das alte Traders Ridge Resort, das schon in der Zeit kurz nach dem 2. WK erbaut wurde und einen herrlichen Kolonialcharme versprüht. Die Zimmer sind sehr geräumig und wir fühlten uns auch sofort wohl.



Der nächste Morgen startete für uns erst gegen 14h, da wir etwas Schlafdefizit hatten. Nachdem wir uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht hatten, ging es erst mal an die Tauchbasis um die Formalitäten zu erledigen. Wir wurden von ein paar Bethelnuss kauenden Guides abgeschätzt und bekamen eine kurze Einweisung. Alles würde recht zwanglos ablaufen und wir hätten Mitspracherecht bei der Wahl der Spots usw. Nachdem wir uns mit einem "Kamagar" bedankt hatten, tauten sie auch auf und freuten sich ehrlich über unser einziges yapesisches Wort.
Nach einem Besuch am Pool trafen wir uns mit Dieter, dem Geschäftsführer des Resorts und der Tauchbasis, zu einem kurzen Gespräch. Er nahm sich Zeit für uns und erzählte über das Resort, das Tauchen und ein paar wissenswerte Dinge über die Insel. Alles machte einen sehr guten und entspannten Eindruck, was unsere Vorfreude noch steigerte. Nebenbei erwähnte Dieter noch, dass wir mit einem kölner Pärchen tauchen sollten, das aber total ok sei. Sie kamen auch schon während unseres Gesprächs vorbei und begrüßten uns kurz, doch erst zum Abendessen sollten wir sie richtig kennenlernen.
Anne und Dirk luden uns gleich ein mit an ihrem Tisch zu Abend zu essen. Dabei konnten wir schnell erkennen, dass wir auf einer Wellenlänge funkten. Später kamen noch zwei amerikanische Freunde von den beiden dazu, Terri und Richard. Dem Abendessen folgte der Gang an die Bar und während sich Anne, Richard und Terri verabschiedeten, wurden wir drei Verbliebenen erst warm. Um zu verstehen wie man Party machen kann, an einem Ort wo es sonst eher beschaulich zugeht, möchte ich hier etwas ausholen:
Dirk! Ein Mensch, den wir später kennenlernen sollten, sagte über Anne und Dirk, sie seien die kritische Masse. Dirk hat das Potenzial Karnevalsprinz in Köln zu werden und ist jemand der Menschen mitreißen kann. Eine Kostprobe bekamen wir gleich am ersten Abend als er uns selbst mitgebrachten Johnnie Walker Blue Label und Remy XO servierte und uns mit Musik aus seiner eigenen Musikanlage beschallte. Ich erwähnte ja, dass er Menschen mitreißen kann, und das bekam ich auch selbst zu spüren, denn Karnevalsmusik und irgendwelche Blödelhits sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber in diesen Tagen, die noch kommen sollten, gehörte es irgendwie dazu. Anne und Dirk brachten auch den Karneval nach Yap und sind dort bekannt wie bunte Hunde. Naja, wer mit insgesamt 120KG Gepäck
anreist, der hat Platz für so einiges. Wie auch immer, nach etlichen Getränken und finalen Wunschsongs ging es gegen 1.30h gut gelaunt ins Bett, allerdings nicht ohne den TG noch um eine Std. nach hinten zu verschieben. Ob die anderen Gäste so gut gelaunt waren, weiss ich nicht, aber die Laune dürfte besser geworden sein als die Musik verstummte.
Den ersten TG machten wir an Vertigo, einem der beliebtesten Spots Yaps. Bekannt ist er für viele Graue und Schwarzspitzenriffhaie. Um dorthin zu kommen fährt man durch den German Channel nach Norden, denn er liegt im Nordwesten der Insel. Es handelt sich dabei um einen durch die Deutschen geschaffenen Kanal um zu vermeiden die ganze Insel zu umqueren um von West nach Ost zu kommen. Die Durchfahrt ist wirklich schön, denn es geht teilweise mit gut Speed durch den engen Kanal.
Schön fanden wir, dass die Guides so flexibel waren um einen Spotwechsel zu machen, als wir sahen, dass noch ein weiteres Boot am eigentlichen ersten Tauchplatz war. Dies sollte sich auch weiter so fortsetzen. Wir waren immer das einzige Boot am Spot als wir ins Wasser gingen.

Getaucht wird bei Vertigo an einer Riffwand, meist mit Blick ins blau. Ausgetaucht wird dann über einem flacheren Bereich. Als wir oben ankamen, fiel mir Onkels komisches Verhalten auf, der meine Nachfrage, ob es ihm nicht gut ginge, auch bejahte und sich zügig übergab. 1:0 für Dirk...
Unser zweiter TG führte uns wieder in die Innenseite des Riffs. Die Putzerstation hinter dem M'il Chanel ist ein guter Ort um Mantas zu treffen. Wir ließen uns ins trübe Wasser fallen und mussten genau schauen, damit wir unseren Guide nicht verloren hätten. Nach der Warterei an der Station kam dann endlich der erste. Dem ersten folgten weitere und obwohl die Sicht schlecht war, konnten wir einen bemerkenswerten TG verbuchen.
Wir hatten die ersten Tage etwas mit Jetlag zu kämpfen. Mal war Onkel früher wach, mal ich. Allerdings hatte es auch den Vorteil, dass ich mal zu Sonnenaufgang auf Fotostreifzug gehen konnte. Nach dem Frühstück liefen wir hinunter zur Basis und meine erste Handlung war die beiden ständigen Bewohner der Basis zu begrüßen.
Dabei handelt es sich um zwei junge Karettschildkröten, die dort aufgepäppelt werden, bis sie eine Mindestgröße erlangen, die sie überlebensfähig macht.
Der TG an jenem Tag ging wieder nach Vertigo, doch diesmal gab sich Dieter aber die Ehre und begleitete uns auf eine Haifütterung. Das Wasser war zwar rau aber recht klar. Nach einem ausführlichen Briefing ging es runter, wo jeder einen Platz zugewiesen bekam. Dort sollten wir die nächste Std. verweilen und dem ganzen Treiben folgen. Die Haie gerieten in einen Fressrausch als der Korb runtergelassen wurde. Eigentlich ist es keine Fütterung, denn die Haie und andere Räuber werden nur angelockt, jedoch nicht gefüttert. Es passiert allerdings, dass die Tiere in ihrem Rausch den Käfig mit dem Köder beschädigen und natürlich doch etwas essen. Bei einem solchen TG kommen einem die Fische extrem nah und es ist wirklich ein atemberaubendes Erlebnis inmitten dieses Treibens zu sein und von allen Seiten die Action zu spüren.

Der zweite TG fand wieder an der Putzerstation des M'il Channel statt. Die Sicht war besser als am Vortag und der gesamte TG war unglaublich. Die Mantas kamen und blieben die ganze Zeit bei uns. Sie flogen über uns hinweg, machten Loopings und genossen scheinbar unsere Anwesenheit.

Am Abend war wieder Partytime angesagt und wir waren fortan zu viert, denn zu uns drei gesellte sich noch Bruce, ein ebenso Bekloppter, aus Amerika. Wir haben den ganzen Abend blödes Zeug erzählt, aber auch nette Gespräche gehabt. Vor allem aber haben wir viel Musik gehört, und das laut! Dabei reichte das Spektrum von aktueller Popmusik, über Schlager, Partymusik, bis zu alten Rockhits. Alles wurde mal gespielt, wobei "Drei weiße Tauben" der Hit, auch unter den Angestellten, war. Guruguruguru...
Die Angestellten konnten einem schon etwas leidtun, denn erst wenn wir zum Aufbruch bliesen, konnten sie abschließen. Zwar scheint es nicht die Regel zu sein, dass Gäste bis nach 1h auf bleiben, aber das Team der Barkeeper hatte auch immer Spaß, wie uns schien, und kamen auch ein stückweit auf ihre Kosten, denn solche unterhaltsame (oder nervige?) Gäste haben sie dort wohl sonst nicht.
Mit einem schönen Hangover traten wir am nächsten Tag unsere Fahrt zum Süden der Insel. Gurgurguru... Bruce war schon wieder erstaunlich redselig und fing schon, wie am Vorabend, an von Roatan, Belize und St Croix zu erzählen. Diese Geschichten wurden zum Running Gag und von uns immer mal wieder dankbar aufgegriffen wenn es darum ging Unfug zu erzählen. Trotz gewisser Anlaufschwächen, aber überstandenem Jetlag, schafften wir die Ausfahrt auf der Ostseite problemlos. In dieser Zeit des Jahres wehen dort nämlich die Ostwinde, die Tauchen auf dieser Seite nahezu unmöglich machen. Für uns ging es zur Lionfishwall an der Südspitze. Der TG offenbarte uns eine Steilwand mit vielen gesunden Hartkorallen, allerdings war die Fischvielfalt nicht überragend. Es gibt zwar die Möglichkeit auch viel Großfisch zu sehen, wie Haie, Mantas oder Thunas, aber das blieb uns leider versagt.
Der zweite TG führte uns auf die Westseite an einen Spot namens Big Bend. Auch hier waren die Korallen wieder bemerkenswert gut erhalten aber die Fischwelt eher von kleinen Fischen geprägt. Die Ursache liegt wohl daran, dass relativ viel der mittelgroßen Fische aus dem Meer geholt werden.
Man muss sich vorstellen, dass die windabgewandte Seite relativ ruhig ist. Wir fuhren also auf dieser Seite zurück zur Basis und Onkel meinte, den Blick nach vorne gerichtet, das der Wellengang wieder etwas zunähme. Ich entgegnete darauf, das Wellen total überbewertet seien. Sprach und schon flogen wir einen guten halben Meter hoch und krachten schön auf den Boden des Bootes. Die Position am Bug des Schiffes verstärkte die Katapultwirkung noch. Nach einem kurzen Schock und der Sicherheit das wir uns nichts ernsthaftes getan hatten, war das Gelächter groß. Bruce war nach diesem Schreck erst mal nach einem "Microbrew", den von uns gefürchteten Bieren der Kleinstbrauereien, auf die er so steht und keine Gelegenheit auslässt seine Kenntnisse darüber zum Besten zu geben.
Abends versuchten Onkel und ich auch mal außerhalb des Resorts Essen zu gehen, was sich aber mitunter als gar nicht zu einfach gestaltete. Es gibt in Colonia nicht allzu viele Restaurants bzw. Gaststätten und die Küche mutet auch etwas befremdlich an. Ein ordentlicher Laden ist das O´Keefes Oasis, schräg gegenüber des Manta Ray Bay Hotels. Die Besonderheit dort ist eine Art heiße Platte die zu empfehlen ist. Weniger gut empfanden wir das Marina Sportsbar. Vielleicht hatten wir nur etwas Pech, aber das Essen bewog uns nicht dazu nochmal zu kommen. Ein weiterer Grund ist ein weit verbreitetes Problem, das irgendwann nervt. Die Menschen sind i.d.R. lieb und nett und das ist das wichtigste. Allerdings ist das Kopfrechnen ungenügend. Es wird jede noch so kleine Addition mit dem Taschenrechner durchgeführt. So hatten wir im Marina eine Rechnung über 31USD und wollten 4USD Trinkgeld geben, weswegen wir einen 50er überreichten und sagten sie solle es auf 35USD abrechnen. Das wir die Lady damit vor eine schier unlösbare Aufgabe stellten, merkten wir als jeder einzelne Posten nochmal eingegeben wurde, dann ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben schien als sie die 31 ins Verhältnis zur 35 bringen wollte und das dann noch mit den 50 verrechnen sollte. Ende vom Lied war, das wir 19USD zurückbekamen und die 4 USD separat gaben.
Wir waren noch ein weiteres mal zur Haifütterung an Vertigo und erlebten auch dort wieder jagende Haie und weitere Räuber. Wir mussten aber feststellen, dass, während Haie ein paar Meter Abstand hielten, die Schnapper doch manchmal ziemlich nah kamen und wenn wir uns umdrehten gerade noch erkennen konnten wie sie abdrehten. Als ob sie mal knapsen wollten.
Ein weiteres Highlight war das Tauchen von Yap Corner in den M'il Channel. Wir erinnern uns: Im Kanal ist eine Putzerstation für Mantas, jedoch im hinteren Bereich. Bei einlaufender Strömung kann man sich vom Eingang des Kanals (Yap Corner), in etwa 20-30m Tiefe hineintreiben lassen und bis zu einem kleinen Kamm (Manta Ridge), der bis auf etwa 10m hinauf führt, tauchen. Mit etwas Glück bekommt man freifliegende Mantas auf dem Weg zur Putzerstation zu sehen. Und wir hatten Glück. Zwei Mantas kamen vorbeigefolgen, machten einen großen Bogen und flogen dann direkt über uns hinweg, während wir uns auf den Grund gelegt hatten. Während dieses TG bekamen wir noch Büffelköpfe, Weißspitzen und eine große Schule Gelbaugen Straßenkehrer zu sehen.
Auf dem Rückweg, eigentlich schon kurz vor der Basis, liegt ein kleines Wrack im Einfahrtsbereich des Hafens. Die Laura Marie liegt in etwa 10-15m Tiefe und ist recht einfach zu betauchen. Man kann kaum hinein, aber um sie herum und auf ihr findet man einiges an kleinen, interessanten Lebewesen, die sonst eher nicht so oft anzutreffen sind. Wir sahen ein paar schöne Sternschnecken und einen kleinen Oktopus, der sich ein wenig bedroht fühlte.

Am vorletzten Abend wurde von Seiten des Resorts eine kleine Party für Dirk und uns andere organisiert. Es war eine kleine Runde von etwa 20 Leuten und wir wurden ins Haus eines ansässigen Finnen eingeladen. Als ich mich vorstellte kam irgendwie heraus, dass ich portugiesisch spreche und er quatschte mich auch gleich in meiner Muttersprache voll... Was ein Bild: Ein Finne auf Yap der portugiesisch spricht. Er grillte für uns und diverse philippinische Freunde verwandelten die kleine Küche in einen Gourmettempel. Es wurden die größten Leckereien aus deren Heimat aufgetischt. Von Dumplings über Fleischbällchen und Glasnudelsalat, bis zu köstlichen Desserts gab es alles.

Die Stimmung war gut und Musik war auch am Start, so dass einem spaßigen Fest nichts im Wege stand. Es bot sich die Gelegenheit mit vielen Leuten mal länger zu sprechen, zu essen oder einfach zu feiern. Während die Party dem Höhepunkt zusteuerte stieg auch die Stimmung. Es wurde getanzt, gelacht und getrunken. Und dann verkündete Bruce allmighty irgendwann feierlich "It´s time for some moonshine" und ließ die Hose fallen. Das Gelächter war groß und brachte die Stimmung zum vollends zum kochen.
Ich hatte Gelegenheit mal mit einigen Einheimischen, aber auch Philippinos zu sprechen und alle hatten sie interessantes über ihren Lebenswandel, die Gründe ausgerechnet nach Yap zu kommen oder einfach über irgendwelchen Mist. So erfuhr ich z.B. warum die Yapesen sich teilweise auf Englisch unterhalten. Es ist wohl so, dass Bewohner der "äußeren Inseln", den abgelegenen Teilen des Yap Staats, eine völlig andere Sprache sprechen als die Bewohner der Hauptinsel. So bleibt ihnen nichts anderes übrig als in Englisch miteinander zu kommunizieren. Außerdem gibt es auch eine Art Kastensystem dort, wobei die Bewohner der äußeren Inseln, generell wohl in niedrigeren Kasten eingeordnet sind als die der Hauptinsel, was natürlich etwas zu Spannungen führen kann.
Der letzte Tag ward angebrochen und wir nutzten ihn für eine ausgedehnte Inselrundfahrt unter kundiger Begleitung eines Mitarbeiters des Resorts. Er führte uns von einigen Relikten des 2. WK, über den alten Flughafen zu einer Steingeldbank. Man muss dazu wissen, dass Yap für sein Steingeld bekannt ist. Das Steingeld sind große runde Steinscheiben, Rai genannt, mit einem Loch in der Mitte. Die die Durchmesser reichen von etwa 50cm bis über 2m, wobei dieser nicht über den Wert entscheidet, wie uns unser Guide erklärte. Es sei die Geschichte jeder einzelnen Scheibe und das Alter, das den Wert ausmacht. Hergestellt wurden die meisten Rai auf Palau, das immerhin etwa 400km entfernt liegt.
Weiter ging es zu einem typischen Steinpfad, der zu einem der bekannten Versammlungshäuser führte. Diese Häuser gibt es einmal als Häuser, die auch für Frauen und Kinder zugänglich sind, und als reine Männerhäuser, die auch deutlich bekannter sind. Man erkennt sie daran, dass Versammlungshäuser relativ zentral im Ort stehen, während Männerhäuser immer am Wasser gebaut sind.

Nach dem Besuch eines allgemeinen Versammlungshauses, fuhren wir zu seinem Dorf um vom Häuptling empfangen zu werden und ein reines Männerhaus zu betreten. Der Häuptling empfing uns in typischer Tracht, die er immer trägt. Er ist schon recht alt und flößt auf eine natürliche Art Respekt ein. Nicht das er extrem herrisch daherkommt oder eine große Entourage hat, aber er verstrahlte eine enorme Würde. Er befragte uns zu unserem Leben und erzählte bereitwillig von seinem Leben und wie er das Männerhaus hatte bauen lassen, in das er uns führte. In diesem treffen sich die Männer nach der Rückkehr vom Fischen oder einfach zum geselligen Beisammensein. Frauen ist dort der Zugang streng untersagt.
Der letzte Besuch führte uns zur ehemaligen japanischen Schule, von der eigentlich nur noch das Eingangstor existiert. Yap war einmal deutsche Kolonie und als eine der Karolineninseln bekannt. Aus dieser Zeit stammt einer der ersten unterseeischen Telefonleitungen. Davon zeugen heute noch zwei große Betonpfeiler der Empfangsstation. Im 1. WK haben die Japaner die Inseln erobert und die Bevölkerung unterdrückt. Es wurde ihnen viel abverlangt. Neben vielen Verboten wurde auch die Kultur missachtet, was sich u.a. auch in der o.g. Schule äußerte, die Kinder besuchen mussten. Später wurde Yap als japanischer Stützpunkt im Pazifik ausgebaut, jedoch weitestgehend bei der "Island Hopping" Mission der Amerikaner verschont. Im Gegensatz zu beispielsweise Peleliu bei Palau, fand hier keine der großen Pazifikschlachten statt.
Heutzutage ist Yap und die restlichen Staaten der Föderierten Staaten von Mikronesien, von den USA abhängig. Unter dem Compact of Free Association werden Entwicklungshilfen und Staatsunterstützungen geregelt. Dieser ist bis 2023 gültig und danach sollen die FSM sich selbst versorgen. Warum erzähle ich das? Wir trafen einen Expat , der für chinesische Investoren eine Machbarkeitsstudie erstellen soll, ob ein großes Hotelprojekt realisierbar wäre. Dies soll etwa 5.000 Betten zählen und auf mehrere Objekte verteilt werden. Gemessen an den derzeit 105 Betten ein gewaltiger Sprung. Wenn man aber bedenkt, daß ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Staatsapparat tätig ist, und mit der Gewissheit, dass die Gelder in 10 Jahren woanders herkommen sollten als von den USA, muss man natürlich andere Wege finden.
Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass wir eine wunderbare Woche auf Yap verbracht haben. Die Menschen im Resort sind uns sehr ans Herz gewachsen und haben alles Mögliche getan damit wir uns wohlfühlen konnten. Das Hotel ist wahrscheinlich die schönste Bleibe auf der Insel und wir haben die Zeit sehr genossen. Die Mantas von Yap gibt es wirklich, und in großer Zahl. Auch die Haitauchgänge waren atemberaubend. Allerdings muss ich sagen, dass es ansonsten nicht sonderlich spektakulär war. Die Riffe sind zwar schön, aber es fehlt ein wenig das Leben darin.
Sacici Ben und Frank. Danke an Dieter und sein Team für tolle Tage.
Guruguruguru, Dirk und Anne. Bruce almighty, rock on!
Kamagar Yap!
Ein paar weiterführende Links:
Yap Visitors Bureau
Yap Blog
Meine Top 5 Divespots
1. Yap Corner/M'il Channel (bei einlaufender Strömung)
2. Vertigo
3. Lionfiswall
4. M'il Channel Putzerstation
5. Big Bend
P.S. Bald geht´s weiter auf unserer Reise. Stay tuned...
23 ist eine Zahl die sich (fast) jeder Reisende einprägen sollte. Meine Bekanntschaft damit machte ich beim Check-in, als die Waage sich bei 26kg einpendelte. Dies sei zu viel meinte die Dame am Schalter, und ob ich irgendwas ins Handgepäck packen könnte. Die Lust war gering in der Tasche rumzuwühlen, da auch alles strategisch gepackt war, und so entgegnete ich das es sehr umständlich sei. Sie legte mir nahe etwa 2kg rauszunehmen und ich war noch immer lustlos, weswegen ich fragte was die 2kg denn kosten sollten. Relativ trocken entgegnete sie mir, das wir bei 100€ landen würden. In diesem Augenblick fielen mir noch einige Dinge ein, die ich auch locker noch im Rucksack transportieren konnte.
Ich flog zunächst nach München wo ich Onkel treffen sollte und von wo aus wir weiter nach Hong Kong flogen. Von oben schaute die Stadt auch schon mal sehr vielversprechend aus, aber wir hatten nur ein paar Std. Stopover, weswegen wir im Flughafen blieben und uns die Zeit in einer Lounge vertrieben.
Um nach Yap zu kommen, muss man, meines Wissens entweder immer über Guam oder Manila fliegen. Wir ersparten uns Manila, was wir noch von unserem Trip nach Palau kannten, und bevorzugten Guam. Hier hatten wir ein Tageshotel nehmen müssen, da wir morgens ankamen und die Flüge immer nachts starten. Keine Ahnung warum, aber an diesem Flugplan besteht noch einiger Verbesserungsbedarf. Die so vielgescholtenen Einreiseformalitäten waren gar nicht so dramatsituasion, und in weniger als einer halben Std. waren wir aus dem Flughafen raus. So verbrachten wir einen sonnigen Tag in Guam, dem Mallorca der Japaner, und auch vieler U.S. Amerikaner. Tagsüber bekamen wir schon einen Vorgeschmack auf das was abends los sein kann. Es ist typisch amerikanisch dort und man vermisst nichts was es nicht auch auf dem Festland gibt. Gesehen haben wir allerdings nicht viel, da wir uns nur im zentralen Bereich um Tumon Bay aufgehalten hatten. Unser Hotel, das Oceanview Hotel, hat seine besten Jahre schon lange hinter sich, der neue Trakt allerdings ist ok für ein paar Std.
Geschichtlich spielt Guam eine zentrale Rolle im 2. WK und beim Sieg der Amerikaner über Japan. Nicht weit von Guam, auf der Nachbarinsel Tinian, wurden die beiden Atombomben gebaut, die Hiroshima und Nagasaki verwüsteten. Siehe hierzu auch meinen Bericht dazu.
Vor dem Weiterflug stärkten wir uns bei einer bekannten Burgerkette und bei der Bestellung schloss ich mich Onkel mit einem "aswell" an. Als die Burger fertig waren und es an die Verteilung ging, fragte der Burgerbräter wer "Burger Number twelve" hätte, nur um Kopfschütteln zu ernten. Er schaute mich durchdringend an, als hätte ich einen Burger geklaut, und mit bestimmtem Ton, der keine Diskussion zuließ, meinte er zu mir "You ordered Number twelve". So muss es dann wohl gewesen sein und ich hatte mich selbstverständlich falsch ausgedrückt. War auch gut...
Größere Kartenansicht
Naja, was soll ich sagen? Ein Unglück kommt selten allein und etwa eine halbe Std. vor Ankunft, nach etwa 45 Std Anreise, musste die Maschine aufgrund technischer Probleme wenden und wieder nach Guam. Meine Laune war am Nullpunkt. Aber wie durch ein Wunder hat United es geschafft etwa 2 Std. später eine Maschine hinzustellen, die uns noch in der gleichen Nacht rüberbringen sollte, was dann auch klappte. Bei unserer Ankunft um ca. 4h wurden wir auch schon von Mädels in typischer Landestracht empfangen und bekamen eine Blumenhalskette umgehängt. Die typische Tracht ist für Frauen oftmals "oben ohne". Auch wenn das auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkt, ist das dort durchaus normal und hat überhaupt nichts anzügliches. In der Hauptstadt Colonia wird man Menschen in Tracht nicht so oft begegnen, da auch dort der "American way of Life" Einzug gehalten hat, aber in kleineren Orten und auf den Äußeren Inseln wird diese Gepflogenheit durchaus kultiviert.
Um etwa 5h waren wir endlich im Yap Pacific Resort angekommen. Es handelt sich dabei um das alte Traders Ridge Resort, das schon in der Zeit kurz nach dem 2. WK erbaut wurde und einen herrlichen Kolonialcharme versprüht. Die Zimmer sind sehr geräumig und wir fühlten uns auch sofort wohl.
Der nächste Morgen startete für uns erst gegen 14h, da wir etwas Schlafdefizit hatten. Nachdem wir uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht hatten, ging es erst mal an die Tauchbasis um die Formalitäten zu erledigen. Wir wurden von ein paar Bethelnuss kauenden Guides abgeschätzt und bekamen eine kurze Einweisung. Alles würde recht zwanglos ablaufen und wir hätten Mitspracherecht bei der Wahl der Spots usw. Nachdem wir uns mit einem "Kamagar" bedankt hatten, tauten sie auch auf und freuten sich ehrlich über unser einziges yapesisches Wort.
Nach einem Besuch am Pool trafen wir uns mit Dieter, dem Geschäftsführer des Resorts und der Tauchbasis, zu einem kurzen Gespräch. Er nahm sich Zeit für uns und erzählte über das Resort, das Tauchen und ein paar wissenswerte Dinge über die Insel. Alles machte einen sehr guten und entspannten Eindruck, was unsere Vorfreude noch steigerte. Nebenbei erwähnte Dieter noch, dass wir mit einem kölner Pärchen tauchen sollten, das aber total ok sei. Sie kamen auch schon während unseres Gesprächs vorbei und begrüßten uns kurz, doch erst zum Abendessen sollten wir sie richtig kennenlernen.
Anne und Dirk luden uns gleich ein mit an ihrem Tisch zu Abend zu essen. Dabei konnten wir schnell erkennen, dass wir auf einer Wellenlänge funkten. Später kamen noch zwei amerikanische Freunde von den beiden dazu, Terri und Richard. Dem Abendessen folgte der Gang an die Bar und während sich Anne, Richard und Terri verabschiedeten, wurden wir drei Verbliebenen erst warm. Um zu verstehen wie man Party machen kann, an einem Ort wo es sonst eher beschaulich zugeht, möchte ich hier etwas ausholen:
Dirk! Ein Mensch, den wir später kennenlernen sollten, sagte über Anne und Dirk, sie seien die kritische Masse. Dirk hat das Potenzial Karnevalsprinz in Köln zu werden und ist jemand der Menschen mitreißen kann. Eine Kostprobe bekamen wir gleich am ersten Abend als er uns selbst mitgebrachten Johnnie Walker Blue Label und Remy XO servierte und uns mit Musik aus seiner eigenen Musikanlage beschallte. Ich erwähnte ja, dass er Menschen mitreißen kann, und das bekam ich auch selbst zu spüren, denn Karnevalsmusik und irgendwelche Blödelhits sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber in diesen Tagen, die noch kommen sollten, gehörte es irgendwie dazu. Anne und Dirk brachten auch den Karneval nach Yap und sind dort bekannt wie bunte Hunde. Naja, wer mit insgesamt 120KG Gepäck
anreist, der hat Platz für so einiges. Wie auch immer, nach etlichen Getränken und finalen Wunschsongs ging es gegen 1.30h gut gelaunt ins Bett, allerdings nicht ohne den TG noch um eine Std. nach hinten zu verschieben. Ob die anderen Gäste so gut gelaunt waren, weiss ich nicht, aber die Laune dürfte besser geworden sein als die Musik verstummte.
Einer unser Urlaubshits. Einfach anklicken und mithören.
Den ersten TG machten wir an Vertigo, einem der beliebtesten Spots Yaps. Bekannt ist er für viele Graue und Schwarzspitzenriffhaie. Um dorthin zu kommen fährt man durch den German Channel nach Norden, denn er liegt im Nordwesten der Insel. Es handelt sich dabei um einen durch die Deutschen geschaffenen Kanal um zu vermeiden die ganze Insel zu umqueren um von West nach Ost zu kommen. Die Durchfahrt ist wirklich schön, denn es geht teilweise mit gut Speed durch den engen Kanal.
Schön fanden wir, dass die Guides so flexibel waren um einen Spotwechsel zu machen, als wir sahen, dass noch ein weiteres Boot am eigentlichen ersten Tauchplatz war. Dies sollte sich auch weiter so fortsetzen. Wir waren immer das einzige Boot am Spot als wir ins Wasser gingen.
Auf dem Weg zu den Spots durch den German Channel
Getaucht wird bei Vertigo an einer Riffwand, meist mit Blick ins blau. Ausgetaucht wird dann über einem flacheren Bereich. Als wir oben ankamen, fiel mir Onkels komisches Verhalten auf, der meine Nachfrage, ob es ihm nicht gut ginge, auch bejahte und sich zügig übergab. 1:0 für Dirk...
Unser zweiter TG führte uns wieder in die Innenseite des Riffs. Die Putzerstation hinter dem M'il Chanel ist ein guter Ort um Mantas zu treffen. Wir ließen uns ins trübe Wasser fallen und mussten genau schauen, damit wir unseren Guide nicht verloren hätten. Nach der Warterei an der Station kam dann endlich der erste. Dem ersten folgten weitere und obwohl die Sicht schlecht war, konnten wir einen bemerkenswerten TG verbuchen.
Wir hatten die ersten Tage etwas mit Jetlag zu kämpfen. Mal war Onkel früher wach, mal ich. Allerdings hatte es auch den Vorteil, dass ich mal zu Sonnenaufgang auf Fotostreifzug gehen konnte. Nach dem Frühstück liefen wir hinunter zur Basis und meine erste Handlung war die beiden ständigen Bewohner der Basis zu begrüßen.
Kleine Karrettschildkröte
Dabei handelt es sich um zwei junge Karettschildkröten, die dort aufgepäppelt werden, bis sie eine Mindestgröße erlangen, die sie überlebensfähig macht.
Der TG an jenem Tag ging wieder nach Vertigo, doch diesmal gab sich Dieter aber die Ehre und begleitete uns auf eine Haifütterung. Das Wasser war zwar rau aber recht klar. Nach einem ausführlichen Briefing ging es runter, wo jeder einen Platz zugewiesen bekam. Dort sollten wir die nächste Std. verweilen und dem ganzen Treiben folgen. Die Haie gerieten in einen Fressrausch als der Korb runtergelassen wurde. Eigentlich ist es keine Fütterung, denn die Haie und andere Räuber werden nur angelockt, jedoch nicht gefüttert. Es passiert allerdings, dass die Tiere in ihrem Rausch den Käfig mit dem Köder beschädigen und natürlich doch etwas essen. Bei einem solchen TG kommen einem die Fische extrem nah und es ist wirklich ein atemberaubendes Erlebnis inmitten dieses Treibens zu sein und von allen Seiten die Action zu spüren.
Der zweite TG fand wieder an der Putzerstation des M'il Channel statt. Die Sicht war besser als am Vortag und der gesamte TG war unglaublich. Die Mantas kamen und blieben die ganze Zeit bei uns. Sie flogen über uns hinweg, machten Loopings und genossen scheinbar unsere Anwesenheit.
Am Abend war wieder Partytime angesagt und wir waren fortan zu viert, denn zu uns drei gesellte sich noch Bruce, ein ebenso Bekloppter, aus Amerika. Wir haben den ganzen Abend blödes Zeug erzählt, aber auch nette Gespräche gehabt. Vor allem aber haben wir viel Musik gehört, und das laut! Dabei reichte das Spektrum von aktueller Popmusik, über Schlager, Partymusik, bis zu alten Rockhits. Alles wurde mal gespielt, wobei "Drei weiße Tauben" der Hit, auch unter den Angestellten, war. Guruguruguru...
Die Angestellten konnten einem schon etwas leidtun, denn erst wenn wir zum Aufbruch bliesen, konnten sie abschließen. Zwar scheint es nicht die Regel zu sein, dass Gäste bis nach 1h auf bleiben, aber das Team der Barkeeper hatte auch immer Spaß, wie uns schien, und kamen auch ein stückweit auf ihre Kosten, denn solche unterhaltsame (oder nervige?) Gäste haben sie dort wohl sonst nicht.
Bootsbauer
Mit einem schönen Hangover traten wir am nächsten Tag unsere Fahrt zum Süden der Insel. Gurgurguru... Bruce war schon wieder erstaunlich redselig und fing schon, wie am Vorabend, an von Roatan, Belize und St Croix zu erzählen. Diese Geschichten wurden zum Running Gag und von uns immer mal wieder dankbar aufgegriffen wenn es darum ging Unfug zu erzählen. Trotz gewisser Anlaufschwächen, aber überstandenem Jetlag, schafften wir die Ausfahrt auf der Ostseite problemlos. In dieser Zeit des Jahres wehen dort nämlich die Ostwinde, die Tauchen auf dieser Seite nahezu unmöglich machen. Für uns ging es zur Lionfishwall an der Südspitze. Der TG offenbarte uns eine Steilwand mit vielen gesunden Hartkorallen, allerdings war die Fischvielfalt nicht überragend. Es gibt zwar die Möglichkeit auch viel Großfisch zu sehen, wie Haie, Mantas oder Thunas, aber das blieb uns leider versagt.
Der zweite TG führte uns auf die Westseite an einen Spot namens Big Bend. Auch hier waren die Korallen wieder bemerkenswert gut erhalten aber die Fischwelt eher von kleinen Fischen geprägt. Die Ursache liegt wohl daran, dass relativ viel der mittelgroßen Fische aus dem Meer geholt werden.
Krebs auf Peitschenkoralle
Man muss sich vorstellen, dass die windabgewandte Seite relativ ruhig ist. Wir fuhren also auf dieser Seite zurück zur Basis und Onkel meinte, den Blick nach vorne gerichtet, das der Wellengang wieder etwas zunähme. Ich entgegnete darauf, das Wellen total überbewertet seien. Sprach und schon flogen wir einen guten halben Meter hoch und krachten schön auf den Boden des Bootes. Die Position am Bug des Schiffes verstärkte die Katapultwirkung noch. Nach einem kurzen Schock und der Sicherheit das wir uns nichts ernsthaftes getan hatten, war das Gelächter groß. Bruce war nach diesem Schreck erst mal nach einem "Microbrew", den von uns gefürchteten Bieren der Kleinstbrauereien, auf die er so steht und keine Gelegenheit auslässt seine Kenntnisse darüber zum Besten zu geben.
Abends versuchten Onkel und ich auch mal außerhalb des Resorts Essen zu gehen, was sich aber mitunter als gar nicht zu einfach gestaltete. Es gibt in Colonia nicht allzu viele Restaurants bzw. Gaststätten und die Küche mutet auch etwas befremdlich an. Ein ordentlicher Laden ist das O´Keefes Oasis, schräg gegenüber des Manta Ray Bay Hotels. Die Besonderheit dort ist eine Art heiße Platte die zu empfehlen ist. Weniger gut empfanden wir das Marina Sportsbar. Vielleicht hatten wir nur etwas Pech, aber das Essen bewog uns nicht dazu nochmal zu kommen. Ein weiterer Grund ist ein weit verbreitetes Problem, das irgendwann nervt. Die Menschen sind i.d.R. lieb und nett und das ist das wichtigste. Allerdings ist das Kopfrechnen ungenügend. Es wird jede noch so kleine Addition mit dem Taschenrechner durchgeführt. So hatten wir im Marina eine Rechnung über 31USD und wollten 4USD Trinkgeld geben, weswegen wir einen 50er überreichten und sagten sie solle es auf 35USD abrechnen. Das wir die Lady damit vor eine schier unlösbare Aufgabe stellten, merkten wir als jeder einzelne Posten nochmal eingegeben wurde, dann ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben schien als sie die 31 ins Verhältnis zur 35 bringen wollte und das dann noch mit den 50 verrechnen sollte. Ende vom Lied war, das wir 19USD zurückbekamen und die 4 USD separat gaben.
Der Köder wird herabgelassen
Wir waren noch ein weiteres mal zur Haifütterung an Vertigo und erlebten auch dort wieder jagende Haie und weitere Räuber. Wir mussten aber feststellen, dass, während Haie ein paar Meter Abstand hielten, die Schnapper doch manchmal ziemlich nah kamen und wenn wir uns umdrehten gerade noch erkennen konnten wie sie abdrehten. Als ob sie mal knapsen wollten.
Ein weiteres Highlight war das Tauchen von Yap Corner in den M'il Channel. Wir erinnern uns: Im Kanal ist eine Putzerstation für Mantas, jedoch im hinteren Bereich. Bei einlaufender Strömung kann man sich vom Eingang des Kanals (Yap Corner), in etwa 20-30m Tiefe hineintreiben lassen und bis zu einem kleinen Kamm (Manta Ridge), der bis auf etwa 10m hinauf führt, tauchen. Mit etwas Glück bekommt man freifliegende Mantas auf dem Weg zur Putzerstation zu sehen. Und wir hatten Glück. Zwei Mantas kamen vorbeigefolgen, machten einen großen Bogen und flogen dann direkt über uns hinweg, während wir uns auf den Grund gelegt hatten. Während dieses TG bekamen wir noch Büffelköpfe, Weißspitzen und eine große Schule Gelbaugen Straßenkehrer zu sehen.
Auf dem Rückweg, eigentlich schon kurz vor der Basis, liegt ein kleines Wrack im Einfahrtsbereich des Hafens. Die Laura Marie liegt in etwa 10-15m Tiefe und ist recht einfach zu betauchen. Man kann kaum hinein, aber um sie herum und auf ihr findet man einiges an kleinen, interessanten Lebewesen, die sonst eher nicht so oft anzutreffen sind. Wir sahen ein paar schöne Sternschnecken und einen kleinen Oktopus, der sich ein wenig bedroht fühlte.

Oktopus und Sternschnecke
Am vorletzten Abend wurde von Seiten des Resorts eine kleine Party für Dirk und uns andere organisiert. Es war eine kleine Runde von etwa 20 Leuten und wir wurden ins Haus eines ansässigen Finnen eingeladen. Als ich mich vorstellte kam irgendwie heraus, dass ich portugiesisch spreche und er quatschte mich auch gleich in meiner Muttersprache voll... Was ein Bild: Ein Finne auf Yap der portugiesisch spricht. Er grillte für uns und diverse philippinische Freunde verwandelten die kleine Küche in einen Gourmettempel. Es wurden die größten Leckereien aus deren Heimat aufgetischt. Von Dumplings über Fleischbällchen und Glasnudelsalat, bis zu köstlichen Desserts gab es alles.

Die Stimmung war gut und Musik war auch am Start, so dass einem spaßigen Fest nichts im Wege stand. Es bot sich die Gelegenheit mit vielen Leuten mal länger zu sprechen, zu essen oder einfach zu feiern. Während die Party dem Höhepunkt zusteuerte stieg auch die Stimmung. Es wurde getanzt, gelacht und getrunken. Und dann verkündete Bruce allmighty irgendwann feierlich "It´s time for some moonshine" und ließ die Hose fallen. Das Gelächter war groß und brachte die Stimmung zum vollends zum kochen.
Ich hatte Gelegenheit mal mit einigen Einheimischen, aber auch Philippinos zu sprechen und alle hatten sie interessantes über ihren Lebenswandel, die Gründe ausgerechnet nach Yap zu kommen oder einfach über irgendwelchen Mist. So erfuhr ich z.B. warum die Yapesen sich teilweise auf Englisch unterhalten. Es ist wohl so, dass Bewohner der "äußeren Inseln", den abgelegenen Teilen des Yap Staats, eine völlig andere Sprache sprechen als die Bewohner der Hauptinsel. So bleibt ihnen nichts anderes übrig als in Englisch miteinander zu kommunizieren. Außerdem gibt es auch eine Art Kastensystem dort, wobei die Bewohner der äußeren Inseln, generell wohl in niedrigeren Kasten eingeordnet sind als die der Hauptinsel, was natürlich etwas zu Spannungen führen kann.
Der letzte Tag ward angebrochen und wir nutzten ihn für eine ausgedehnte Inselrundfahrt unter kundiger Begleitung eines Mitarbeiters des Resorts. Er führte uns von einigen Relikten des 2. WK, über den alten Flughafen zu einer Steingeldbank. Man muss dazu wissen, dass Yap für sein Steingeld bekannt ist. Das Steingeld sind große runde Steinscheiben, Rai genannt, mit einem Loch in der Mitte. Die die Durchmesser reichen von etwa 50cm bis über 2m, wobei dieser nicht über den Wert entscheidet, wie uns unser Guide erklärte. Es sei die Geschichte jeder einzelnen Scheibe und das Alter, das den Wert ausmacht. Hergestellt wurden die meisten Rai auf Palau, das immerhin etwa 400km entfernt liegt.
Weiter ging es zu einem typischen Steinpfad, der zu einem der bekannten Versammlungshäuser führte. Diese Häuser gibt es einmal als Häuser, die auch für Frauen und Kinder zugänglich sind, und als reine Männerhäuser, die auch deutlich bekannter sind. Man erkennt sie daran, dass Versammlungshäuser relativ zentral im Ort stehen, während Männerhäuser immer am Wasser gebaut sind.
Nach dem Besuch eines allgemeinen Versammlungshauses, fuhren wir zu seinem Dorf um vom Häuptling empfangen zu werden und ein reines Männerhaus zu betreten. Der Häuptling empfing uns in typischer Tracht, die er immer trägt. Er ist schon recht alt und flößt auf eine natürliche Art Respekt ein. Nicht das er extrem herrisch daherkommt oder eine große Entourage hat, aber er verstrahlte eine enorme Würde. Er befragte uns zu unserem Leben und erzählte bereitwillig von seinem Leben und wie er das Männerhaus hatte bauen lassen, in das er uns führte. In diesem treffen sich die Männer nach der Rückkehr vom Fischen oder einfach zum geselligen Beisammensein. Frauen ist dort der Zugang streng untersagt.
Steingeldbank
Der letzte Besuch führte uns zur ehemaligen japanischen Schule, von der eigentlich nur noch das Eingangstor existiert. Yap war einmal deutsche Kolonie und als eine der Karolineninseln bekannt. Aus dieser Zeit stammt einer der ersten unterseeischen Telefonleitungen. Davon zeugen heute noch zwei große Betonpfeiler der Empfangsstation. Im 1. WK haben die Japaner die Inseln erobert und die Bevölkerung unterdrückt. Es wurde ihnen viel abverlangt. Neben vielen Verboten wurde auch die Kultur missachtet, was sich u.a. auch in der o.g. Schule äußerte, die Kinder besuchen mussten. Später wurde Yap als japanischer Stützpunkt im Pazifik ausgebaut, jedoch weitestgehend bei der "Island Hopping" Mission der Amerikaner verschont. Im Gegensatz zu beispielsweise Peleliu bei Palau, fand hier keine der großen Pazifikschlachten statt.
Heutzutage ist Yap und die restlichen Staaten der Föderierten Staaten von Mikronesien, von den USA abhängig. Unter dem Compact of Free Association werden Entwicklungshilfen und Staatsunterstützungen geregelt. Dieser ist bis 2023 gültig und danach sollen die FSM sich selbst versorgen. Warum erzähle ich das? Wir trafen einen Expat , der für chinesische Investoren eine Machbarkeitsstudie erstellen soll, ob ein großes Hotelprojekt realisierbar wäre. Dies soll etwa 5.000 Betten zählen und auf mehrere Objekte verteilt werden. Gemessen an den derzeit 105 Betten ein gewaltiger Sprung. Wenn man aber bedenkt, daß ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Staatsapparat tätig ist, und mit der Gewissheit, dass die Gelder in 10 Jahren woanders herkommen sollten als von den USA, muss man natürlich andere Wege finden.
Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass wir eine wunderbare Woche auf Yap verbracht haben. Die Menschen im Resort sind uns sehr ans Herz gewachsen und haben alles Mögliche getan damit wir uns wohlfühlen konnten. Das Hotel ist wahrscheinlich die schönste Bleibe auf der Insel und wir haben die Zeit sehr genossen. Die Mantas von Yap gibt es wirklich, und in großer Zahl. Auch die Haitauchgänge waren atemberaubend. Allerdings muss ich sagen, dass es ansonsten nicht sonderlich spektakulär war. Die Riffe sind zwar schön, aber es fehlt ein wenig das Leben darin.
Sacici Ben und Frank. Danke an Dieter und sein Team für tolle Tage.
Guruguruguru, Dirk und Anne. Bruce almighty, rock on!
Kamagar Yap!
Ein paar weiterführende Links:
Yap Visitors Bureau
Yap Blog
Meine Top 5 Divespots
1. Yap Corner/M'il Channel (bei einlaufender Strömung)
2. Vertigo
3. Lionfiswall
4. M'il Channel Putzerstation
5. Big Bend
P.S. Bald geht´s weiter auf unserer Reise. Stay tuned...
Labels:
2012,
Mikronesien,
Yap
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